Bafra, die Hochburg des pontischen Widerstands

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Im November 2014 wurde das Buch „Bafra Pontos“, die kleine Geschichte der Region Bafra von der Antike bis zur Gegenwart veröffentlicht. Es handelt sich dabei um ein bemerkenswerter Werk über die Geschichte der pontischen Griechen. Das Buch untersucht dabei die in erster Linie die pontische Identität, die eigenständige Kultur der pontischen Griechen, sowie ihre immer immer wieder präsenten dem Selbsterhalt dienenden Widerstandsbewegungen. Es ist zugleich Chronik eines Volkes, das im Laufe der Zeit, in der es unter Osmanischer Herrschaft lebte, mehrfach von Auslöschung bedroht war.

Darüber hinaus wird der Völkermord an den Pontusgriechen behandelt, und auch Interviews mit Zeitzeugen, die die Verfolgung durch kemalistische Machthaber überlebten, sind Gegenstand des Werkes. Es handelt von vorsätzlicher Brutalität und Gewalt, welche die Volksgruppe der Pontusgriechen durch Jungtürken und Kemalisten erleiden musste, die auch vor Frauen und Kindern keinen Halt machte. Das Werk erzählt von diesem Leid, von der Verfolgung sowie dem mutigen und heldenhaften Widerstand der pontischen Rebellen.

Der Leser erfährt darin von den Frauen, Kindern und Zivilisten, die lange beschwerliche Märsche auf sich nahmen, um in den Bergen Zuflucht zu suchen. Gleichermaßen werden der aufopferungsvolle Kampf der Partisanen, der sogenannten „Schwarz-Gekleideten“, und ihre Lebensgeschichten beschrieben.

Selbstverständlich nehmen die in jeder einzelnen Phase des Widerstandskampfes präsenten Frauen eine zentrale Rolle ein, die Mütter, die Gattinen der männlichen Partisanen und die mutigen zu Kommandanten gewordenen „Käpitänsfrauen“ des Pontos.

 

Der Autor des Buches ist Thomas Alexiadis. Er selbst ist in Kozani geborenen und Sohn einer aus Bafra / Pontus vertrieben Familie. Er hat universitäre Abschlüsse Ingenieurswesen und Theologie. Seinen Masterabschluss und seine Promotion in moderne hellenischer Geschichte absolvierte er an der Aristoteles Universität.

Sein 500 Seiten umfassendes Werk wurde bereits früher diesen Jahres in Griechenland veröffentlicht.

 

 

Der komplette Artikel im türkischsprachigen Originaltext von Tamer Çilingir:

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Von der Antike bis Anfang des 20. Jahrhunderts lebten Griechen in der Region Pontos am Schwarzen Meer. Im Zuge des Völkermordes an ihnen und den Armeniern, Aramäern/Assyrer des Osmanischen Reiches traf es 1912 zuerst die ionischen und zwischen 1914 und 1923 die pontischen Griechen. Die Opferzahl wird der „Internationalen Liga für die Rechte und Freiheit der Völker“ in ihrem Schreiben „A people in continued exodus“ auf 350.000 Opfer beziffert. Merrill D. Peterson und George K. Valavanis bestätigen diese Zahl. Constantine Hatzidimitriou geht von einer deutlich höheren Opferzahl aus, die allerdings keine Unterscheidung in ionische und pontische Griechen vornimmt.

 

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