Jürgen Todenhöfer kennt kein Mitgefühl für Kurden, Schiiten und Christen

todenhöferAm späten Abend des 10. August 2014 verfasste Jürgen Todenhöfer einen Thread, in dem er die US-Luftanfgriffe auf IS (ehemals ISIS) Stellungen scharf kritisiert:

https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10152381429475838

In diesem Thread gibt er den USA die Schuld an allem Elend im Irak. Das ist eine undifferenzierte und unvollständige Sichtweise auf die Dinge. Unter Saddam Hussein und seinem Bath-Regime war das Land in der Tat besser dran als heute. Unter ihm gab es aber eine massive Unterdrückung der Kurden im Norden, die auch vor Massentötungen wie beim Giftgasmassaker von Halabdscha keinen Halt machte.

Dass Bushs Irakintervention eine False Flag Aktion und eine Beugung des Völkerrechts war, die die Bildung radikaler Organisation verstärkt hat, steht außer Frage.

Soll das aber nun heißen, dass die kurdischen Guerillas, die aus allen Himmelsrichtungen in den Irak kommen, um einen Völkermord an ihren Volksgenossen, egal ob sie sunnitischen, alevitischen oder yezidischen Glaubens sind, und den Christen in der Region zu verhindern, keine Unterstützung verdienen? – Nein! Dass die USA hier einen historischen Fehler ausbügeln können und vielleicht zu der Erkenntnis gelangt sein könnten, wer die wahren Demokraten in der Region sind, will Herr Todenhöfer nicht sehen.

Hier sollte man natürlich den Tag nicht vor dem Abend loben und auch die Beweggründe der USA müssen natürlich hinterfragt werden. Jedoch ändert auch dies nichts daran, dass die Angriffe als Unterstützung der kurdischen Bodenoffensive notwendig und richtig sind.

Alternativvorschläge bietet Todenhöfer nicht. Er bevorzugt es sein Statement mit dem reißerischen Ausdruck vom „BOMBER OBAMA“ einzuleiten.

Ideologien könne man nicht wegbomben schreibt er. Das kann man in der Tat nicht. Was man aber sehr wohl kann, ist sie einzudämmen, indem man ihre Gegner unterstützt. Das hat gegenüber den Nazis im Zweiten Weltkrieg funktioniert und muss auch jetzt wieder versucht werden.

Dass dem IS nur mit militärischen Mitteln beizukommen ist, steht außer Frage. Diplomatie wird gegenüber einer derart brutalen und totalitären Organisation scheitern.

Die gezielten Angriffe der USA dienen der Unterstützung kurdischer Bodentruppen und helfen somit einen Völkermord zu verhindern.

Todenhöfer prügelt blind auf jede Aktion der USA und Israels ein und verliert aber kein Wort des Mitgefühls gegenüber den kurdisch-yezidischen, schiitischen oder christlichen Opfern des IS-Terrors. Ebenso lässt er jede Form von Kritik an den Unterstützern des IS gänzlich vermissen. Kein kritisches Wort lesen oder hören wir von ihm zu den Sponsoren des IS: Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie einigen Mitgliedern des Saudischen Königshauses. Auch die Politik der Türkei, die die Logistikzentren des IS beherbergt und deren Grenzen den Terroristen offen stehen wie ein Scheunentor, während junge Kurden, die auf ihrer Seite kämpfen wollen mit Gewalt am Grenzübergang gehindert werden, kritisiert Jürgen Todenhöfer an keiner Stelle.

Sein Beitrag kann so verstanden werden, dass man Kurden, Christen und Schiiten sich selbst überlassen solle, und einen Völkermord an ihnen durch den IS geschehen zu lassen habe.

Das ist deswegen so bezeichnend und markant, da derselbe Jürgen Todenhöfer sich noch vor Kurzem ganz anders gegenüber den Angriffen der israelischen Armme in Gaza äußerte, und tönte er sei ein Palästinenser, und jede Form von antisemitischen Parolen als legitime Kritik an Israel klassifizierte:

https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10152363695235838

Warum sagt er jetzt nicht, er sei Yezidi oder Aramäer?

Todenhöfer ist ein Wolf im Schafspelz. Als humanitär helfender sozial engagierter Mensch inszeniert er sich nur allzu gern. Das kommt an. Was er aber eigentlich tut, ist eine Aufteilung der Welt in Gut und Böse ganz nach dem Geschmack der Unterstützerstaaten des IS.

„Du sollst nicht töten“ lautet der Titel von Jürgen Todenhöfers literarischem Bestseller. Offenbar scheint dieses Gebot nach Todenhöfer aber nicht für die Türkei und die Golfsstaaten zu gelten.

 

 

 

 

 

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4 Kommentare zu „Jürgen Todenhöfer kennt kein Mitgefühl für Kurden, Schiiten und Christen

  1. Solch eine „Berichterstattung“ wünscht man sich für die öffentlichen Medien auf ARD, DER SPIEGEL, etc.
    Leider fehlen Hinterfragungen und Aufklärung allzu oft.

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