Zypern: Chance für maronitische Christen ihre alte Sprache zu retten

KORMAKITIS: In einem Dorf im Norden Zyperns kämpft eine Gemeinschaft darum, ihre alte Sprache zu retten. Die Versuchen der Wiedervereinigung der Insel sind für sie ein Hoffnungsschimmer.

Kormakitis war einst das Zentrum der maronitischen Minderheit auf Zypern. Sie sind Nachkommen der syrischen und libanesischen Christen, die Sanna sprachen, einen einzigartigen Dialekt des Arabischen, beeinflusst durch das von Jesus gesprochene Aramäische.

Die Sprache ist laut der Unesco stark gefährdet.

Entwurzelt durch die türkische Invasion von Zypern von 1974, flohen viele Maroniten in den griechischen Teil der Insel, wo sie in die griechisch-zypriotische Gemeinschaft assimiliert wurden, die ihnen Schutz bot.

Die letzten Monaten geben ihnen neue Hoffnung, weil die griechischen und türkischen zyprischen Führer ihre Bemühungen zur Wiedervereinigung der Insel intensivierten.

Die Gespräche in der Schweiz endeten am 21. November ohne Durchbruch, doch die Staats- und Regierungschefs haben sich inzwischen bereit erklärt, die Verhandlungen wieder aufzunehmen und sollen sich im Januar wieder in Genf treffen.

Die Maroniten hoffen, dass Abkommen könnte die Gemeinschaft ermutigen, zurückzukehren, um wieder in ihren alten Dörfern in Nord-Zypern zu leben.

Das könnte helfen, Sanna wieder aufleben zu lassen, das obwohl es seit Jahren in von NGOs initierten Sommercamps unterrichtet wird immer weiter zurückgeht.

„Das Problem ist, dass, weil wir unser Dorf verloren haben, ist es sehr schwierig, unsere Sprache zu erhalten“, sagte Lehrerin Katy Foradari und unterbricht ihren Sannaunterricht unter der gewölbten Decke einer Kirche aus dem 18. Jahrhundert in Kormakitis.

Obwohl sie außerhalb des türkisch kontrollierten Teils der Insel wohnen, sind die jungen Maroniten seit August 2008 jedes Jahr im Sanna-Kurs an einem Sommerlager untergebracht.

In sonnenverwöhnten Sandsteinkapellen und weißgetünchten Bungalows rund um den kleinen Hauptplatz nahmen rund 100 Kinder im Alter von fünf bis 17 Jahren an dem diesjährigen Camp teil.

Sie lernten das Alphabet, das erst vor ein paar Jahren zum ersten Mal kodifiziert wurde, zu Liedern, Vokabeln und Grammatik.

Maroniten, die weniger als ein Prozent der Inselbevölkerung ausmachen, sind ein orientalischer Zweig der katholischen Kirche und befinden sich seit dem 8. Jahrhundert auf Zypern.

Wie viele der Freiwilligen in der Schule wuchs Foradari in Kormakitis auf, dem größten der vier Maroniten-Dörfer der Insel und dem letzten, wo Sanna bis zuletzt gesprochen wurde.

Aber als sie 16 war, besetzte die Türkei das nördliche Drittel von Zypern völkerrechtswidrig.

Sie und die meisten der Gemeinschaft flohen in den griechischen Süden und ließen ihre Häuser zurück.

Sie gründeten dort neue Gemeinden und maronitische Kirchen. In ihnen veranstalten sie Gottesdienste, die noch in der antiker, semitischer, syrischer Sprache gegeben gefeiert werden, ebenso wie die ihrer Glaubensbrüder in Syrien und im Libanon.

Aber es steht nicht gut um Sanna.

Weil maronitische Kinder nicht zur Schule in Kormakitis gehen können, „haben wir begonnen, unsere Sprache zu verlieren“, sagte Foradari. „Wir sind es gewohnt, Griechisch zu sprechen.“

Nur ein paar hundert, meist ältere Einwohner blieben auch nach 1974 im Dorf. Sie helfen Sanna nach Kräften Sanna am Leben zu halten.

Aber von fast 5.000 Maroniten, die heute auf der Insel leben, sprechen nur noch etwa 1.000 ihre ursprüngliche Sprache.

Einige von ihnen sehen die Friedensgespräche als die beste Hoffnung in Jahren für die Wiederbelebung von Sanna.

Für Yiannakis Mousas, der Vertreter der Gemeinde für das Parlament, kann nur eine Lösung des Zypern-Streits Sanna retten.

„Nur durch die Rückkehr der Maroniten zu ihrem Besitzes, ihren Schulen und ihren Kirchen haben wir nur eine Chance, die Sprache wirklich wiederzubeleben“, sagte er.

Seit 1974 haben Mousas und viele andere Maroniten in Nikosia, der geteilten Hauptstadt der Insel, ihren Wohnsitz.

Sie haben eine moderne Kirche und einen kleinen sozialen Verein, der nach Kormakitis benannt ist. Dort treffen sie sich regelmäßig zum Kaffee, nur ein paar hundert Meter von der UN-Pufferzone entfernt, die die Altstadt teilt.

Mousas sagt, dass die Insel die jungen Maroniten dazu ermutigen würde, sich in ihre Dörfer zu begeben, wo sie täglich Sanna sprechen würden. Das könnte dazu führen, dass sie sie wieder anzunehmen.

„Sobald die Maroniten zu ihren alten Dörfern zurückkehren dürften, wird es einen neuen Anfang geben“, fährt er fort.

Aber die letzten Gespräche führten zu keinem konkreten Ergebnis, und die Erinnerung an frühere, gescheiterte Verhandlungen trübt die Hoffnung auf laufende Bemühungen.

Die Gemeinde lehrt Sanna wie üblich, mit Unterricht in Nikosias maronitischer Grundschule und weiteren, geplanten, jährlichen Sommerlagern.

„Wir haben Projekte wie dieses Camp, wo wir das Erlernen der Sprache mit Unterhaltung kombinieren“, sagte Antonis Skoullos, ein IT-Experte Mitte 40, der hilft die Kormakitis Sprachschule zu organisieren.

Er erkannte die Notwendigkeit, Sanna attraktiv für junge Menschen zu machen, die keine Erinnerung an das Leben in Kormakitis vor dem türkischen Überfall hatten.

Aber so nostalgisch er für das Dorf schwärmt, aus dem er als junger Junge floh, gibt er zu dass seine Motivation zur Wiederbelebung der Sprache war mehr persönlicher als praktischer Natur sind.

„Hinter dieser Sprache sind meine Erinnerungen und meine Gefühle“, sagte er.

 

Quellen:

Stern: Hoch und heilig: Armenien – das letzte Abenteuer am Rande Europas

Wo Schluchten und Flüsse das Hochland durchschneiden, Straßen plötzlich enden und prächtige Klöster stehen, da kann der Glaube Berge versetzen. Die Armenier erhoben als Erste das Christentum zur Staatsreligion. Reise durch ein Land, das die meisten nur mit der Tragödie vor 101 Jahren verbinden.

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http://www.stern.de/reise/europa/armenien—das-abenteuer-am-rande-europas-7210120.html#mg-1_1480876255052

 

 

Augsburger Allgemeine: Und überall im Land grüßt Charles Aznavour

Alfred Kalischko und Werner Diesenbacher waren wochenlang in Armenien unterwegs. Erzählt wurde das bei den Kulturgesprächen

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http://www.augsburger-allgemeine.de/krumbach/Und-ueberall-im-Land-gruesst-Charles-Aznavour-id39803152.html

Prinz Charles tanzt bei Einweihung von syrisch-orthodoxer Kirche

Am Donnerstag, 24.11.2016 wurde in England die syrisch-orthodoxe Kirche des Heiligen Apostel Thomas eingeweiht.
Neben Patriarch Ignaz Ephrem II Karim nahm auch Prinz Charles, ältester Sohn von Königin Elisabeth II, daran teil.
Der Blaublütige ließ sich sogar auf ein kleines Tänzchen mit der Dawola Zurna ein.

Türkische Familie bewahrt historische Kirche der Pontosgriechen vor dem Verfall

In der Abgeschiedenheit des Hochlands der Provinz Giresun hütet die Familie Zıvalı nicht nur ihre Schafe. Sie schützt auch eine verlassene Kirche der pontischen Griechen vor Verfall und Vandalismus.

 

Seit Generationen lebte eine Gruppe von ethnischen Griechen namens Pontische Griechen an den Ufern des heutigen Schwarzen Meeres. Doch zwischen 1914 und 1923 fanden ihr Wohlstand und ihre friedliche Lebensweise ein tragisches Ende, als mehr als 353.000 Pontosgriechen während des Völkermordes durch die Hände der Osmanen, Jungtürken und Kemalisten umkamen.

Das Schicksal der überlebenden ethnischen Griechen, ihrer wohlhabenden Städte und ihrer Lebensweisen wurde später nach den Verhandlungen in Lausanne endgültig besiegelt, was dazu führte, dass alle orthodoxen Pontosgriechen entwurzelt und gezwungen wurden nach Griechenland  zu repatriieren.

Sie mussten ihr ganzes Leben zurücklassen, ihre Häuser, Geschäfte und Kirchen. Sie wurden aus dem Land vertrieben, was ihnen seit Jahrtausenden Heimat war. Mit wenigen Ausnahmen wurden die meisten kulturellen Sehenswürdigkeiten von den Türken in den folgenden Jahren zerstört, um jede Erinnerung an die alten Bewohner der Region auszulöschen, damit der eigene Nationalmythos nicht gefährdet war.

Eine dieser Ausnahmen ist eine abgelegene, kleine, historische, griechische Kirche in der türkischen Provinz Giresun am Schwarzen Meer.

Die Kirche stammt aus der Mitte der 1800er und hat das Glück, dass eine lokale türkische Familie sich ihr angenommen hat. Mehrere Generationen betreuen das Gebäude seit 1938 und bewahren es vor dem Verfall.

Der türkische Schäfer Annan Zıvalı ist 60 Jahre alt und ein Dorfbewohner, der mit seinem Vater im Kırkharman-Hochland in der Nähe der Kirche lebt. Seitdem seine Familie im Hochland sesshaft wurde, kümmert sie sich hungebungsvoll um die griechische Kirche. Das ist nicht ohne Risiko, da regelmäßig Schatzjäger abgewehrt werden müssen, die versuchen die Dekorationen zu stehlen.

Obwohl sie in den harten Wintermonaten das Hochland verlassen müssen, prüft Annan auch dann die Kirche noch regelmäßig, um sicherzustellen dass alles noch intakt ist.

 

Quelle: Greek Reporter (http://eu.greekreporter.com/2016/11/21/turkish-family-looking-after-historic-pontic-greek-church/)

NNP: Alevitische Kulturzentrum: „Wir gehören zu Euch“

Der Alevitische Kulturverein besteht aus Menschen, die seit Jahrzehnten in der Region leben – und dazu beitragen wollen, Ängste zu überwinden. Ein wichtiges Thema bei der Vorstellung des neuen Kulturzentrums in Bad Camberg.

Weiter im Link:

http://www.nnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/bdquo-Wir-gehoeren-zu-Euch-ldquo;art680,2055506

Lauterbacher Anzeiger: Ein Land, das es so heute nicht mehr gibt

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Die Rundreise durch Syrien begann in der im Gebirge gelegenen Kleinstadt Maalula nordöstlich von Damaskus, die hauptsächlich von aramäischen Christen bewohnt wird und mehrere historische Kirchen und Klöster aufweist. In den Jahren 2013 bis 2014 fanden hier Kämpfe zwischen Regierungstruppen und der islamistischen Al-Nusra-Front statt. Auf dem Reiseprogramm stand natürlich die Hauptstadt Damaskus, die als älteste dauerhaft bewohnte Stadt der Welt (seit 9000 v. Chr.) gilt.
[…]

Weiter im Link:

http://www.lauterbacher-anzeiger.de/lokales/lauterbach/ein-land-das-es-so-heute-nicht-mehr-gibt_17446860.htm

„Save Kessab“: Junger Armenier erhält mehrfach Auszeichnungen für Dokumentarfilm

Alexander Edep ist ein junger armenischstämmiger US-Amerikaner und macht aktuell seinen Hochschulabschluss an der Pine Crest School in Fort Lauderdale, Florida.

2015 drehte und produzierte er den Dokumentarfilm „Save Kessab“, der nun in den USA immer mehr Auszeichnungen erhält.

„Save Kessab“ hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für den Völkermord an den Armeniern und anderen Minderheiten sowie die Sensibilität für die Situation dieser Minderheiten in Syrien und im Irak zu fördern.

Beim US-weiten All American High School Film Festival wurde der Film 2015 angenommen und gesichtet. Dadurch wurde er für das Rockland Youth Film Festival zugelassen und erhielt den renommierten Golden Key Award. Dieser Preis wird für außergewöhnliche Leistungen im Bereich bildende Kunst vergeben. Außerdem wurde der Film im Rahmen einer Ausstellung im Broward County Children’s Art Museum gezeigt.

Die Dokumentation erzählt die Geschichte von Alexander Edeps Großvater, Joseph Megerdichian. Er stammt selbst aus dem armenischen Ort Kessab im heutigen Nordsyrien.

Sie geht dabei detailliert auf die Schrecken ein, die die Armenier durch die osmanischen Türken erlitten. Speziell geht es dabei um jene Armenier, die vorher seit Jahrtausenden bis noch vor 100 Jahren auf dem Gebiet des ehemaligen Königreichs Kilikien (Cilicia) lebten. Als ihre Heimat im Frühjahr 2014 von dschihadistischen Angreifern attackiert wurde, wurden schreckliche Erinnerungen und Ängste an den Völkermord von 1915 wach. Die nach 100 Jahren nahezu gleichbleibenden Akteure waren ein wesentlicher Grund dafür (siehe z.B. http://www.der-kosmopolit.de/2014/04/save-kessab-al-qaida-attackiert-syrisch.html). Der junge Filmemacher selbst spricht in Bezug auf die Angreifer von „türkischen Rebellen und Al Kaida“.

Der englischsprachige Film kann hier angesehen werden:

Weitere Werke des jungen Talents sind auf seiner Homepage, http://alexanderedep.com/, verlinkt.

„Wannebe“, das jüngste Werk des aufstrebenden Filmemachers, beschäftigt sich mit dem Thema Cybermobbing unter Jugendlichen.

MZ: Rostbratwurst in Armenien Der Thüringer Wurstmann von Jerewan

Mitten in der Saryan-Straße der armenischen Hauptstadt Jerewan, gleich neben der aufgegebenen Hauptpost, die heute als großes Reparaturzentrum für Smartphones dient, wartet auf Reisende aus Ostdeutschland ein Stück Heimat. „Original Thüringer Bratwurst“ leuchtet es auf einem gelben Schild von einer Imbissbude – auf einer Seite in lateinischen Buchstaben.

Weiter im Link:

http://www.mz-web.de/panorama/rostbratwurst-in-armenien-der-thueringer-wurstmann-von-jerewan-25123132

Filmpremiere in Jerewan: „Die jesidischen Helden des Bergkarabachkrieges“

Am Mittwoch, 16.11.2016 feierte der Film „Die jesidischen Helden des Bergkarabachkrieges“ nach dem Drehbuch von Said Avdalyan im Kino „Moskau“ in der armenischen Hauptstadt Jerewan Premiere.

Laut Avdalyan nahmen von 1988 bis heute 500 Jesiden auf armenischer Seite am Kampf um Arzach (Bergkarabach) teil. 45 seien in diesem Zeitraum gefallen. Sowohl in der armenischen Mehrheitsgesellschaft aber auch in der jesidischen Gemeinschaft selbst gebe es kaum ein Bewusstsein gegenüber diesem Thema.

Unter der Regie von Nairi Hokhikyan wurde der Film an Originalschauplätzen gedreht. Verfügbar ist er bislang in den Sprachen Armenisch (Hocharmenisch / Ostarmenisch) und Êzîdîkî (Jesidisch), wie die jesidischen Organisationen aus historischen Gründen die Sprache Kurmandschi (Nordkurdisch) nennen. Es ist geplant, den Film auch in weiteren Sprachen zu übersetzen und veröffentlichen. Hokhikyan betonte möglichst präzise Schicksale der „jesidischen Helden des Bergkarabachkrieges“ nachzeichnen zu wollen.

 

Quelle: Armenpress (https://armenpress.am/eng/news/867932/%E2%80%9Cyazidi-heroes-of-nagorno-karabakh-war%E2%80%9D-movie-to-premiere-in-yerevan%E2%80%99s-%E2%80%9Cmoscow%E2%80%9D-cinema.html)