Umfrage: Gehören wir überhaupt (noch) zu Deutschland?

In Deutschland leben ca. 1,2 Millionen orthodoxe Christen (darunter ca. 120.000 Armenier, 100.000 Aramäer / Assyrer und 300.000 Griechen), 1 Million Kurden (knapp die Hälfte von ihnen sind Aleviten, gut 40% Sunniten und gut 100.000 Jesiden / Yeziden / Êziden) und 120.000 Juden. Dennoch spielen sie und ihre Belange seit Langem kaum noch eine Rolle in der Integrations- und Migrationspolitik und erst recht nicht in der Außenpolitik der Bundesrepublik. 

 

 

Deutschland

 

Ronai Chakers letzter Eintrag auf ihrer Facebookseite hat uns zu dieser Umfrage bewegt.

Sie schreibt: „Ich gehöre nicht zu Deutschland!

Das tut kein Kurde, kein Yezide, kein Aramäer, kein Armenier, kein Alevite, solange Frau Merkel einem Erdogan keine Grenzen setzt und mit ihm zusammenarbeiten will. Solange man die Leugnung des Armeniergenozides nicht unter Strafe stellt. Solange man Graue Wölfe nicht genauso behandelt wie deutsche Faschisten. Solange man nichts gegen Islamisten tut. Wir haben zahlreiche Tote zu betrauern und unsere Bundeskanzlerin hat nicht einmal die Entführten christlichen und yezidischen Mädchen erwähnt. Nicht einmal Erdogan für seine offenen Grenzen kritisiert. Offene Grenzen, die den IS haben erstarken lassen. Das Gleiche gilt für Juden und die tolerierten AL Quds Demonstrationen gegen sie. Keiner von uns gehört zu diesem Land. Wir sind die geleugneten und geächteten.“ (siehe: https://www.facebook.com/vero.chaker.1/posts/1682355345333064?pnref=story)

 

Wir sagen zum selben Thema

Stimme 1. Admin:

„Mein Urgroßvater ist vor ziemlich genau 100 Jahren vor dem Völkermord aus Nordostanatolien zu Verwandten nach Lublin im heutigen Polen geflohen. Einige Jahrzehnte später hat die Liebe zu einer in Düsseldorf lebenden Französin meinen Großvater nach Deutschland verschlagen. Ich wünsche mir angesichts der deutschen Politik seit geraumer Zeit, er hätte Lublin nie verlassen.“

Stimme 2. Admin:

„Es beschämend, wie skrupellos sich die deutsche Politik verhält. Kurden werden kriminalisiert, Waffen werden an Saudis und Kataris geliefert, um schiitische Huthis im Jemen platt zu machen, und an den IS weiter zu leiten. Vor der Türkei werden Kniefälle hingelegt und alle Verletzungen der Minderheitenrechte, wie die Massenmorde an Kurden bei der Belagerung von Cizre oder dass sie mehr Journalisten in Haft hat als Iran und China und so Weltspitze ist, werden einfach ignoriert! Nein schlimmer toleriert und gefördert!

Während Taskforces zur Bekämpfung deutscher Hasskommentare im Internet eingerichet werden sollen, dürfen Islamisten und türkische Rechtsradikale Aleviten weiter täglich unbehelligt als „Inzestsekte“, Jesiden als „Teufelsanbeter“ und orientalische Christen als „Untermenschen“ verunglimpfen. Wie kann es sein, dass sie unbehelligt weiter hetzen dürfen, während Leute wie Pirincci sofort öffentlich an den Pranger gestellt werden? Warum geht man mit denen nicht genauso um? Das ist auch nicht mein Deutschland! Ich will gar nicht mehr zu so einem Land gehören!“

Stimme 3. Admin:

„Den Unmut verstehe ich. Bloß bringt es nichts sich jetzt in Selbstmitleid zu ertränken. Wir müssen versuchen etwas zu tun. Sammelt Adressen von Journalisten, schreibt den Bundestags- und Landtagsabgeordneten! Die Emailadressen sind alle öffentlich zugänglich und jeder, der mit Google umgehen kann, kann sie recherchieren. Hier sind z.B. alle Emailadresse der Bundestagsabgeordneten aufgelistet: http://www.flegel-g.de/2014-Mailadressen-nach-Buchstaben-Bt-18-Wahlperiode.html. Solche Listen gibt es auch für die Landtage. Googelt einfach:“email adressen landtagsabgeordnete“ + euer Bundesland. Schreibt einen Text mit dem, was euch bewegt, setzt alle Adresse auf einmal in Bcc und schickt ihn ab.“

Stimme 4. Admin:

„Es ist zum Verzweifeln, aber ihr übertreibt. Wir sind trotz allem Teil dieses Landes und müssen uns einfach mehr Gehör verschaffen, auch wenn die aktuelle politische Elite uns das vorenthalten will. Wir müssen professionellere Öffentlichkeitsarbeit machen und eigene Taskforces bilden. D.h. Hasskommentare gegen unsere Religionen und Völker rigoros und massenhaft zur Anzeige bringen.

Hier können wir das z.B.: http://www.anwaltsmahnung.de/

Wir müssen Politik, Justiz und Medien solange regelrecht nerven, bis sie mehr über uns und unsere Belange berichten. Das macht die Gegenseite ganz einfach besser und viel geschickter. Den Kopf in den Sand stecken nützt nichts.“

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Ein Kommentar zu „Umfrage: Gehören wir überhaupt (noch) zu Deutschland?

  1. Ich gehöre zur Volksgruppe der Sudetendeutschen. Wir mussten 1945 aus der tschechischen Republik fliehen. Die Flucht hatte genozidähnliche Züge. Die Traumas der Eltern mussten wir Kinder aushalten. Ich dachte immer ich sei Deutscher aber Teile meiner Volksgruppe versuchen jetzt wieder nach in die tschechische Republik zurückzugehen. Wir haben hier zum Teil auch nur Stigmatisierung erlebt.Die verschiedenen Genozidverbrechen die von Deutschland ausgeübt wurden sind nie wirklich aufgearbeitet worden. Die Frage ist wirklich welche Gruppe Deutschland eigentlich hier haben will, oder spielt das keine Rolle mehr? Ich hätte zuerst die verfolgten Minderheiten aus dem Irak aufgenommen, da diese kaum eine Rückkehrmöglichkeit mehr haben. Die Armenier die aus der Türkei flüchten mussten sind ja auch teilweise in den Irak geflohen und sitzen jetzt dort fest. Genauso die Jesiden die jetzt wieder dem Genozid ausgesetzt waren, sitzen hungernd in Flüchtlingszelten im Nordirak fest. Emotional für mich manchmal nicht auszuhalten. Was ist das für eine Politik?

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