Kurdische Autonomieregion heißt Juden offiziell willkommen

Während die von Seiten der türkischen Religionsbehörde Diyanet und ihrem deutschen Ableger DITIB verstärkt diskriminierende Aussagen gegenüber Armeniern, Aleviten, Yeziden und Juden zu vernehmen sind (siehe u.a.: 1.) https://bgakasselblog.wordpress.com/2015/11/22/ditib-melsungen-die-lehre-ueber-den-juden/ , 2.) https://www.facebook.com/TobiasHuchSeite/posts/10153683740921142?pnref=story , 3.) https://web.archive.org/web/20151123175540/http://www.ditib-melsungen.de/Kurani-Kerim/Kuran-Fihristi/yahudiler/01.htm und 4.) http://www.welt.de/politik/deutschland/article149205946/Ditib-Gemeinde-stellt-antisemitische-Hetze-ins-Netz.html), geht man in der kurdischen Autonomieregion im Nordirak einen anderen Weg und setzt auf Vielfalt.

 

Viele irakische Kurden, die in den letzten 60 Jahren aus ihrem Heimatland vertrieben wurden, träumen immer noch davon zurückzukehren. Zumindest, was die kurdische Autonomieregion im Nordirak angeht, könnte ihr Traum nun in Erfüllung gehen. Im Oktober eröffnete das Religionsministerium offziell eine jüdische Abteilung. Damit steigt die Zahl der anerkannten Religionen in Südkurdistan (kurdische Autonomieregion im Nordirak) auf sieben. In der kurdischen Autonomieregion sind Muslime, Christen, Jesiden, Ahl-e Haqq, Aleviten, Kakai und nun auch Juden offiziell anerkannt und gleichberechtigt.

Kurdische Juden in Israel führen einen Volkstanz auf; Bild: Screenshot von Youtube (https://www.youtube.com/watch?v=HUfyUJijCeM)
Kurdische Juden in Israel führen einen Volkstanz auf; Bild: Screenshot von Youtube (https://www.youtube.com/watch?v=HUfyUJijCeM)

Jüdisches Leben im Irak hat dort eine mehrere tausend Jahre andauernde Tradition.

Israa Khaled ist Wissenschaftlerin und führt eine Studie über jüdisches Leben im Irak durch. Sie bedauert dass die Entscheidung erst jetzt getroffen wurde und nicht direkt nach dem Fall Saddam Husseins. Darüber hinaus betonte sie, dass viele jüdische Kurden noch in der kurdischen Autonomieregion leben, sich aber bislang nicht trauten zuzugeben, dass sie Juden sind. Sie sieht in der Anerkennung und Schaffung der neuen Abteilung eine Einladung an viele Juden zurückzukehren. Ebenso appellierte sie an die Zentralregierung in Bagdad dem Beispiel der kurdischen Autonomieregion zu folgen.

Ali Yildiz vom Christlich-Alevitischen Freundeskreis der CDU kommentierte diese Entwicklung auf Facebook wie folgt: „Es gab schon immer mehrere Gründe warum die Türkei keine Regionen wünscht, die von Kurdischer Autonomie geprägt sind. Die normale Berichterstattung verweist auf eine diffuse Sorge der türkischen Regierung, Autonomie könnte für Bürger dritter Klasse (=Kurden) in der Türkei ansteckend sein. Ein weiterer ist der: Kurden sind potentielle Verbündete Israels, der Perser, Europas und der USA.

 

 

Quelle und ausführliche Artikel und englischer Sprache mit interessanten Details zur Geschichte jüdischen Lebens im Irak

Mustafa Saadoun auf Al Monitor: „After KRG formally welcomes Jews back to Iraq, will their numbers increase?

Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2015/11/iraq-jews-return-kurdistan-representation-office.html#ixzz3sErhVLaW

Ebenfalls interessant: Englischsprachiger, teilweise mit hebräischen Untertiteln unterlegter Beitrag: „Kurdish Jews Of Israel (English)„: https://www.youtube.com/watch?v=HUfyUJijCeM

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