Fragen an die ISIS-Terroristenversteher

Verharmlosungen und Umkehr des Täter-Opfer-Verhältnisses sind eine Verhöhnung von Muslimen, die mit diesem Zitat als Schriftzug ein Zeichen in den sozialen Netzwerken setzen möchten

In den letzten Wochen gab es immer wieder Stimmen, die meinten man könne den IS nur stoppen, wenn man den sunnitischen Muslimen bessere Perspektiven geben würde. Es wird also das übliche Credo von den bösen und intoleranten westlichen Unterdrückerstaaten beschworen.

Unter den Personen, die dies fordern, findet man  übliche Verdächtige. Auch ZDF-Korrespondent Dietmar Ossenberg stimmte mit ein. Aiman Mazyek trübte die Freude über seine Anfang des Monat Juli erfolgte deutliche Distanzierung vom Terror des IS, indem zwar bei seiner Verurteilung der IS blieb, in einer Polittalk Sendung der ARD am Dienstag, den 26. August 2014 plötzlich die 2000 aus der EU stammenden IS-Terroristen als Opfer westlicher Systeme darstellte. Von den in keinster Weise zielführenden oder auch nur im entferntesten wissenschaftlich fundierten Äußerungen einer Ska Keller von den Grünen in der ZDFneo-Sendung „Log In“ vom Mittwoch, den 27. August ganz zu schweigen.

An diese Damen und Herren bzw. alle, die eine ähnliche Position vertreten, ergehen folgende Fragen:

 

– Warum fühlen sich schiitische und alevitische Muslime, Juden, Asiaten, Russlanddeutsche, europäische Einwanderer, Schwarzafrikaner und Südamerikaner im Gegensatz soviel heimischer und wohler als die sunnitischen Muslime, von denen sie sprechen?

– Was ist mit den kurdischen Sunniten, die sich ihren Freiheitsbewegungen anschließen anstatt in dem IS in die Hände zu laufen?

– In den Reihen des IS befinden sich nachweislich Akademiker, die in Europa gutbezahlten Berufen nachgingen. Wie erklären sie sich das und wie soll man hier entgegenwirken?

– Sind Ihre Äußerungen nicht vielmehr eineVerharmlosung von radikalen und mordenden Terroristen und deren Wortführern als, wie Sie es darstellen, ein Aufruf zu mehr Toleranz?

– Wie sollen die Perspektiven, die Ihrer Meinung nach für Sunniten anders sein sollen, als für schiitische und alevitische Muslime, Juden, Asiaten, Russlanddeutsche, europäische Einwanderer, Schwarzafrikaner und Südamerikaner, konkret aussehen und wie wollen sie etwaige Sonderbehandlung den anderen Bevölkerungsgruppen vermitteln?

– Finden sie nicht, dass Ihre Forderungen floskelnhaft ist?

– Finden Sie nicht auch, dass Ihre Forderung nur ein Fortführen der Lobbypolitik fragwürdiger Vereine ist, die die komplette Integrationsdebatte auf Einwanderung aus der Türkei und der arabischen Halbinsel an über hundert anderen im Tagesgeschehen untergehenden Migrationshintergründen vorbei, reduzieren wollen? Ist das etwa fair und tolerant?

– Sind Ihre Äußerungen, die die Systeme westlicher Staaten als eigentlich Schuldigen hinstellen sollen, nicht ein Versuch Täter immer wieder zwanghaft zu Opfern zu erkären, und somit eine Unerstützung der Propaganda von kriminellen Organisationen wie dem IS?

– Sollten nicht besser Sanktionen gegen die Unterstützerstaaten des IS, die Sie im Gegensatz zu europäischen Demokratien unkritisiert lassen, erfolgen, und deren Einfluß durch ihre einschlägig bekannten verlängerten Arme in Europa verfassungsrechtlich verboten werden?

– Sind Ihre Äußerungen nicht ein Schlag ins Gesicht für diejenigen Sunniten, die sich klar vom IS distanzieren und richtigerweise kein Verständnis für dessen Verbrechen zeigen?

– Wenn Sie zu Verständnis für die Täter aufrufen, wo bleibt ihr Verständnis für die Opfer, die unser Entgegenkommen sicher nötiger haben?

– Wie viele Jesiden, schiitische Turkmenen, Aleviten, Christen und liberale Sunniten müssen die IS-Terroristen noch massakrieren, bis sie endlich aufhören aus ihnen Opfer machen zu wollen?

Opfer westlicher Systeme? Sollte dieser arme missverstanden, perspektivlose Menschenverächter und Massenmörder nach Europa zurückkehren, werden Mazyek, Todenhöfer, Polenz, Keller oder Ossenberg ihm sicherlich einen Praktikumsplatz als Perspektive anbieten, oder?!

 

Und wenn wir schon beim Thema Islam sind, ergehen des Weiteren folgende Fragen:

Wie bewerten die Herren, dass Islamlehre in Deutschland hauptsächlich von direkt von Ankara abhängigen türkischen Verbänden dominiert wird? Gerade in und von der Türkei aus mischt sich Islam mit einer gefährlichen Form von Rassenhass gegenüber Aleviten, Armeniern, Assyrern, Griechen und Juden.

– In jedem Land und bei jedem Volk sieht Islam etwas anders aus. So haben des Weiteren die Golfstaaten, allein schon dadurch dass sie andere Religionen als eine extreme Form des sunnitischen Islam verbieten, eine extreme mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unvereinbare Auslegung des Islam. Ist es nicht kontraproduktiv über „den Islam“ zu diskutieren?

Islam in Deutschland ist Realität, wird und soll es auch bleiben. Sollte aber um des inneren Frieden willens nicht vielmehr von staatlicher Seite dafür Sorge getragen werden, dass 1.) Extremformen des Islam wie in den Golfstaaten und 2.) mit Nationalismus und Rassenideologien durchmischte Islaminterpretationen wie in der Türkei Einhalt geboten wird, während offene und tolerante Islaminterpretationen wie die der meisten Kurden, oder wie sie etwa im Libanon praktiziert wird, gefördert werden müssen?

„Toleranz wird zu einem Verbrechen, wenn man dem Bösen mir ihr begegnet.“ (Thomas Mann)

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