Völkermord: Gedenkdemonstrationen und Gegendemonstration in Berlin

Am Samstag, den 25.April fanden in der Bundeshauptstadt zahlreiche Demonstrationen statt.

Zwei davon galten dem Völkermord an den Armeniern, Aramäern / Assyrern / Chaldäern, pontischen und ionischen Griechen sowie Kurden jesischen Glaubens vor 100 Jahren im Osmanischen Reich.

 

Bunte Gedenkdemonstration vor dem Bundeskanzleramt

Mehrere tausend Menschen, der Jugendverband der Aramäer gibt die Zahl mit 6.000 an, demonstrierten friedlich vor dem Kanzleramt für eine Anerkennung des Völkermordes gemäß des internationalen historischen Konsens.

U.a. der Zentralrat der Armenier, der Bundesverband der Aramäer sowie mehre Menschenrechtsverbände hatten zu der Gedenkdemonstration aufgerufen, die auch von der Kurdischen Gemeinde Deutschlands, dem Verband Kurdischer Studierender sowie Alevitischen Verbänden unterstützt wurde.

Ebenso bunt, friedlich und vielfältig war das Bild, was die Demonstranten abgaben. Armenische, aramäische, assyrische und griechische Flaggen wehten nebeneinander, ebenso wie zypriotische, kurdische, jesidische, syrische, russische, kroatische und berliner Fahnen. Ein Mann folgte der Gedenkdemo gänzlich in die Flagge Uruguays, dem ersten Land der Welt, das den Völkermord bereits in den 1950ern anerkannte.

Bilder von der Gedenkdemonstration für die Opfer des Völkermords des Osmanischen Reichs an seinen Minderheiten am 25.April in Berlin
Bilder von der Gedenkdemonstration für die Opfer des Völkermords des Osmanischen Reichs an seinen Minderheiten am 25.April in Berlin

 

Rotes Meer mit Halbmonden in der Nähe der Siegessäule

Weniger bunt, dafür aber ebenfalls friedlich und mit mehr, allerdings ausschließlich türkischen, osmanischen Kriegsfahnen und aserbaidschanischen, Flaggen pro Kopf ging es auf der Gegendemonstration in der Nähe der Siegessäule zu. Zu ihr hatten, unmittelbar durch die Regierungen in Ankara und Baku dazu aufgefordert, u.a. die DITIB Berlin, die Türkische Gemeinde Berlin, das Talat Pasa Komitee, das Koordinationszentrum der Aserbaidschaner in Deutschland e.V. und die UETD aufgerufen hatten. Nur ein Bruchteil der angekündigten Teilnehmerzahl von 10.000, mit der man im Vorfeld die Teilnehmer der Gedenkdemonstration versuchte zu verunsichern, erschien tatsächlich.

Die Gegendemonstration, die sich gegen "Völkermordsvorwürfe" wehrt. Ein Meer aus türkischen Flaggen, unter die sich einige aserbaidschanische mischen. Ganz vorne und auf dem T-Shirt des Demonstranten ist die osmanische Flagge mit den drei Halbmonden, das Symbol türkischer Rechtsradikaler, zu sehen.
Die Gegendemonstration, die sich gegen „Völkermordsvorwürfe“ wehrt. Ein Meer aus türkischen Flaggen, unter die sich einige aserbaidschanische mischen. Ganz vorne und auf dem T-Shirt des Demonstranten ist die osmanische Kriegsflagge mit den drei Halbmonden, das Symbol türkischer Rechtsradikaler, zu sehen. Die Speerspitze der Demonstration bildeten bekennende Anhänger des rechtsradikalen Motorradclubs „Turkos MC“: https://www.facebook.com/turkos.org/photos/a.636507059724712.1073741826.280101765365245/878356602206422/?type=1&hc_location=ufi

 

Beide Demonstrationen verliefen ohne Zwischenfälle. Wo wirklich Vielfalt und Pluralität gelebt wurde, und wo ein monotoner, unzeitgemäßer Nationalismus vorherrschte, war für jeden Beobachter klar ersichtlich.

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4 Kommentare zu „Völkermord: Gedenkdemonstrationen und Gegendemonstration in Berlin

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