Bretonische Menschenrechtler: Die demokratische Revolution von Rojava verwirrt Europa und seine Verbündeten in Nahost

Die französische Menschenrechtsorganisation „Amitiés kurdes de Bretagne (AKB)“ gehört zu den wenigen Beobachtern, Journalisten und Fotografen, die sich derzeit in Rojava, dem syrisch besetzten Teil Kurdistans, einfinden. Obwohl die dschihadistische Terrororganisation ISIS die dortigen Kantone Cezire und vor allem Kobane belagert und trotz Appelen des Kurdischen Nationalkongress, herrscht international weiterhin allgemeine Gleichgültigkeit.

Amitiés kurdes de Bretagne (AKB)
Amitiés kurdes de Bretagne (AKB)
Amitiés kurdes de Bretagne (AKB)
Amitiés kurdes de Bretagne (AKB)

 

Rojava bekommt keine Unterstützung durch westliche Demokratien

Obschon die einzige demokratische Kraft auf syrischem Staatsgebiet, erhalten die Kurden hier keinerlei Support der westlichen Demokratien. Die Kurden in Syrien haben eine demokratische Revolution auf die Beine gestellt und befinden sich im Krieg gegen den Terrorismus. Die Autonomie wurde offiziell am 21. Januar 2014 ausgerufen. Sie entspricht demokratischen Prinzipien und ersetzt das Regime Bashar Al Assads überall dort, wo die Kurden ihre Gebiete kontrollieren, also im Großteil von Rojava. Allerdings sind und bleiben die Attacken der materiell überlegenen und vom nördlichen Nachbarn in aller Gastfreundschaft unterstützten ISIS-Dschihadisten die größte Gefahr für die junge Demokratie. Der Kampf der Kurden um ihr Land ist untrennbar mit ihrem Kampf um Demokratie verbunden.

Es geht nicht um einen nationalistischen Kampf. Dort wo die Mehrheit der Bevölkerung kurdisch ist, teilt sie Land, Macht und Verwaltung gleichberechtigt mit anderen wichtigen Minderheiten wie Arabern, Assyrern oder Armeniern.

All diese Volksgruppen sind in den Verwaltungseinheiten der demokratischen Autonomiebehörden vertreten, die betonen nicht auf die Gründung eines kurdischen Nationalstaates aus zu sein, sondern einen demokratischen Nahen Osten aufzubauen, in dem alle Völker und Religion gleichberechtigt leben können.

Es ist vielleicht genau das, was alle Nachbarn Rojavas mit Schrecken erfüllt.

 

Das tägliche Wunder von Rojava

Aziz ist 45 Jahre alt und bewacht die Diplomatische Direktion des Kantons Qamishlo. Er sitzt auf einem Gartenstuhl mit einer alten Kalashnikow auf seinen Knien und einem Glas Tee in der Hand. Trotz Waffe und Patronengürtel sieht er nicht aus wie ein Soldat, sondern wie ein Familienvater an der Pforte seines Hauses, der bereit ist seine Lieben zu verteidigen. Aber diese Kämpfer und Kämpfer aus gegebenen Umständen sind eigentlich Studenten, LKW-Fahrer, Hausfrauen, Floristen. Dennoch legen  sie eine große Entschlossenheit an den Tag, dass die Dschihadisten, die innerhalb von wenigen Tagen den halben Irak erobern konnten, sich an ihnen die Zähne ausbeißen werden.

„Die Solidarität ist überall, aber ein nahezu vollständiges Embargo seit letztem Monat lastet schwer auf Rojava. Während der Nahrungsmittelbedarf in der Regel zufriedenstellend ist, unterliegen alle importierten Produkte einer erheblichen Inflation und Knappheit, darunter einige wichtige Gesundheitsprodukte. Die Industire leidet unter Schwierigkeiten in der Versorgung und Instandhaltung von Produktionsanlagen, Landwirtschafts-, Öl-, Wasser-und Stromnetzen, etc.. Handynetze und Internet funktionieren nicht und Wasserknappheit ist an der Tagesordnung.

 

Es ist schwierig unter solchen Bedingung ein neues Leben auf kurdischem Gebiet aufzubauen. Aber trotz allem dauert das tagtägliche Wunder von Rojava nun seit drei Jahren an…aber wie lange noch?

 

 

Lesen Sie den Text in voller Länge in französischer Originalsprache:

Quelle : Amitiés kurdes de Bretagne (AKB), Actukurde.fr

Sprecher und Autor:André Métayer
http://www.actukurde.fr/actualites/662/la-revolution-democratique-de-rojava-embarrasse-l-europe-et-ses-allies-du-moyen-orient.html

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