Kommentar: Salafisten, selbsternannte Straßenkämpfer und Graue Wölfe sind keine Opfer

Eine bekannte Autorin und Frauenrechtlerin teilt diesen Beitrag mit der Überschrift „Kurden, Jesiden und Schiiten in Deutschland – Gehen jetzt alle auf Salafisten los?“ (http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/5550218/gehen-jetzt-alle-auf-salafisten-los-.html).

Wir kommentieren den Beitrag wie folgt:

„Jahre lang wurden die hier genannten Kurden, Jesiden und Schiiten aber auch orthodoxe Christen aus der Integrationsdebatte gedrängt, und durch geschickten Lobbyismus radikaler Sunniten und türkischer Nationalisten in der Öffentlichkeitswahrnehmung marginalisiert. Dass sie jetzt auch noch durch solche Artikel, die ihre Peiniger zu Bedrohten erklären, kriminalisiert werden, ist eine groteske Umkehr des Opfer-Täter-Verhältnisses.“

Eine, dem Namen nach zu urteilen, Deutsche jüdischen Glaubens antwortet zustimmend:

„Seit 40 Jahren stehen Synagogen in Deutschland unter Polizeischutz — und das vorwiegend wegen den Gleichen, die auch andere ‚Unglaeubige“ bedrohen. Das ist die gleiche Lobby.

Und betrachtet man unseren folgenden Kommentar im Kontext der Hauptakteure bei den Anti-Israel-Demonstrationen im Juni und Juli 2014, hat sie Recht (dazu: http://julian-tumasewitsch.blogspot.de/2014/07/zyprioten-entlarven-die-doppelmoral-von.html)

 

Schulterschluß zwischen Salafisten und türkischen Rechten sollte dem Verfassungsschutz mehr Sorgen bereiten

Sicherlich gibt es in jeder Volksgruppe und bei den Angehörigen jeder Religionsgemeinschaft gewaltbereite Menschen. Wichtig ist aber zu Bewertung der Sachlage, wie sich die Vereine und Dachorganisationen verhalten.

Kurdische Vereine und Zentralräte orientalischer Christen riefen bei ihren Demonstrationen immer wieder zu Ruhe, Besonnenheit und Gewaltverzicht auf. Auch kamen von selber Seite klare und eindeutige Statements und Aufrufe nicht an Demonstrationen aus dem rechten Umfeld, die unter dem Motto „Hooligans gegen Salafisten“ laufen teilzunehmen. Derartige klare Positionierungen vermisst bei anderen Gemeinden und Verbänden in Bezug auf die Gewalt der Mordbanden des IS / ISIS leider weiterhin gänzlich.

Dem kamen die Demonstranten nach. Angriffe erfolgten gezielt aus der salafistischen und rechtsradikalen Szene aus dem Umfeld der „Grauen Wölfe“.

Besonders grotesk mutet dabei ein Vorfall an, der vor ca. zwei Wochen durch die Presse ging, bei dem ein salafistischer Tschetschene und ein rechtsradikaler Türke am Rande einer salafistischen Demonstration mit Messern aufeinander losgingen, weil jeweils einer den anderen beschuldigte Kurde zu sein.

Auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, macht z.Zt. eine unglückliche Figur, da er jegliche klare Kante gegen IS / ISIS und Salafismus vermissen lässt (dazu lesenswert: “Aiman Mazyek – Ein Lakai radikaler türkischer Verbände“ http://www.der-kosmopolit.de/2014/10/ayman-mazyek-ein-lakai-radikaler.html) .

 

Gefährliche Verbrüderung von Pierre Vogels Salafisten, „Tschetschenischen Straßenkämpfern“ und rechtsextremen „Graue Wölfen“

Angestiftet von Hassprediger Pierre Vogel, der gezielt über Facebook Falschmeldungen von Gewaltübergriffen durch Jesiden auf Kovertiten verbreitet, die u.a. von der Seite oftmals gewaltverherrlichenden Seite „Chechen Streetfighters“ übernommen werden, schüren salafistische Führer gezielt Hass auf jene Religionen und Ethnien, die im N24-Artikel genannt werden. Produkt dieser Hatz sind eine Reihe von Kommentare wie der nachstehende:

Pierre Vogel ruft zu Gewalt gegen Yeziden auf
Bildquelle: öffentliche Facebookpinnwand von Hassprediger Pierre Vogel https://www.facebook.com/PierreVogelOffiziell/photos/pcb.753279804751755/753279764751759/?type=1&theater

Man beachte neben dem eindeutig gegen Paragraph §130 StGB verstoßenden Gewaltaufruf des salafistischen Teenagers auch die Reaktion vom Hassprediger persönlich. „Rache ja“, aber keine „blinde Rache“. Es ist erstens schon einmal bezeichnend, dass er diesen eine Straftat darstellenden Kommentar nicht löscht. Zweitens sagt dieser Satz unheimlich viel über ihn aus, und zeigt erneut, wie gefährlich er und seine Anhänger sind. Die Feindbilder der Salafisten sind keinesfalls blind gewählt. Sie sind wohl durchdacht und so gewählt, dass der Schulterschluss mit zigtausenden türkischen Rechtsradikalen in Deutschland leicht fällt. Die Feindbilder sind äquivalent und wir haben es mit einer allein schon zahlenmäßig unglaublich gefährlichen, schlagkräftigen und gewaltbereiten Allianz zu tun. (siehe auch: https://kurmenistan.wordpress.com/2014/10/19/protest-von-rechtsradikalem-motorradclub-in-munchen-polarisiert-nur-im-internet/).

Ein weiteres Ventil dieser bedenklichen Allianz ist die Seite „Tobias Huchensohn“. Was für ein Wortspiel…

Dort wird gegen das humanitäre Engagement des Vorsitzenden der Jungen Liberalen in Rheinland-Pfalz gepoltert, was das Zeug hält. Sein Verstoß mit der Organisation von humanitärer Hilfe für von IS / ISIS bedrohte Kurden eine gewisse Form von Lobby für diejenigen, die bislang schutzlos als Lobbylose gegen die Lobbyarbeit bereits im Text genannter Organisation, stellt eine Bedrohung für sie dar, der sie mit Diffamierungs- und Einschüchterungsversuchen begegnen. Die Seite sammelt Screenshot von Tobias Huchs öffentlicher Pinnwand, um User einzuschüchtern, indem man sie öffentlich an den Pranger stellt. Unter nachstehendem Link beispielsweise wird auf der von Salafisten und türkischen Rechtsradikalen dominierten Seite dazu aufgerufen zwei junge Kurdinnen, die sich positiv zu Israel, das ebenfalls in Südkurdistan (Nordirak) humanitäre Hilfe leistet, per Tastatur öffentlich mit Dreck zu bewerfen (siehe: https://www.facebook.com/280992982073430/photos/a.281575188681876.1073741828.280992982073430/322371117935616/?type=1&theater).

Darüber hinaus arbeitet die Seite mit Falschmeldungen und Fotomontagen. Sie trägt, ob ein Zusammenhang besteht oder nicht ist unklar, die Handschrift der antisemitisch-islamistischen Verschwörungsseite „Killuminati ∆“. Sie hatte vor gut einer Woche Fotomontagen über Huch in Umlauf gebracht, was einen Verstoß gegen §186 StGB darstellt und aufgrund der großen wissentlich erreichten Öffentlichkeit mit einer Gefängnisstrafe zu ahnden sein sollte, die bis zu 2 Jahren betragen kann. Die Seite hat knapp eine halbe Million Gefällt-Mir-Angaben und verfügt pro Posting über Reichweiten von zwischen 150.000 bis 4 Millionen Lesern. Ging nach diesen Postings anfänglich das Gerücht, um die Seite sei gelöscht worden, erwies sich dies als falsch und sie war wenige Tage später wieder online. Das Verhalten spricht Bände. Müssten die selbsternannten Systemkritiker sich eigentlich freuen, wenn jemand wie Huch Lobbylosen den Ansatz einer Lobby bietet, tun sie genau das Gegenteil und versuchen auf unlautere Art und Weise genau das Gegenteil von Systemkritik. Sie beißen um sich zur Erhaltung eines diskriminierenden Status Quo.

Dialog nicht erwünscht – Auch liberale Sunniten im Visier

Auch liberale, den Dialog suchende und sich klar von IS / ISIS distanzierende Sunniten geraten ins Visier gewaltbereiter Salafisten, wie der nachstehende Fall aus der Schweiz zeigt.

Albanischstämmiger Iman lehrt in Bern offenen Islam. Fundamentalisten verwüsten seine Moschee

„In die Moschee an der Hochfeldstrasse in Bern wurde letzte Woche eingebrochen. Das Interesse der Diebe galt aber nicht den Wertgegenständen im muslimischen Gotteshaus. Sie zerstörten das Modell einer neu geplanten Moschee in einem interreligiösen Gotteshaus und verunstalteten mehrere Bilder des Imams Mustafa Memeti – dieser hatte in letzter Zeit mehrfach öffentlich Ansichten geäussert und sich vom Extremismus der IS distanzieren.
Wer für den Angriff verantwortlich ist, ist für Memeti, der während dem Einbruch auf einer Pilgerreise in Mekka war, klar: «Das waren konservative Muslime, die meine Äusserungen nicht akzeptieren können.» Streitpunkt war offenbar unter anderem der bald geplante Umzug von Memetis Gemeinde ins Berner Haus der Religionen. «Dort werden wir unsere Religion neben anderen Gruppen wie den Hindus oder den Aleviten ausleben. Das führt schon seit längerem zu Konflikten mit den Konservativen.»
(Quelle:“Konservative Muslime verwüsten Moschee“: http://www.20min.ch/schweiz/news/story/23863767)

Immer wieder die Frage zu stellen, ob der Islam zu Deutschland / Österreich oder der Schweiz gehört, ist dabei vollkommen kontraproduktiv, denn er tut es längst. Die Frage müsste jedoch vielmehr lauten, welche Form des Islam man sich hierzulande erlauben kann. Und da muss die Antwort eindeutig bejahend für einen kurdischen Islam (ca. 70% der Kurden bekennen sich zum sunnitischen Islam, ca. 23% zum Alevitentum und knapp 7% zum Jesidentum) und einem dialogbereiten Islam, wie ihn Herr Memeti vertritt lauten. Gleichzeitig muss Pierre Vogel Co., den selbsternannten „Straßenkämpfern“ sowie den rechtsradikalen „Grauen Wölfen“ verfassungsrechtlich die Rote Karte gezeigt werden!

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