Armenier eröffneten die ersten europäischen Kaffeehäuser

Ja, es stimmt dass in Armenien kein Kaffee wächst. Das tat er niemals und wird es vermutlich auch niemals tun. Die Ursprünge des Getränks, das heute eines der meist gehandelten Wirtschaftgüter der Welt ist, muss man in der äthiopischen Region Kaffa suchen. Der Legende nach war ein Ziegenhirte überrascht von der gesteigerten Energie seiner Tiere, nachdem diese die Bohnen der Kaffeepflanze verspeist hatten. Es stellte sich heraus, dass diese Bohnen geröstet und gemahlen, aufgebrüht und getrunken, den gleichen Effekt auf Menschen haben.

Bild: http://100years100facts.com/facts/first-european-coffee-shops-established-armenians/

 

Von Äthiopien aus, durch die arabische Welt und die osmanisch beherrschten Länder, kamen diese Bohnen und die Händler, die auf den Handelsrouten der Region verkehrten, u.a. Armenier, zusammen.

Die ersten Kaffeehäuser in Wien und Paris wurden von Armeniern eröffnet. Johannes Diodato (oder Hovhannes Astvatsatour, wortwörtlich übersetzt lautet sein Nachname , hier auf italienisch und armenisch genannt, „Der Gottgegebene“, ein sehr passender Name für einen der Pioniere des Kaffehandels, wie viele meinen) war dabei die wichtigste Persönlichkeit im Habsburger Reich im späten 17. Jahrhundert, während ein gewisser Pascal 1672 in Paris das erste Kaffeehaus eröffnete. Sein Nachfolger im selben Jahr war Maliban, ebenfalls ein Armenier. Armenische Mode wurde zur damaligen Zeit dazu benutzt die Gebäude, die als Kaffeehäuser dienten, zu schmücken. Es gibt sogar ein Beispiel in Form eines französischen Schauspiels von 1696, worin sich ein Kaffeehändler selbst einen „eingebürgerten Armenier“ nennt.

Es gibt Hinweise darauf, dass frühe Cafés in London und Prag auch von Armeniern eröffnet wurden. Die gesellschaftliche und politische Rolle, die solche Kaffeehäuser in den nachfolgenden Jahrhunderten spielten, lassen sich noch heute in den Hauptstädten Europas wiederfinden. Sie eroberten den ganzen Kontinent und verbreiteten sich bald schon global.

Ein Wort noch zum Wort: „Kaffee“ und seine Varianten wie „Coffee“, „café“, „qahwa“, „kahve“, „kafa“ oder „kofe“ beschreiben das Getränk in nahezu allen Sprachen ähnlich. Es gibt allerdings zwei Ausnahmen, die sich deutlich abheben. Eines davon ist die Sprache des Geburtslandes des Getränks. Auf Amhari, einer Sprache in Äthiopien, nennt man es „buna“. Das ist ebenso das arabische Wort für Kaffeebohne. Die zweite Sprache ist armenisch. Auf armenische bedeutet Kaffee „sorsch“ oder „sorch“ (abhängig davon, ob man die ost- oder westarmenische Aussprache zu Grunde legt). Die Ursprünge dieses spätestens 1787 in die armenische Sprache integrierten Wortes sind unklar. Es könnte sich um eine Komposition aus „sev chur“ bzw. „sev tschur“ handeln, was wortwörtlich „schwarzes Wasser bedeutet. Eine andere Theorie zum Wortursprung ist die Orientierung am Geräusch beim Aufbrühen oder Schlürfen eines Heißgetränks.

 

Englischer Text und Quellenverweise:

http://100years100facts.com/facts/first-european-coffee-shops-established-armenians/

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