Schuld sind grundsätzlich immer andere: Erdogan scheitert an der Eroberung New Yorks

Am Montag, den 22. September fand sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zu einer Veranstaltung des US-Rates für außenpolitische Beziehungen mit anschließender Pressekonferenz in New York ein.

„Der Rat sowie führende Politiker des Staates und der Regierung kamen alle von Leibwächtern und Personal umringt. Erdogan aber brachte ein weit größeres und massiveres Gefolge mit sich, als alles was ich bisher gesehen habe. Schätzungsweise 35 beinahe ausschließlich junge Männer in dunklen Anzügen umgaben ihn. Unüblicherweise, besetzten sie die ersten drei Sitzreihen, wo sie gebannt den Worten ihres Führers lauschten, als ob sie diese niemals zuvor gehört hätten. Schon vor Beginn von Erdogans Rede, schuf der Überfluss an Gefolgschaft eine Atmosphäre des Prunks. Auf diesem Wege sollte kein Zweifel am Anliegen des Präsidenten gelassen werden.“

In „Kampfhundmanier“ nahm sich Erdogan das Sonderrecht einer für Anlässe des Rates unüblichen Teleprompterübertragung heraus und kritisierte einige seiner Lieblingsfeinde wie einen Großteil der Nachbarstaaten der Türkei, Fethullah Gülen und US-Ratingagenturen.

Die einzigen speziell auf das New Yorker Publikum abgestimmten Worte waren ein Dementi der Antisemitismusvorwürfe gegen ihn, was von seiner Gefolgschaft mit kollektiven Nicken quittiert wurde.

Weiterhin erklärte Erdogan schablonenhaft die Konflikte in Palästina, Irak, Syrien, auf der Krim und dem Balkan mit dem „amüsantesten Argument des Abends“, dem Zerfall des Osmanischen Reiches.

Fragen von Pressevertretern nach einem Handel zwischen der Türkei und dem IS / ISIS wich er aus und betonte das Nein seiner Regierung zu einem unabhängigen Kurdistan.

„Dann stellte ich meine eigene Frage: „Zu Ihrer Zeit als Premierminister verfolgte Ihre Regierung eine Politik unter dem Motto „Null Probleme mit den Nachbarstaaten. Nun da diese gescheitert ist, gibt es einen politischen Kurswechsel Ihrerseits in der Region?“ Meine Absicht war es, dass er das Scheitern seiner Politik zugeben würde. Erdogan antwortete „Die Null Problem Politik wird weiter verfolgt“ und gab an, dass Versagen läge allein auf Seiten der Nachbarstaaten und nannte den Irak, Syrien und Ägypten in diesem Kontext. Besonders betonenswert erschien die abfällige Geringschätzung, die er für Ägyptens Präsident Sisi erklärte, den er als „einen Soldaten in Mursis Kabinett, der einen Staatsstreich durchführte“ bezeichnete.“ 

Pipes resümiert folgendermaßen:

„Alles in allem bestätigte die Erfahrung Erdogan in persona zu erleben mein Bild eines ambitionierten und aggressiven Populisten, dessen Wahlerfolge ihm zu Kopf gestiegen sind und Probleme und Aufruhr für sein Land und die ganze Welt bedeuten.“

 

Quelle und der ganze Text von Daniel Pipes in englischer Sprache:

http://www.nationalreview.com/corner/388668/erdogan-fails-conquer-new-york-city-daniel-pipes

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