Klage gegen türkische Kriegsverbrechen in Zypern in Den Haag eingereicht

Die Doppelmoral sowie der aggressive und respektlose Umgangston des türkischen Präsidenten Erdoğan drohen nun endlich zu einem gefährlichen außenpolitischen Boomerang zu werden. Nachdem Erdoğan seit nunmehr vier Jahren immer wieder durch antisemitische Statements auffält, hat nun Israel sein Botschaftspersonal abgezogen. Eine durch jüngste Statements des Präsidenten aufgestachelte Menge hatte die diplomatische Vertretung angegriffen.  Es war nicht das erste solche Ereignis in der jüngeren Geschichte Türkei. Nach dem Mavi-Marmara Zwischenfall von 2010 stürmte ein aufgebrachter Mob antijüdische Schmähgesänge gröhlend das Spielfeld während eines Auswärtspiels der israelischen Basketballnationalmannschaft in der Türkei, um sie anzugreifen. Das Spiel musste abgebrochen werden. Erdoğan wirft Israel Völkermord und Staatsterror vor, erkennt aber selbst den wissenschaftlich einwandfrei bewiesenen Völkermord des Osmanischen Reiches, Vorgängerstaat der heutigen Türkischen Republik, an den Armeniern, Aramäern / Assyrern, pontischen und ionischen Griechn sowie Kurden êzidischen Glaubens nicht an, und lässt zur Zeit kurdische Demonstrationen gegen die ISIS im Osten des Landes brutal niederknüppeln. Auch griff er in seiner Amtszeit immer wieder die israelische Siedlungspolitik auf oft polemische Art und Weise an. Am heutigen Samstag, den 19. Juli 2014, wurde beim IStGH Klage gegen die Türkei wegen ihrer Kriegsverbrechen, Völkerrechtsbrüche und der damit einhergehenden Siedlungsoplitik auf Zypern eingereicht.

 

Eine Gruppe zypriotischer Griechen hat in Den Haag Klage gegen die türkischen Kriegsverbrechen und die völkerrechtswidrige die Besatzung Nordzyperns eingereicht.

Ein Zusammenschluß der zypriotischer Bürgernreichte am heutigen Samstag, den 19. Juli 2014, eine Strafanzeige gegen die Führer der türkischen Regierung beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) ein. Sie fordern ein Verfahren gegen die türkischen Verbrechen auf dem Territorium der Republik Zypern zu eröffnen, und klagen dabei auch gegen das weitere Wachstum der türkischen Siedlungen in den besetzten Gebieten. Die türkische Besatzung ist eine der gefährlichsten Auswüchse von Neokolonialismus in der Neuzeit.

Die Klage wurde von Kostas Mavrides, zypriotisches MdEP (Mitglied des Europäischen Parlaments), sowie der Organisation Zyprioten gegen türkischen Kriegsverbrechen (CATWR – Cypriots against Turkish Warcrimes) formuliert. Bei der CATWR handelt es sich um eine Vereinigung von vor allem Flüchtlingen, die aufgrund der Invasion Zyperns durch die Türkei ihre Heimat verloren, zusammengesetzt.

Die CATWR wird von Athan Tsimpedes aus Washington DC repräsentiert, der ebenfalls Klagen vor US-Amerikanischen Gerichten vorbereitet.
Die Kanzlei Shurat Hadin hat ebenfalls bei der Formilierung und Einreichung der Klage mitgewirkt.

 

Quelle: Nouvelles de l’Arménie en ligne
Hintergrund:
Die völkerrechtwidrige Invasion und Besatzung Nordzyperns durch die Türkei
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4 Kommentare zu „Klage gegen türkische Kriegsverbrechen in Zypern in Den Haag eingereicht

  1. Pingback: Anonymous
  2. Hallo,
    es wurde auch aber Zeit, das jemand den Schritt gewagt hat, die Türkei wegen Ihrer Kriegsverbrechen anzuklagen. Ist in der Klage auch das Genezid in osmanische Reich inbegriffen. Bitte um eine kurzfristige Antwort.

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