ZOCD:Religiöse und ethnische Auseinandersetzung unter Flüchtlingen – Eine Gefahr für unsere Grundwerte?

Im Sommer 2012 befand ich mich in der Türkei, kurz vor der syrischen Grenze, nahe Antakya. Gerade diese wunderschöne und kulturell vielfältige Stadt, die für ihre Jahrhunderte alte religiöse Zusammensetzung bekannt ist, geriet immer wieder ins Visier extremistischer Kräfte. Alawiten wurden zum Beispiel durch ausländische Kämpfer, die von Antakya aus nach Syrien in den Heiligen Krieg zogen, dazu gedrängt, den Ramadan strikt einzuhalten. Oftmals versteckten sich die Extremisten in nahegelegenen Flüchtlingsbehausungen, beispielsweise in einem Camp in der Grenzstadt Reyhanli auf der türkischen Seite, welches ich besuchte. Eine Flüchtlingseinrichtung, in der sich ausschließlich sunnitische Flüchtlinge befanden. Es dürfte für sich sprechen, dass sich in so einer aufgeheizten Atmosphäre kein christlicher Flüchtling aufhalten würde. Geschweige denn ein syrischer Alawit. Die Gefahr für Leib und Leben wäre viel zu groß. Das gab man mir unmissverständlich zu verstehen, als ich mich vor Ort durch Unachtsamkeit als Europäer zu erkennen gab.
September 2015 besuchte ich wieder das schöne Antakya. Die Stadt hat das Problem mit den Extremisten eigenständig gelöst. Die Bevölkerung der Stadt hat die Unruhestifter einfach aus der Stadt gedrängt. Flüchtlingen, die Schutz suchten, wurde dieser auch gewährt. So auch einer christlichen Familie aus dem syrischen Idlib, die, nachdem die extremistische Al-Nusra ihre Heimat erobert hatte und die Scharia als rechtliche Grundlage etablierte, Haus und Hof verlassen musste. Der Familienvater wurde bereits vor der Flucht vermisst. Aller Wahrscheinlichkeit nach fand dieser den Tod.
Zurück in Deutschland war festzustellen, dass sich, zu Beginn der Flüchtlingsströme jedenfalls, eine euphorische Stimmung einstellte, die ich persönlich mit einer gewissen Skepsis betrachtete. Mit dem Wissen, aufgrund meiner jahrelangen Erfahrungen im Nahen Osten, dass man Menschen aus einem patriarchalischen und stark religiös geprägten Kulturkreis nur in begrenzter Anzahl vernünftig integrieren kann. Wird eine kritische Anzahl an Asylsuchenden überschritten, laufen wir Gefahr, dass der säkulare Staat mit seinen Gleichheitsprinzipien, der keinen Unterschied zwischen den Religionen, der ethnischen Herkunft oder der sexuellen Ausrichtung machen sollte, von Innen ausgehöhlt wird. Nichts weiter bedeutet die Bildung von Parallelgesellschaften, in der das Clanrecht, oftmals gekoppelt an die religiösen Grundsätze der Scharia, über dem von Menschenhand geschaffenen Grundgesetz steht.

Weiter im Link:

http://www.zocd.de/2016/06/19/religioese-und-ethnische-auseinandersetzung-unter-fluechtlingen-eine-gefahr-fuer-unsere-grundwerte/

 

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