Jesidische Frauen werden vom Islamischen Staat als Sexsklavinnen missbraucht! Hört auf zu schweigen!

 

Eine der abscheulichsten Taten auf der endlos langen Liste von Kriegsverbrechen des Islamischen Staates ist die systematische Vergewaltigung tausender junger Mädchen und Frauen, die von den Milizen als Sexsklavinnen verkauft werden.

Die meisten Opfer gehören der religiösen Minderheit der Jesiden an, die vom IS als „Ungläubige“ angesehen werden. Sie wurden gefangen genommen, als der IS letztes Jahr den Nordirak überfiel, um die jesidischen Gemeinschaften auszulöschen.

Unter den Sexsklavinnen befinden sich ebenfalls viele Christinnen. Eine unter ihnen war die US-Amerikanerin Kayla Mueller. Sie wurde im August 2013 in Syrien gefangen genommen und in einem Raum angekettet, wo sie der Anführer des Islamischen Staats, Abu Bakr al-Baghdadi, monatelang vergewaltigte, bevor er im Februar 2015 mutmaßlich durch einen jordanischen Luftschlag getötet wurde.

Was mich erstaunt, ist der weltweite Mangel an Entrüstung angesichts des Kaufs und Verkaufs der Sexsklavinnen, von der Empörung über den Fall Kayla Mueller ganz zu schweigen. Amerikanische Frauen organisierten einst Großkundgebungen, um gegen die Unterdrückung der Frau durch die Taliban zu protestieren. Nun aber schweigen sie, da die Grausamkeiten des Islamischen Staats die Verbrechen der Taliban beinahe schon harmlos aussehen lassen. Wie kann das sein?

Das rührt nicht daher, dass der Sklavenhandel des Islamischen Staats nicht als abscheulich oder herzzerreißend empfunden würde. Rukmini Callimachi von der New York Times dokumentierte kürzlich, dass der Islamische Staat eine regelrechte Renaissance des institutionellen Sklavenhandels eingeläutet hat, mit bürokratisch organisierten Kaufhäusern und Ausstellungsräumen, in denen jesidische Mädchen als lebendige Ware versteigert werden.

Der Islamische Staat hat für seine Mitglieder eine Reihe von Koranpassagen zusammengestellt, die Sklaverei und sexuelle Übergriffe auf „Ungläubige“ genehmigen. Callimachi interviewte dazu ein 12 Jahre altes Mädchen, dem die Flucht gelang. Sie berichtete, das ihr Vergewaltiger betete bevor und nachdem er sie schändete. Im Klartext gesprochen, muss die Konsequenz für muslimische Gelehrte und Geistliche auf der ganzen Welt sein, diese Passagen als nicht mehr gültig zu erklären und Sklaverei zu verurteilen.

„Warum kommt es in der breiten Öffentlichkeit zu keinem Aufschrei der Entrüstung?“, habe ich Samer Muscati, Forschungsgruppenleiter für Frauenrechte bei Human Rights Watch gefragt. Er interviewte vor Kurzem 20 junge jesidische Frauen im Irak, die der Sexsklaverei des Islamischen Staats entkommen konnten. Er gab an, dass es sich dabei mit um die schlimmsten Fälle handle, die er jemals in seiner langjährigen Laufbahn als Beobachter von Kriegsverbrechen im Irak dokumentieren musste.

„Die Menschen fühlen sich von diesen Grausamkeiten betäubt“, sagte er mit betrübter Stimme. „Es gibt da so eine Art Kriegsmüdigkeit angesichts der grausamen Schicksale und finsteren Aussichten in Syrien und dem Irak“. Er fügte außerdem hinzu, dass die meisten Menschen sehr wenig über die Minderheit der Jesiden wüssten, „auch daher bleibt der Aufschrei, den man eigentlich erwarten müsste, aus.“

Die Politik des US-Präsidenten Barack Obama zur Bekämpfung des Islamischen Staats ist derart unbeholfen und widersprüchlich, dass sie dem so genannten Kalifat sogar behilflich bei dessen Geländegewinnen war. Das Weiße Haus scheint die langfristige Bedrohung, die vom IS für die Sicherheit der USA ausgeht, nicht zu erkennen. Auch in den USA gelingt es dem Islamischen Staat, immer mehr unzufriedenen Jugendlichen mit seiner fanatischen Ideologie zu infizieren.

Der Kampf gegen sexuelle Sklaverei muss eine größere Dimension annehmen. Dies wird letzten Endes eine ernsthafte US-Politik gegenüber jenen Syrern und Irakern erfordern, die die Dschihadisten zurückzuschlagen versuchen. Washington muss den Kurden im Irak, Syrien und der Türkei alle militärische Hilfe zur Verfügung stellen, die sie benötigen. Sie haben sich als effektivste KämpferInnen gegen den Islamischen Staat erwiesen. Sie waren es auch, die ihre unmenschlichen Feinde aus dem jesidischen Kernland zurückdrängen konnten. Jede Bemühung der USA die Türkei zu umwerben, darf daher nur erfolgen, wenn die Kurden dabei nicht hintergangen werden.

Jesidische Kinder in den Armen von Kämpfern der kurdischen YPG, die im August 2014 tausende Jesiden im nordirakischen Shingal / Sindschar vor Massakern und Verschleppung durch den IS / ISIS / Islamischen Staat retten konnte; Bild: http://kurdishdailynews.org/wp-content/uploads/2014/12/YPG-sinjar2.jpg

In der Zwischenzeit sollten engagierte Amerikaner Druck auf die Regierung ausüben, um jesidischen Mädchen, die dem Islamischen Staat entfliehen konnten und nun als Flüchtlinge in Südkurdistan (Nordirak) leben, gezielt Hilfe zukommen zu lassen. Die dortige Autonomieregierung ist überfordert und kann jede Hilfe gebrauchen.

Die Versklavung jesidischer Frauen symbolisiert eine Bewegung die jedwedes Merkmal einer Zivilisation ablehnt. Sie muss bekämpft werden. Alle, die die Verherrlichung von Vergewaltigungen durch den Islamischen Staat ablehnen, müssen aktiv werden!

 

Anmerkungen und Tipps

Der auf die US-Amerikanische Gesellschaft und Politik gemünzte Text von Trudy Rubin ließe sich 1:1 auf die deutsche Gesellschaft und Politik übertragen. Auch hier wissen die meisten Menschen wenig bis gar nichts über die Religionsgemeinschaft der Jesiden und die Diskriminierung und Verfolgung, der sie ausgesetzt sind. Ebenso wie die USA nimmt die deutsche Politik wenig bis gar keine Rücksicht auf das Schicksal und die Rechte der Kurden sowie ihrer Schlüsselrolle im Kampf gegen den IS.

Was könnt ihr konkret tun, um zu helfen?

  •  Auf die folgende Petition klicken und sie unterschreiben: Petition von Ronai Chaker für die Erteilung einer Einreiseerlaubnis und Unterstützung für traumatisierte Yezidinnen und Christinnen aus der IS-Versklavung
  • Die Hatune Foundation der assyrisch-aramäischen Ordensschwester Hatune Doğan engagiert sich unterstützt von „action medeor – Das Medikamentenhilfswerk“, dem „Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland – Julius Hanna Aydin“, „Ezidischer Kefnas e,V, – Bielefeld“ und dem „Zentralrat der Yeziden – in Oldenburg“, um Hilfe für die Betroffenen zu organisieren. Nähere Informationen zur Hatune Foundation erhaltet ihr hier: http://deutsch.hatunefoundation.com/start/
  • Spenden könnt ihr folgendermaßen: Überweisung mit dem Verwendungszweck ,,Mädchen“ oder ,,Eziden“ an folgende KontodatenName des Bankkontos:
    Helfende Hände für die Armen
    Sparkasse Paderborn
    IBAN: DE62476501300011121142
    BIC: WELADE3LXXX
    Verwendungszweck: Mädchen
    Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne unter Folgenden Kontaktdaten zur Verfügung:
    Hatune Dogan
    E-mail: hatune@hatunefoundation.com
    Bassel Khalil
    E-mail: Baschoilyas@outlook.de

 

Informationen zu den Jesiden

Informationen zur Situation, Religion und Geschichte der Jesiden (Yesiden, Eziden, Yezidin) findet ihr hier:

 

 

Zu Trudy Rubin, der Autorin des einleitenden Texts in englischer Originalsprache

Der Text von Trudy Rubin erschien in diversen US-Gazetten und kann in englischer Originalfassung u.a. hier nachgelesen werden:

Trudy Rubin:Worldview: A shocking silence on ISIS’s sex slavery

Trudy Rubin ist Kolumnistin beim Philadelphia Inquirer. Weitere Informationen über sie erhaltet ihr hier:

Homepage des Philadelphia Inquirer: Trudy Rubin

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2 Kommentare zu „Jesidische Frauen werden vom Islamischen Staat als Sexsklavinnen missbraucht! Hört auf zu schweigen!

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