Italienische Rechtsexpertin widerlegt Amnestys Negativbericht über Kurden in Syrien

Nachdem die kurdischen Volksverteidigungseinheiten sowie ihre arabischen und christlichen Verbündeten die Vorwürfe von Amnesty International als Desinformation zurückgewiesen haben, kommt nun auch deutliche Kritik von der Menschenrechtsexpertin Martina Bianchi.

Macer Gifford kämpfte als Freiwilliger ein halbes Jahr lang in den Reihen der kurdischen YPG / YPJ. Bild: http://kurdishquestion.com/

Bianchi ist Doktorantin auf dem Gebiet Internationales Recht und EU-Rechtsprechung am Institut für Rechtswissenschaften an der Universität von Pisa.

Auf 32 Seiten kritisiert sie die verwirrende sprachliche Darstellung sowie mit internationalem Recht unvereinbare Aussagen Anmestys.

Ihr vollständiges Gutachten kann in italienischer Sprache hier nachgelesen werden: http://www.uikionlus.com/wp-content/uploads/Commento-al-Rapporto.pdf

Gegenüber dem Radiosender „Radio Onda d’Urto“ sagte sie dazu wortwörtlich: „Der Bericht enthält eine Vielzahl von sprachlichen Ungenauigkeiten, die es schwer machen ihn überhaupt im Detail zu verstehen. Allein schon das hat mich misstrauisch gemacht. Die Aussagen, auf denen der Bericht von Anmesty International gänzlich beruht, erscheinen kaum verlässlich. Angesichts der Tatsache des Mangels an fundierten Beweisen und Begründungen, die maßgeblich für seine Nachvollziehbarkeit sind, erscheint der Bericht zweifelhaft.

Das Interview in italienischer Sprache kann in voller Länge hier angehört werden: http://www.radiondadurto.org/wp-content/uploads/2015/10/martina-bianchi-rapporto-amnesty-contro-ypg1.mp3

Auch von Macer Gifford kommen ähnliche Töne. Er wandte sich in einem offenen Brief an Salil Shetty, Generalsekretär bei Amnesty International.

Nicht nur, dass der Bericht in Teilen schlichtweg komplette Unwahrheiten enthält, diente er außerdem als gefundenes Fressen für türkische Nationalisten und islamische Fundamentalisten, die die hart erkämpfte und erarbeitete Demokratie und Gleichheit in Rojava zerstören wollen. Anstatt sich auf Aussagen Dritter zu verlassen, warum kommen Sie nicht selbst an die Front nach Rojava, um sich ein Bild zu machen? Die PYD hat die internationale Gemeinschaft öffentlich zur Unterstützung beim Aufbau demokratischer Strukturen gebeten. Die Kurden waren immer offen und transparent zu allen internationalen Organisationen, wofür sie oft gelobt wurden. Ich möchte, dass sie ihren Bericht überprüfen und ihn zurückziehen. Als Teil Ihrer Arbeit ist es Ihre Pflicht sich nun selbst nach Rojava zu begeben und sich von der erstklassigen Arbeit der Menschen dort zu überzeugen. Ebenso wie es bei mir der Fall ist, werden sie auch Sie inspirieren„, so Gifford.

Sein offener Brief an Amnesty International kann in voller Länge hier in 1.) englischer Sprache und 2.) italienischer Sprache nachgelesen werden:

1.) http://kurdishquestion.com/index.php/kurdistan/west-kurdistan/open-letter-to-amnesty-from-uk-ypg-volunteer/1173-open-letter-to-amnesty-from-uk-ypg-volunteer.html

2.) http://www.retekurdistan.it/2015/10/lettera-aperta-ad-amnesty-international-da-un-volontario-delle-ypg-del-regno-unito/

 

Gifford ist Brite und kämpfte ein halbes Jahr in den Reihen der syrischen Kurden und ihrer Verbündeten gegen den IS.

Gerade in Großbritannien stehen die Arbeit von Anmesty International und die lokalen Partnerschaften der Organisation zur Zeit unter besonderer Beobachtung. Grund dafür ist, dass bekannt wurde, dass mit Yasmin Hussein ein leitendes Mitglied enge Beziehungen zu arabischen Islamisten und der internationalen Muslimbruderschaft unterhält.

Den Verfassern des, zur Diskussion stehenden, AI-Berichts konnten entsprechende Verbindungen bislang nicht nachgewiesen werden. Beziehungen von Mitgliedern Anmesty Internationals zu solchen Netzwerken könnten bei der Bewertung des Negativberichts zu Syriens Kurden aber durchaus von Bedeutung sein. Die Verbindung und Kooperation von arabischen Islamisten und Mitgliedern der türkischen Regierungspartei AKP über die internationale Muslimbruderschaft ist kein Geheimnis. So wurde beispielsweise im Februar 2015 bekannt, dass die türkische Regierung den ehemaligen Machthabern Ägyptens 1 Million Dollar zahlte, um Belege für den Völkermord an den Armeniern, Aramäern / Assyrern, Pontosgriechen und êzidischen Kurden zu vernichten.

 

 

Quellen

1.) Rechtesexpertin Martina Bianchi zweifelt am Negativbericht von Anmesty International bzgl. Syriens Kurden:

http://www.radiondadurto.org/2015/10/23/kurdistan-uiki-onlus-risponde-al-rapporto-di-amnesty-international/

2.) Kurdische Volksverteidigungseinheiten und arabische Stämme weisen „Amnesty“-Desinformation zurück:

https://www.rf-news.de/2015/kw42/kurdische-volksverteidigungseinheiten-und-arabische-staemme-weisen-amnesty-desinformation-zurueck

3.) Amnesty director’s links to global network of Islamists:
http://www.thetimes.co.uk/tto/news/uk/article4529234.ece

4.) Türkei zahlte 1 Million Dollar um Beweise zur Vernichtung der Armenier zu verbrennen:

https://haypressnews.wordpress.com/2015/02/24/turkei-zahlte-1-millionen-dollar-an-muslimbruder-um-beweise-zum-armeniergenozid-zu-vernichten/

5.) Die Zerstörung einer Demokratie als Ziel türkischer Politik: Armenier brechen eine Lanze für die Kurden Rojavas

https://kurmenistan.wordpress.com/2015/09/05/die-zerstoerung-einer-demokratie-als-ziel-tuerkischer-politik-armenier-brechen-eine-lanze-fuer-die-kurden-rojavas/

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