Der Gliedminister: Erdoğan-Berater Burhan Kuzu fordert Begutachtung der Geschlechtsteile von gefallenen männlichen PKK-Kämpfern

Der Gliedminister
Burhan Kuzu twitterte am Nachmittag des gestrigen Montags: „VERRECKTE Terroristen müssen unbedingt obduziert werden. Man wird dann erkennen, dass eine entscheidende Mehrheit nicht BESCHNITTEN ist. Wach auf mein kurdischer Bruder! Was ist los, wach endlich auf!“ Auf den ersten Blick nur ein unfreiwillig komischer Fehlgriff, auf den zweiten ein wohldurchdachter taktischer Schachzug; eine Verschwörungstheorie, die unterstellt Christen würden die Mehrheit der PKK-Kämpfer stellen, und so neuen Hass gegen sie schürt. Vielleicht sollte man Kuzu daran erinnern, das in Cizre, wo die türkische Armee am Wochenende mehrere kurdische ZivilistInnen erschoss, (https://kurmenistan.wordpress.com/2015/09/06/kurden-befuerchten-massaker-in-cizre/) die Bevölkerungsmehrheit muslimisch, also lt. des Tweets eigentlich Kuzus „Brüder“, ist.

 

Burhan Kuzu, AKP-Mitglied und Chefberater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, sorgte am Montag den 07.09.2015 durch eine Reihe von Tweets für Aufsehen. Besonders seine Forderung den Zustand der Geschlechtsteile gefallener männlicher PKK-Kämpfer post mortem begutachten zu lassen, erregte dabei die Gemüter.

Doch was beim ersten Lesen durchaus witzig erscheint, war vollkommen ernst gemeint und offenbart bei genauerem Hinsehen aufs Neue die krude Weltanschauung und Stigmatisierung von Minderheiten seitens der türkischen Regierung.

 

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland e.V., kommentierte die Worte Kuzus auf seiner Facebookseite wie folgt:

„Der CHEFBERATER des Erdogan und ehemaliger Präsident der VERFASSUNGSKOMMISSION meinte folgendes IN AUSÜBUNG SEINES AMTES – twittern zu müssen:
„VERRECKTE Terroristen müssen unbedingt obduziert werden. Man wird dann erkennen, dass eine entscheidende Mehrheit nicht BESCHNITTEN ist.“

Ob dieser Mann nun als Glied-Minister in die Analen der Geschichte eingehen wird sei dahingestellt. Die Hetze übertrifft wieder einmal türkische Rekorde. Sie erklärt damit tote Kurden zu Christen und fügt Feindbilder nun auch post mortem, pietätslos zusammen.
Hier rede ich bewusst von Kurden, und nicht von PKK-Terroristen, weil der Einteilung dieses Mannes nicht zu trauen ist. Der Staat verwendet beide Begriffe bewusst synonym, um jede Tötung zu rechtfertigen.
Schließlich ist die Linie dieser Feindbildzusammenführung nicht neu. Seit jeher werden der PKK Armenier zugeschrieben, um die Hetze effektiver zu gestalten.

Cumhurbaşkanı Başdanışmanı ve Meclis Anayasa Komisyonu eski Başkanı Burhan Kuzu, Twitter hesabından Dağlıca’da PKK saldırısıyla ilgili, “Gebertilen teröristlerin muayenesi mutlaka yapılmalıdır, Görülecektir ki, önemli bir bölümü sünnetsiz” ifadesini kullandı.“

 

Was auf den ersten Blick nur wie ein unfreiwillig komischer Fehlgriff erscheint, ist auf den Zweiten ein wohldurchdachter taktischer Schachzug. Kuzu befeuert eine Verschwörungstheorie, die unterstellt Christen würden die Mehrheit der PKK-Kämpfer stellen, und schürt so neuen Hass gegen sie. Vielleicht sollte man Kuzu daran erinnern, dass in Cizre, wo die türkische Armee am Wochenende mehrere kurdische ZivilistInnen erschoss, (siehe: Kurden befürchten Massaker in Cizre) die Bevölkerungsmehrheit sowie die Opfer muslimisch sind. So geht man nicht mit seinen „Brüdern“ um, Herr Kuzu!

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