NZZ: Kurdische Schulen unter Druck: «Rühr meinen Lehrer nicht an!»

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«Die Immunität kurdischer Politiker im Parlament wird aufgehoben, in Nordsyrien bekämpft die Türkei die Kurden militärisch, nun ist die Reihe an den intellektuellen Köpfen der Bewegung», resümiert der Autor Tayfun, der in Wirklichkeit anders heisst. «Bedenkt man, dass rund 90 Prozent aller kurdischen Autoren als Lehrer arbeiten, muss man von einer drohenden Austrocknung des kurdischen Kulturlebens sprechen.» Auffällig sei, dass die Kündigungen in Regionen des Landes stattfänden, wo man offenbar den Einfluss eines kurdischen Lehrers auf die Kinder fürchte. Doch es gibt auch Momente der Solidarität: Unter dem Motto «Rühr meinen Lehrer nicht an» organisiert Eğitim Sen Sitzstreiks und Fahrradkorsos und macht in Presseerklärungen auf die Situation aufmerksam. In der Region Tunceli zeitigte der Protest, an dem sich auch zahlreiche Eltern beteiligten, erste Erfolge: 400 Lehrer konnten in ihre Positionen zurückkehren. Allerdings sind durch die Ausrufung des Notstandsgesetzes die Räume für friedlichen Protest weiter geschrumpft. Als sich am Wochenende in Diyarbakir die Lehrer zu einer Menschenkette zusammenfanden, wurde die Aktion von der Polizei brutal aufgelöst.
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