Radikale Ditib-Islamisten infiltrieren Deutschland im Auftrag Erdoğans

■ EINFLUSS DER TÜRKEI AUF DEUTSCHLAND
So nähren Erdogans Prediger Islamismus in Deutschland
Fast 1000 konservative Imame schickt die Türkei in hiesige Ditib-Moscheen. In allen deutschen Parteien regt sich Protest gegen diese Praxis. Ankara kontrolliert derzeit rund 900 Moscheen in Deutschland.
Eine Messehalle bei Karlsruhe. 14.000 Anhänger jubeln dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu. „Fangen wir von Deutschland aus an, die neue Türkei aufzubauen?“, fragt er. „Ja!“, ruft die Menge. Für Erdogan sind die Türken mehr als das Staatsvolk der Türkei. Auch die Türken in Deutschland und Europa gehören dazu.

■ ERDOGAN BEGINNT MIT DEUTSCHLAND EIN NEUES ZUHAUSE
Und was stiftet diese pantürkische Identität? Sprache plus Islam. In Karlsruhe fordert er die türkischen Gemeinden auf, „Eintracht“ zu wahren, um die „neue Türkei“ mit „globaler Macht“ aufzubauen. Sie sollten erst die „türkische Sprache lernen“. „Deutsch oder Englisch könnt ihr nicht richtig lernen, wenn ihr nicht gut Türkisch sprecht.“ Und: „Unsere Religion, unser Glaube ist unser alles.“ 15 Mal dankte und lobte er Allah.
Am 15. Mai 2015 fand dieser Auftritt statt. Mitveranstalter war die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), eine Lobbyorganisation der Regierungspartei AKP in Europa. Mit dem direkt beim türkischen Ministerpräsidenten angesiedelten Amt für Religionsangelegenheiten Diyanet und der Ditib – dem Dachverband von über 800 Moscheevereinen in Deutschland – bildet sie eine unheilvolle Allianz.
Fast alle Ditib-Vorbeter kommen aus der Türkei und sprechen nicht oder nur schlecht Deutsch. Die Vorstandsmitglieder der Ditib schlägt ein Beirat vor, dem der Präsident der Diyanet in Ankara vorsitzt und dem fünf Religions-Attachés türkischer Konsulate in Deutschland angehören. Die Imame sind an Entscheidungen der Vereine und Landesverbände beteiligt.
Mehr Steuerung türkischer Auslandsgemeinden durch den türkischen Staat ist kaum denkbar – auch wenn der Ditib-Vorstand das leugnet. Sie schadet der Integration türkischer Bürger und nährt islamistische Potenziale. Von den 760 Anhängern des Islamischen Staats (IS), die Ende 2015 aus Deutschland in Syrien waren, hatten laut Sicherheitsbehörden 33 Prozent die türkische Staatsbürgerschaft oder waren türkischstämmig.

■ „Rollback“ in den Ditib-Gemeinden
Seit Erdogan an der Macht ist, sieht Herbert L. Müller, Leiter der Abteilung Internationaler Extremismus beim Verfassungsschutz in Baden-Württemberg, ein „Rollback“ in den Ditib-Gemeinden. In Moscheen, deren Imame von Ankara ausgebildet, ausgewählt und bezahlt werden, wehe heute ein „anderer Wind“ als früher.
Mindestens zwei Ditib-Gemeinden in Gelsenkirchen betätigten sich vor der türkischen Parlamentswahl am 1. November 2015 als Wahlhelfer für Erdogans AKP. Ein klarer Verstoß gegen die Satzung der Religionsbehörde, die nur religiöse, kulturelle und soziale Ziele verfolgen darf – keine politischen. In einer Moscheegemeinde hatten Mitglieder Wähler in Bussen zur Wahl gefahren, in einer anderen lagen AKP-Broschüren aus und hingen Poster von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Zu dieser konkreten Wahlkampfhilfe wollte Ditib nicht Stellung nehmen.
Die aus der Türkei entsandten Vorbeter vertreten einen orthodox-sunnitischen Islam. Predigten der Ditib-Moscheen stärken dessen Absolutheitsanspruch, wie die AKP ihn versteht, preisen das Märtyrertum und schüren vereinzelt Antisemitismus. Drei Tage nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ unterschied die in allen Moscheen gehaltene Freitagspredigt zwischen koranlesenden und nicht lesenden Muslimen oder auch „Heuchlern“ (Ungläubigen) und verglich sie mit gut oder schlecht riechenden Früchten.

 

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