ISIS / IS – Sympathisanten patrouillieren in deutschen Städten: Man hätte auf Ralph Giordano hören sollen

Ralph Giordano und die Wutrede Erdogans von 2008

Als der türkischer Premier Erdogan sich 2008 in der Kölnarena anschickte auf unbestimmte Zeit einen Keil zwischen seine Anhänger und den Rest der Bürgerinnen und Bürger Deutschlands zu treiben, war Publizist Ralph Giordano einer der wenigen, die das unglaubliche Konfliktpotenzial, das diese Rede bot entlarvte und öffentlich machte. https://hpd.de/node/3858

Erdogans bekanntester Satz aus dieser Rede ist wohl zweifelsohne der Ausspruch „Integriert euch, aber assimiliert euch nicht“. Damit unterstellte er dem deutschen Staat genau das, was die Türkei seit ihrer Gründung von ihren Minderheiten unter Androhung martialischer Strafen verlangt: Assimilation.

Er warnte schon damals davor zu lasch mit Extremistenaus aus Reihen radikal islamistischer Organisationen umzugehen und die Hintergründe von Ankara gesteuerten türkischen Organisationen in deutschen nicht zu hinterfragen. Ebenso berichtete er von Zuschriften, die Sympathie für seine Kritik bekundeten. Er schrieb dabei von Bürgerinnen und Bürgern, die seine Einschätzung teilen, aber Angst hätten sie Kund zu tun, da man sie in die rechtsradikale Ecke stellen könnte. Auch Giordano wurde, wie sollte es anders sein, für seine mutigen und deutlichen Worte angefeindet, von rechts, von links, von Salafisten und aus dem Lager der Panislamisten und Neo-Osmanen. Er warnte vor der Stigmatisierung und Ächtung von Kritik an der Türkei und extremistischen Islamauslegungen.

 

ISIS / IS Sympathisanten patroullieren im Ruhrgebiet

Bildquelle:Screenshot von GMX-News
Bildquelle:Screenshot von GMX-News

Heute haben nun Assimilationsbestrebungen seitens radikaler Organisationen in deutschen Innenstädten. Mitten in Deutschland greifen radikale Islamisten Jesiden und orientalische Christen an. In Wuppertal patrouilliert nun sogar eine von finanziellen Unterstützern der im Irak und Syrien massakrierend durchs Land ziehenden Mordbande ISIS / IS angeführte „Scharia Polizei“. Es sind Sympathisanten einer Gruppierung von Mördern, die vier Flugstunden entfernt Menschen aufgrund ihres Glaubens und ihrer Ethnie massakriert und sich die Auslöschung ganzer Volksgruppen zum Ziel gesetzt hat, zu tun haben. Sie kommen aus dem salafistischen Netzwerk der „Lies-Sekte“ rund um den Hassprediger Pierre Vogel. Ihre Finanziers sitzen hauptsächlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das haben sie mit dem ISIS / IS gemeinsam.

Auf seiner Facebookseite berichtete MdL in Hessen Ismail Tipi darüber, dass das IS / ISIS Sympathisantennetzwerk um Pierre Vogel und die „Lies-Sekte“ eine Ausweitung der „Scharia Polizei“ unter anderem Namen auf 5000 weitere deutsche Ortschaften plant. (siehe https://www.facebook.com/photo.php?fbid=826742517365746&set=a.110112875695384.5449.100000900173428&type=1&theater)

 

Die nicht mehr zu übersehende Bedrohung durch Neo-Osmanen und Salafisten

Heute erhalten Giordanos Warnungen angesichts der Erstarkung radikaler Islamisten und ihren Schulterschlüßen mit denjenigen, die sich ein neues osmanisches Reich wünschen eine neue Bedeutung. Er hat Recht behalten und immer mehr entlädt sich in Deutschland genau das, wovor er damals warnte.

Dieser Thread ist ein Beispiel dafür. Unter dem Posting der Polizei NRW Wuppertal zur strafrechtlichen Verfolgung des Versuchs der Salafisten in Wuppertal eine Paralleljustiz im Ruhrgebiet auf offener Straße einzurichten. Immer mehr Menschen machen ihrem Unmut darüber Luft. Diejenigen, die versuchen sie dafür zu beschimpfen oder ihnen vorwerfen selbst Extremisten zu sein, benutzen eindeutige Symbole wie ISIS / IS-Flaggen oder osmanische Kriegsflaggen als Profil- oder Hintergrundbilder.

https://www.facebook.com/Polizei.NRW.W/photos/a.632585823493419.1073741828.614415591977109/696140597137941/?type=1&theater

Giordanos Warnungen von vor sechs Jahren wurden in den Wind geschlagen. Einschlägig bekannte Organisationen und Teile der Politik in Deutschland versuchten ihn selbst in eine extremistische Ecke zu stellen. CDU-Politiker Ruprecht Polenz aus Münster, bekannt für seine engen Beziehungen zur HAMAS und seine Sympathie zu den türkisch-rechtsextremen Grauen Wölfen, diffamierte Giordano u.a. in einem Facebookbeitrag vom März 2013. Man hat das versucht, was man immer tat und noch tut, wenn unerwünschte ansetzte und was auch Erdogan in Köln getan hat. Man unterstellt dem Gegenüber vorsorglich die moralischen Verfehlungen, Menschenrechtsverletzungen oder Diskriminierungen, derer man sich selbst schuldig gemacht hat. Dass diese Jahrzehnte lang erfolgreich praktizierte Taktik nun an ihre Grenzen stößt, zeigen die Kommentare auf der Facebookseite der Polizei Wuppertal. Obschon von Politik und Medien Jahre lang absichtlich nie thematisiert, interessieren sich nun immer mehr Menschen für die Geschichte und Situation der nun bedrohten Volksgruppen und Religionen, und trauen sich nun die Kritik öffentlich zu üben, die vor sechs Jahren nur in anonymen oder privaten Zuschriften unterging.

Angesichts der Entwicklung in Nahost, erfüllen sich Giordanos Prognose. Wer das nicht wahrhaben will, läuft mit Scheuklappen durch die Welt. Der Gesetzgeber sollte dringend reagieren, bevor es zu einer Eskalation kommt. Es müssen seitens der Legislative Maßnahmen gegen Salafisten, türkische Rechtsradikale und ankaraabhängige Vereine ergriffen werden. Die IS / ISIS- Flagge und Osmanische Kriegsflagge zu verbotenen Symbolen zu erklären wäre da ein Anfang. Schließlich stehen sie für eine Verherrlichung der Ermordung von Millionen von Kurden, Armeniern, Aramäern / Assyrern, Griechen, Juden und Schiiten.

Die angesprochen Gruppierungen haben selbst bei den offiziellen Mitgliederzahlen, von den Sympathisanten darf man gar nicht sprechen, die NPD längst weit überholt. Nicht anders als die Neonazipartei sollten sie angesehen und behandelt werden.

Auch die Islamverbände sind jetzt massiv gefordert. Wenn sie es auch nicht öffentlich zugeben, sie und jeder der in einer Region Deutschlands mit hohem Migrationsanteil aufgewachsen ist, weiß, dass Voruteile gegen andere Religionen aus den Herkunftsländern wie „Jesiden sind  Teufelsanbeter und werden in der Hölle schmoren“ vielleicht nicht die Mehrheitsmeinung aber dennoch keinesfalls eine Seltenheit bei sunnitischen Familien sind. Ähnliche Anfeindungen kennen orientalische Christen und Schiiten oder verwandte Konfessionen wie Aleviten und Alawiten. Das „Feindbild Islam“ kann nur aus den Köpfen verschwinden, wenn Islamverbände ihrerseits aktiv und offensiv gegen die Feindbilder in den eigenen Reihen vorgehen und gegen sie Flagge zeigen. Solange solche Schritte, und da geht es nicht um eine einmalige Demonstration oder Presseerklärung sondern um ernst gemeinte kontinuierliche Programme und Initiativen, die u.a. den in vielen Bundesländern stattfindenden islamischen Religionsunterricht erreichen müssen. Wer selbst nicht gegen das was er anprangert vorgeht, kann nicht erwarten in seinen Belangen anderswo Unterstützung zu erfahren.

 

Türkei- und Salafismuskritik kann im Moment nicht von einander getrennt werden

Einige direkt von Ankara abhängige Vereine hetzen schon seit mehreren Jahrzehnten gegen kurdische, armenische, assyrische, griechische Migranten und mittlerweile auch verstärkt gegen Juden.

Die ISIS / IS Verbrecher orientieren sich u.a. Schlächtersultan Abdühamit II und seiner Ideologie des Panislamismus, in deren Namen am Ende des 19. und Anfang des 20.Jahrhunderts hunderttausende Serben, Griechen, Bulgaren, Albaner, Armenier, Assyrer und Jesiden ihr Leben lassen mussten. Bis heute haben er und sein Gedankengut viele Verehrer. Ihre Zahl wächst gerade in der Türkei seit der Machtübernahme der AKP stetig an. Außerdem zählt die Türkei neben den Golfdiktaturen zu den Staaten, die die ISIS / IS Terroristen unterstützen.

Nun riefen diese Woche die USA in Wales eine aus zehn Staaten bestehende Allianz gegen die Mordbanden des IS / ISIS aus, der auch die Erdogansche Türkei angehören soll. Ob das gut gehen kann oder ob diese Allianz so eher einen potenziellen Saboteur beherbergt, durch den Strategien und Infos nach Riad, Katar oder Dubai und so zu den Mordkommandos selbst gelangen könnten? Wer ist denn wirklich so naiv zu glauben, es sei ein Zufall, dass die Mordbanden des ISIS / IS beinahe exakt dies selben religiösen und ethnischen Gruppen verfolgen, die vor 100 Jahren Opfer eines in punkto systematischer Grausamkeit bis dato noch nie gewesenen Völkermords durch das Osmanische Reich wurden.

Auch die deutsche Bevölkerung sollte sich überlegen, ob nicht jeder Cent, den sie im Urlaub in Saudi-Arabien, Katar und vor allem den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgeben, zur Unterstützung des ISIS / IS verwendet werden könnte und durch ihn Jesiden, Christen und Schiiten sterben. Ebenso müssen sie die Frage stellen, ob nicht die Mehrwertsteuer ihres Abendessens im Alanyaurlaub dazu verwendet wird, verwundete ISIS / IS  Terroristen in einem türkischen Krankenhaus wieder gesund zu pflegen und über die Grenze zu schicken, um ihnen das Weitermorden zu ermöglichen.

 

Die Kriminalisierung der Kurden dauert an 

Man sollte meinen, dass deutsche Behörden zur Vernunft kommen würden. Dem ist aber nicht so. Die Polizei in Wuppertal reagierte relativ schnell auf die zwielichtigen Umtriebe der „Scharia Polizei“ und kündigte Strafverfolgungen an.

Nur wenige Tage zuvor wurde einige Kilometer weiter in Duisburg ein bekannter kurdischer Aktivist wegen der ihm unterstellten Nähe zur PKK festgenommen. Während immer mehr Politiker die Streichung der kurdischen Freiheitskämpfer von der EU-Terrorliste fordern, Völkerrechtler längst die Illegitimität dieser Liste festgestellt haben und auch sich langsam auch in der Bevölkerung herum spricht, dass es sich bei der PKK um eine Reaktion auf Staatsterrorismus und rassistisch motivierte Massaker handelt, haben die zuständigen Staatsanwälte offenbar noch nicht verstanden, was die Stunde geschlagen hat.

Und wie will die Staatsanwaltschaft Duisburg bitte moralisch rechtfertigen, dass sie Aktivisten einer Gruppierung rigoros verfolgt, deren Guerilla gerade einen entscheidenden Beitrag zur Verhinderung eines weiteren Völkermordes leistet?

Hier ist ein Umdenken dringend notwendig!

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