Thessaloniki feiert den 104. Jahrestag seiner Befreiung

Im ersten Balkankrieg im Jahr 1912 war Griechenland mit Bulgarien und Serbien verbündet. Sie brachten das schwankende Osmanische Reiches in der Region Mazedonien an den Rand einer Niederlage.

Die griechische Armee marschierte von Sieg zu Sieg in Westmakedonien. Doch es gab schwere Streitigkeiten zwischen dem Heerführer und Thronfolger Konstantin und Premierminister Eleftherios Venizelos. Konstantin wollte Monastir im Norden erobern, während Venizelos die Möglichkeit sah, dass die bulgarische Armee Thessaloniki übernehmen könnte. Konstantin war letzten Endes dazu gezwungen, sich der Hauptstadt der Region zuzuwenden, ein Gebiet von strategischer Bedeutung und ein Ort der Sehnsucht für alle Griechen.

„Sie sind für jede Verzögerung verantwortlich, sogar für eine Minute“ schrieb Venizelos in einem Eiltelegramm .

Durch den Sieg in der Schlacht von Giannitsa (19.-20. Oktober) konnte die griechische Armee nach Thessaloniki vorrücken.

Am 25. Oktober erreichte die griechische Armee-Avantgarde die Stadtgrenze von Thessaloniki. Hasan Tahsin Pascha, der Verwalter von Thessaloniki, konnte seine Stadt nicht verteidigen und hatte keine andere Wahl, als nach einem Gnadenabkommen für die Übergabe der Stadt zu fragen.

Am 25. Oktober forderten osmanische Gesandte Konstantin auf, Tahsin zu erlauben, sich mit seiner Armee und ihren Waffen nach Karabournou zurückzuziehen und dort bis zum Ende des Krieges zu bleiben. Konstantin lehnte ab und forderte seinerseits die Kapitulation der osmanischen Armee und ihren Rückzug nach Kleinasien vor. Die griechische Regierung sollte die Kosten dafür übernehmen.

Tahsin Pascha unterzeichnete die Kapitulationsprotokolle von Thessaloniki. Am Abend des 26. Oktober, am Tag des Festes des Heiligen Dimitrios, unterschrieb eine Delegation unter den Offizieren Ioannis Metaxas (späterer Diktator Griechenlands und Widerständler gegen die italienische Besatzung) und Victor Dousmanis ebenfalls die Protokolle. Die Stadt wurde der griechischen Armee übergeben.

Nach dem Protokoll kapitulierten 25.000 osmanische Soldaten, darunter 1.000 Offiziere. Das Arsenal der Stadt fiel in die Hände der griechischen Armee; 70 Kanonen, 30 Maschinengewehre, 70.000 Gewehre und Munition. Am Morgen des 27. Oktober erreichten zwei Bataillone von Evzones kommend Thessaloniki. Sie hissten die griechische Flagge im Regierungsgebäude, während weitere griechische Streitkräfte in den Bergen um die Stadt Stellung bezogen.

Am 28.Oktober 1912 um 11 Uhr morgens kam Konstantin in die Stadt. Am Mittag wurde in der Kirche des hl. Minas eine feierliche Danksagungsliturgie abgehalten.

Am selben Tag erreichten bulgarische Truppen den Stadtrand von Thessaloniki. General Teodorow bat darum, das Armeelager der Stadt zu betreten. Er erhielt zunächst eine negative Antwort von Konstantin. Nach Verhandlungen wurde ihm aber doch erlaubt mit zwei Bataillonen in die Stadt zu kommen.

Allerdings gab es Missverständnisse und Verwirrung um die tatsächliche Gesamtzahl der bulgarischen Truppen. Die Bulgaren erklärten nachdrücklich ihre Anwesenheit in Mazedonien. Dies gilt als einer von mehreren Gründen für den Zweiten Balkankrieg.

Am 29. Oktober war es an König Georg I., die Stadt zu betreten und die Befreiung von Thessaloniki formal amtlich zu machen. Er wurde mit Begeisterung von den griechischen Einwohnern empfangen.

 

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