„Wir sind der IS! Jesiden muss man die Hände und Füße abschneiden!“

Jesidische Flüchtlinge waren zu Gast bei der evangelisch-lutherischen Gemeinde zu Steglitz und berichteten über religiös motivierte Übergriffe

Die evangelisch-lutherischen Gemeinde zu Steglitz veröffentlichte am 29.07.2016 auf ihrer Facebook folgenden Bericht über ein Treffen mit jesidischen Flüchtlingen.

„Heute hatten wir eine Gruppe von jesidischen Flüchtlingen aus Berlin in unserer Gemeinde zu Gast. Sie erzählten von dem wunderbaren menschlichen Miteinander mit den Christen in ihrer Heimat (und übrigens auch hier in den Asylbewerberheimen). Vor hundert Jahren waren es gerade auch Jesiden, die armenische Christen, die vom damaligen Völkermord betroffen waren, bei sich versteckt und aufgenommen haben. Danach berichteten unsere Gäste von ihren erschütternden Erfahrungen hier in unserer Stadt. Nur ein Beispiel:

Ein jesidisches Mädchen, kaum zehn Jahre alt, geht mit arabischen Flüchtlingskindern in eine Grundschule hier in unserem Bezirk. Die arabischen Mitschüler rufen: „Wir sind der IS! Jesiden muss man die Hände und Füße abschneiden!“ Gesagt – getan: Das Mädchen wird zu einer Tür gezerrt, und ihm wird die Hand dort eingeklemmt, bis sie erheblich verletzt ist. Die Eltern wenden sich an die Verantwortlichen in der Schule. Antwort: Ach, das sind Kinder, die haben sich nur gestritten … Die Eltern haben keine Anzeige erstattet. Sie haben in ihrem Flüchtlingsheim erfahren, dass sie mit ihren Klagen über Übergriffe auch im Heim selber bei der Heimleitung keinerlei Gehör finden, und haben Angst, dass durch eine Anzeige alles nur noch schlimmer wird. Sie haben erlebt, dass arabische Dolmetscher die Äußerungen von Jesiden offenkundig falsch übersetzen; ihnen wurde klar gemacht: Wer sich über Übergriffe beschwert, ist nur ein Störenfried. In vielen Heimen gibt es offenkundig keinerlei Sensibilität für die Situation der jesidischen Flüchtlinge. Viele von ihnen sind mit knapper Not dem Genozid in Shingal entkommen. Oft befinden sich ihre engsten Verwandten noch in den Händen des IS. Und nun müssen sie in den Heimen miterleben, wie von morgens früh bis in die Nacht immer wieder der Ruf erklingt, den sie hören mussten, als sie vom IS angegriffen wurden: „Allahu akbar!“ Die Kinder zittern jedes Mal, wenn sie diesen Ruf hören. Die jesidischen Flüchtlinge sind verzweifelt: Sie wollten denen entkommen, die sie bedroht und gepeinigt hatten – und müssen nun wieder in einer geschlossenen Community leben, in der sie wieder wie in ihrer Heimat als „Ungläubige“ bedroht und schikaniert werden. „Warum können wir nicht in einem eigenen Heim untergebracht werden?“, fragten sie alle miteinander. Die Antwort ist klar: Weil vor allem auch die großen christlichen Kirchen meinen, dass eine solche getrennte Unterbringung nicht nötig ist, da religiös motivierte Übergriffe in den Heimen ja nur „selten“ seien. Ob die Vertreter dieser Kirchen sich auch nur einmal die Berichte jesidischer Flüchtlinge aus ihren Heimen angehört haben (die im Übrigen identisch sind mit den Berichten konvertierter Christen)? Doch stattdessen werfen Kirchenvertreter denen, die von solchem Leid von Flüchtlingen berichten, auch noch „Heuchelei“ vor. Ich habe mich heute vor diesen Flüchtlingen für Deutschland und seine offiziellen Kirchenvertreter geschämt.Heute hatten wir eine Gruppe von jesidischen Flüchtlingen aus Berlin in unserer Gemeinde zu Gast. Sie erzählten von dem wunderbaren menschlichen Miteinander mit den Christen in ihrer Heimat (und übrigens auch hier in den Asylbewerberheimen). Vor hundert Jahren waren es gerade auch Jesiden, die armenische Christen, die vom damaligen Völkermord betroffen waren, bei sich versteckt und aufgenommen haben. Danach berichteten unsere Gäste von ihren erschütternden Erfahrungen hier in unserer Stadt. Nur ein Beispiel:

Ein jesidisches Mädchen, kaum zehn Jahre alt, geht mit arabischen Flüchtlingskindern in eine Grundschule hier in unserem Bezirk. Die arabischen Mitschüler rufen: „Wir sind der IS! Jesiden muss man die Hände und Füße abschneiden!“ Gesagt – getan: Das Mädchen wird zu einer Tür gezerrt, und ihm wird die Hand dort eingeklemmt, bis sie erheblich verletzt ist. Die Eltern wenden sich an die Verantwortlichen in der Schule. Antwort: Ach, das sind Kinder, die haben sich nur gestritten … Die Eltern haben keine Anzeige erstattet. Sie haben in ihrem Flüchtlingsheim erfahren, dass sie mit ihren Klagen über Übergriffe auch im Heim selber bei der Heimleitung keinerlei Gehör finden, und haben Angst, dass durch eine Anzeige alles nur noch schlimmer wird. Sie haben erlebt, dass arabische Dolmetscher die Äußerungen von Jesiden offenkundig falsch übersetzen; ihnen wurde klar gemacht: Wer sich über Übergriffe beschwert, ist nur ein Störenfried. In vielen Heimen gibt es offenkundig keinerlei Sensibilität für die Situation der jesidischen Flüchtlinge. Viele von ihnen sind mit knapper Not dem Genozid in Shingal entkommen. Oft befinden sich ihre engsten Verwandten noch in den Händen des IS. Und nun müssen sie in den Heimen miterleben, wie von morgens früh bis in die Nacht immer wieder der Ruf erklingt, den sie hören mussten, als sie vom IS angegriffen wurden: „Allahu akbar!“ Die Kinder zittern jedes Mal, wenn sie diesen Ruf hören. Die jesidischen Flüchtlinge sind verzweifelt: Sie wollten denen entkommen, die sie bedroht und gepeinigt hatten – und müssen nun wieder in einer geschlossenen Community leben, in der sie wieder wie in ihrer Heimat als „Ungläubige“ bedroht und schikaniert werden. „Warum können wir nicht in einem eigenen Heim untergebracht werden?“, fragten sie alle miteinander. Die Antwort ist klar: Weil vor allem auch die großen christlichen Kirchen meinen, dass eine solche getrennte Unterbringung nicht nötig ist, da religiös motivierte Übergriffe in den Heimen ja nur „selten“ seien. Ob die Vertreter dieser Kirchen sich auch nur einmal die Berichte jesidischer Flüchtlinge aus ihren Heimen angehört haben (die im Übrigen identisch sind mit den Berichten konvertierter Christen)? Doch stattdessen werfen Kirchenvertreter denen, die von solchem Leid von Flüchtlingen berichten, auch noch „Heuchelei“ vor. Ich habe mich heute vor diesen Flüchtlingen für Deutschland und seine offiziellen Kirchenvertreter geschämt.“

(Zitat zuerst veröffentlicht: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=474893659387009&id=417213035155072&pnref=story)

 

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