Menschenrechtler, Armenier und Griechen protestieren in Kanada gegen Genozidleugner

So hatte sich der Dachverband der türkischen Verbände Kanadas (Federation of Canadian Turkish Associations) seine Völkermordsleugnungsveranstaltung an der Universität von Toronto nicht vorgestellt. 3/4 der BesucherInnen waren armenisch- und griechischstämmige StudentInnen sowie kanadische MenschenrechtlerInnen. Um gemeinsam friedlich zu protestieren und ein Zeichen gegen Xenohobie und Rassismus zu setzen drehten sie den Rednern den Rücken zu. Bild: Facebookseite der Armenian Youth Federation of Canada (AYF Canada)

Am 27. Februar veranstaltete die armenische Jugendorganisation Kanada (Armenian Youth Federation of Canada, kurz AYF) eine stille Protestaktion bei einer Völkermordsleugnungsveranstaltung des Dachverbandes der türkischen Verbände Kanadas (Federation of Canadian Turkish Associations) auf dem St. George Campus der Universität von Toronto (University of Toronto, kurz: UT).

Eine Unterschriftenkampagne mit mehr als 2.000 Unterzeichnern, darunter eine Vielzahl von Wissenschaftlern, Akademikern und Menschrechtsverbänden, wie der „Hillel of Greater Toronto“,  dem Verbund der griechischen Studenten der Universität von Toronto-Scarborough („Greek Students Association of the University of Toronto-Scarborough“) sowie der griechischen Studentenvertretung der Ryerson University, wurde beim Antirassismusbüro der Universität eingereicht, konnte die Veranstaltung im Vorfeld jedoch nicht verhindern.

Die Veranstaltung umfasste Vorträge der Völkermordsleugner Justin Mc Carthy und Bruce Fein. Justin McCarthy lehrt ebenso wie Çoşkun San, der dort die These verbreitet, die Repressionspolitik gegenüber der kurdischen Bevölkerung der Türkei sei eine „verschwörerische Erfindung des Westens“, u.a. an der Universität von Ankara.

Während Feins Rede erhoben sich 70 armenische StudentInnen und drehten dem US-Anwalt den Rücken zu. Fein steht in Diensten der türkischen Koalition in den USA (Turkish Coalition of America, kurz: TCA). Seit nunmehr zwei Jahrzehnten verklagt er für sie regelmäßig armenischstämmige US-BürgerInnen aus den unterschiedlichsten Gründen.  Viele weitere Zuhörer applaudierten den armenischstämmigen StudentInnen.

Protestaktion armenischstämmigerer Studenten an der Universität von Toronto (Kanada) während des Vortrags des, im Dienst türkischer Lobbyverbände stehenden, antiarmenischen Anwalts Bruce Fein. Die Protestler zeigen Transparente, auf denen zu lesen ist: 1.) „Leugnung fördert den Völkermordszyklus“, 2.) „Hört auf zu leugnen“, 3.) „Wir sind Nachkommen von Genozidüberlebenden“ Bild: Facebookseite der Armenian Youth Federation of Canada (AYF Canada)

Studentensprecher Daron Keskinian forderte die Leitung der Universität von Toronto dazu auf, sich von der Leugnungsveranstaltung zu distanzieren.

Währenddessen beschloss South Dakota, 43. Bundesstaat von Kanadas südlichem Nachbarn, den USA, eine offizielle Anerkennung des Völkermords an den Minderheiten des Osmanischen Reichs. (http://armenianweekly.com/2015/02/26/south-dakota/). Das zweitgrößte Holocaustmuseum der Vereinigten Staaten in Illinois hielt vor knapp einer Woche ein, von 400 Hörern besuchtes, Symposium anlässlich der hundertsten Jährung dieses Genozids mit Peter Balakian, Donald M., Professor Constance H. Rebar und Ömer Ismail, Augenzeuge des Völkermordes im Darfour ab. (http://armenianweekly.com/2015/02/27/illinois-symposium-centennial/)

 

 

Quellen

http://www.ayfcanada.org/press-releases/protest-held-against-genocide-denial-at-the-university-of-toronto/

http://armenianweekly.com/2015/02/27/activists-turn-their-backs/

Videolink zur Protestaktion: https://www.facebook.com/video.php?v=850011201732718&set=vr.850011201732718&type=2&theater

 

Zum Weiterlesen; Artikel über klassische Leugner und deren Kernthesen

von Wolfgang Gust:

http://www.wolfgang-gust.net/armenocide/gusthome.nsf/d3cb8075f11223b4c12572ef004f2e81/60f06fd30c54f9fac12573d7005c7827!OpenDocument

von Hans-Lukas Kieser :

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2006-44/artikel-2006-44-kern-der-sache.html

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