*Zusammenarbeit von linken Netzwerkern und Islamisten*

In eigener Sache:

Die islamismusfreundliche Zensurtruppe der Google+-Gruppe „Politik und Gesellschaft“ versucht das Publikwerden der Recherchen von Sofia Taxidis in Bezug auf die Machenschatfen der Islamistin Lamya Kaddor mit dem öffentlich-rechtlichen Medien zu verhindern!
Treibende Kräfte sind im Wesentlichen und wiederholt Moderatoren die der Antifa-München und des Netzwerks „Marx 21“ (ca. 300 Mann starke Gruppierung innerhalb der Linkspartei) nahe stehen!
Die Gruppe, in der wir den Beitrag teilten, ist durchgestrichen.
D.h. ein Moderator hat ihn aus der Gruppe entfernt!

Siehe:

https://plus.google.com/+KurmenistanNews/posts/6xNNTFE4LUe

 

Die hinterhältige Querfront der Google+-Gruppe „Politik und Gesellschaft“ mit der AKP-Lobby

Im sozialen Netzwerk Google+ ist die größte deutschsprachige Community für Austausch über politische und weltanschauliche Themen eine Gruppe Namens „Politik und Gesellschaft“.
Dort sind seit einiger Zeit turanistische und islamistische Profile in rauen Mengen unterwegs.
Allein gestern wurden mehrere Beiträge des AKP-Lobbyisten und Erdoganpropagandisten „Bilgili Üretmen“ sowie von „Turkishpress“, einem Portal das der vorbestrafte Graue Wolf Nabi Yücel aus Marbach am Neckar betreibt verbreitet.
Wir sind im Moment das einzige Profil in dieser Gruppe, das Ansichten und Autoren von Minderheiten des Nahen Ostens verbreitet.
Weder mit oben angesprochenen Islamisten und türkischen Rechtsradikalen haben die Moderatoren dieser Gruppe ein Problem. Im Gegenteil, sie nehmen sie und Schutz und versuche sie teilweise als Experten zu präsentieren. Moderatoren rufen z.B. ein Profil, das sich mal „The Gül“ mal „The Türkin“ nennt in Threads zu Islamthemen. Die Betreiberin prahlt in ihrem Profil offen mit den Grabsteinen von Völkermördern an der Berliner Şehitlik-Moschee.
Mit all dem haben die Moderatoren, konkret Christoph Schaddach (Die Linke, München), Carola Blecher (B90 / Die Grünen), „Andreas Gandi“ (B90 / Die Grünen) und Martin Rogge (Die Linke, München und Antifa-Aktivist) kein Problem.
Wohl aber haben sie ein Problem mit uns und insbesondere mit der syrischstämmigen Integrationscoach und Islamreferentin Laila Mirzo.
Wenn ihr also Zeit und Lust habt, bitten wir euch auf Google+ ein Profil zu erstellen und in der Gruppe Sichtweisen unserer Völker und Religionen darzulegen.
Die Moderatoren verfolgen ganz offensichtlich und mittlerweile auch immer dreister eine AKP-und islamismusfreundliche Agenda.
Die unbedarften Gruppenmitglieder sollen damit indoktriniert werden.
Diesen Teufelkreis und diese Allianz wenigstens ab und zu zu durchbrechen, wäre uns wichtig!

Tobias Schlegl und Extra 3 : Mit türkischen Rechtsnationalen und Islamisten gegen Salafisten

Ein offener Brief von Dr Mimoun Azizi 

(zuerst veröffentlicht auf: https://www.facebook.com/OfficialDrAzizi/photos/a.1189542437744150.1073741829.1189491027749291/1226819970683063/?type=3&theater

 

Liebes Extra 3 Team, lieber Tobias Schlegl,

ihr veranstaltet eine gute Aktion gegen Salafisten und holt euch dann im voraus Rat bei Islamisten?

Die islamische Gemeinschaft in Hamburg bzw. der Schura-Rat ist durchsetzt von Islamisten.
Dort finden sich mit dem IZH Hisbollah-Anhänger.
Dort findet sich mit DITIB der verlängerte Arm der islamistischen AKP, also Erdogan.
Und dort findet sich auch Milli Görüs, ultra-nationalistische Islamisten.

Ihr stellt euch zu Recht gegen Salafisten, bietet sogenannten legalistischen Islamisten aber eine Bühne. Ihr gebt Islamisten die Möglichkeit sich „rein zu waschen“.

Ihr seid Teil des Problems!

Euer Geprächspartner Mustafa Yoldas ist Funktionär der islamistischen Milli-Görüs.

NOCHMAL GUT LESERLICH: ISLAMISMUS

Über die Centrums-Moschee (Ihr Vorsitzender ist Mustafa Yoldas) gibt es auch einiges zu berichten:

„Wenn Bücher Waffen sein können, dann ist die Buchhandlung in der Hamburger CENTRUM-Moschee ein kleines Waffenlager! Allein die dort an mich vor einer Woche verkauften Schriften Qaradawis (“Erlaubtes & Verbotenes im Islam”) und Maududis (“Als Muslim leben”) gehören zum geistigen Rüstzeug jedes jihadistisch, zumindest GG-feindlich eingestellten Islamisten. Beide Autoren sind in der WIKIPEDIA mit Einträgen vertreten.

Ein paar Zitate aus den erworbenen Büchern.

Zunächst Qaradawi: Abkehr vom Islam, nachdem man ihn freiwillig angenommen hat… ist ein Verbrechen, das mit dem Tod bestraft wird. (S. 276). Zur Homosexualität schreibt Qaradawi: (S. 146 ff): …sollten beide, der aktive und der passive Teil getötet werden? Zwar scheinen solche Strafen grausam, doch wurden sie [islamisch] empfohlen, um die Reinheit der islamischen Gesellschaft zu erhalten und sie von abartigen Elementen rein zu halten.

Zitate von Maududi: Das eigentliche Ziel des Gottesdienstes ist es, die Herrschaft der Menschen über den Menschen abzuschaffen und ihn unter die Führung des einen Gottes zu stellen. Der Einsatz des ganzen Vermögens einschließlich des Lebens zur Verwirklichung dieses Ziels heißt Dschihad. (S. 253).

Erst nachdem der Islam die Menschen darauf vorbereitet hat, sagt er zu ihnen: (…) Zieht aus und kämpft! Entfernt die Menschen, die sich gegen Gott aufgelehnt haben [gemeint sind die Abtrünnigen und die Nichtmuslime], aus ihren Führungspositionen und errichtet das Kalifat. (S.260).

Dient Ihr der Religion des Königs [gemeint ist die Monarchie], wird für Gottes Religion kein Platz mehr sein. Fügt Ihr Euch der Herrschaft des Volkes [gemeint: die Demokratie] oder des Din [den Weltanschauungen] der Engländer, der Deutschen oder oder Eurer jeweiligen Nation, dann wird … kein Raum für Gottes Religion [= Islam] bleiben. (S. 267).

Was beinhaltet die Herrschaft Gottes? Die Voraussetzung ist, dass sein Befehl die Oberhand auf der Welt hat: Gesetzliche Urteile müssen auf Seiner Scharia basieren, die Polizei muss nach Seinen Geboten handeln… (S. 267). … Lasst uns nicht wie diejenigen sein, die vorgeben, an Allah zu glauben, aber weder Zeit, Geld noch Leben um Seiner Religion willen hingeben wollen. Kommt und lasst uns in Allahs Sache kämpfen, mit allem, was wir besitzen! (Schlusszeilen S. 271).“

Quelle: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/schura_scharia

 

Huffington Post: Offener Brief an „Märchenonkel“Jürgen Todenhöfer

[…]
Es ist erschreckend – aber gerade auch bezeichnend und sehr aussagekräftig – dass Ihr Statement mehrheitlich von ohnehin leugnenden deutschen Mitbürgern mit türkischem Migrationshintergrund begrüßt und geteilt wurde. Diese fühlen sich nun in ihrer Leugnung des Völkermords bestätigt – das ist fatal und verheerend für eine dringend notwendige und überfällige Aufklärung zu diesem Thema innerhalb der türkischen Bevölkerung!
[…]

Ruprecht Polenz und AKP-Lobbyisten auf Hexenjagd gegen Armenierin: Offener Brief an die CDU

Wir veröffentlichen diesen Offenen Brief, der an die, in der Anrede genannten, Politiker sowie diverse Pressevertreter gesendet wurde.

Wir bitten diesen oder einen eigenen Text ebenfalls an diese Emailaddressen zu versenden:

partei@cdu-koeln.de; petelkau@cdu-koeln.de; fu@cdu-koeln.de; gisela.manderla@bundestag.de

 

Madlen Vartian
Screenshot vom öffentlichen Facebookprofil Madlen Vartians

Sehr geehrte Frau Manderla,

Sehr geehrte Frauen Union,

Sehr geehrter Herr Petelkau,

Liebe CDU Köln,

auch uns von den Kurmenistan News ist nicht entgangen, dass die Äußerungen Ihres Parteimitglieds Madlen Vartian diese Woche die Gemüter der Netzwelt erregten und weiterhin erregen.

Wir schließen uns, was den Stein des Anstoßes vom Dienstag, den 29.09.2015 angeht, in keinster Weise Ihrer Wortwahl und den darin zum Ausdruck gekommenen Pauschalierungen an.

Wir bitten Sie aber Folgendes zu Bedenken. Zum Einen erwähnte niemand unter denjenigen, die sich in verdächtiger Windeseile auf Frau Vartian stürzten die Relation ihres Beitrags zu dem verlinkten Artikel, in dem es um einen Brandanschlag auf eine Kirche in Bethlehem ging. Für die Bewertung ihrer nicht akzeptablen Aussage sollte dies jedoch eine Rolle spielen. Denn mildernde Umstände verschafft ihr dies allemal. Gerade solche, die sich mit dem sprichwörtlichen Schaum vorm Mund sofort auf sie stürzten, wissen das am Besten. Bei diesen Personen und Gruppierungen handelt es sich um Medien wie die Deutsch Türkischen Nachrichten oder das Deutsch Türkische Journal, die ansonsten durch ausschließliche Negativberichterstattung über Angehörige von ethnischen und konfessionellen Minderheiten Anatoliens auffallen und nicht selten Berichte 1:1 aus fragwürdigen türkischen Medien wie z.B. der Zeitung „Takvim“ übernehmen. Die Autoren derer sie sich bedienen gehören zumeist Lobbyverbänden wie der AKP-nahen UETD an. Die Erstellung von Prangern zur Mundtotmachung kritischer Stimmen ist eine gängige Taktik dieser Gruppierung. Kritische User werden beispielsweise offen zum Abschuss frei gegeben (siehe u.a.: https://kurmenistan.wordpress.com/2014/11/25/deutsch-turkisches-journal-die-cybermobber/). Ebenfalls befand sich das MiGAZIN, unter den Ersten, die sich auf Vartian stürzten. Dieses, mit einem interkulturellen Anstrich versehene Onlinemagazin, scheut sich nicht Meldungen aus türkischen rechtsnationalen Zeitungen mit Namen wie „Vatan“ (Vaterland) zu übernehmen, bedient sich Autoren, die offen mit ihrer Nähe zum rechtsextremen Motorradclub „Turkos MC“ prahlen, und keinen Hehl aus ihren antisemitischen Tendenzen machen (siehe:  https://kurmenistan.wordpress.com/tag/migazin/). Ein weiterer Angreifer der ersten Stunde ist Nabi Yücel, der kurz nach Veröffentlichung des Beitrages von Vartian zur Anzeige gegen sie aufrief. Nabi Yücel ist ein internetbekannter, vorbestrafter, türkischer Rechtsradikaler aus Marbach am Neckar (siehe: https://turkishpressnachrichten.wordpress.com/wer-ist-nabi-yucel/) und ehemaliger Herausgeber des inzwischen aus dem Netz genommenen Nachrichtenportals „Turkish Press“. Jenes Portal veröffentlichte Artikel, in denen Armeniern eine Beteiligung an der NSU-Mordserie unterstellt wurde (siehe: https://haypressnews.wordpress.com/2013/05/02/armenier-juden-und-die-rechtsradikalen-von-turkishpress/), und verbreitete gezielt Meldungen zur systematischen Kriminalisierung politisch aktiver Kurden (siehe: http://julian-tumasewitsch.blogspot.com/2013/03/wie-das-hetzblatt-turkishpress-mit.html).

An deren Seite und vorderster Front der Kampagne gegen Vartian tut sich außerdem ihr Münsteraner Parteikollege Ruprecht Polenz unrühmlich hervor.

Ohanes Altunkaya kommentiert Polenz auf Vartians Facebookpinnwand treffenderweise wie folgt: „Herr Polenz, dass Sie gegen differenzierte Gedankengänge die verständlich machen, warum Wut entstehen können insbesondere in einer Gesellschaft die immernoch ein Genozid-Trauma hat unsensibel gegenüber stehen und Sie persönlich die Verantwortlichen sogar schützen und damit die genozidiale Politik bei ihrer Fortsetzung unterstützen, ist ein Problem, das augescheinlich niemand in Ihrer viel zu langen Politikerkarriere wirksam entgegentreten konnte. Sie sollten sich schämen!
Um es klar zu stellen, ich verteidige nicht die Hetzrede und das hat Georgi auch nicht getan, aber die Reaktion darauf war unverhältnissmäßig und hat viel viel aufgezeigt, was in der hiesigen Republik falsch läuft. Und wie sie sich die schlimmsten Nationalisten drauf werfen und dann im Sinne von Anti-Rassismus gegenüber Armenier hetzen und Sie da auch noch mitmachen wie die Geier ….!“ (siehe auch: https://www.facebook.com/madlen.vartian/posts/903889616313034)

Jener Herr Polenz und das im obigen Link ebenfalls erscheinende Profil „Bernd Waster“, das überall zeitgleich mit ihm auftritt, was darauf hindeutet, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um entweder ein aggressives Zweitprofil von Polenz oder den Klarnamen eines Lobbyisten des aserbaidschanischen Aliyevregimes handelt, das sich ähnlich wie Putin oder Erdogan solcher „Trolle“ im europäischen Raum gehäuft bedient, fallen immer wieder durch ihren Hang zu regelrechten Hexenjagden und polemischer Mundtotmachung auf.

Im März 2013 schoss Polenz verbal in unsachlichster, parolenartiger Weise auf Facebook gegen den jüdischen Publizisten und Holocaustüberlebenden Ralph Giordano scharf.

U.a. im April äußerte er sich auf polemischte Art und Weise gegen die Frauenrechtlerin Ayaan Hirsi Ali, die ebenso wie Necla Kelek, Hamed Abdel-Samad oder die israelische Politik zu seinen Lieblingsopfern zählt. Argumentativ hat er dabei beinahe nie wirklich etwas zu bieten. Diesen Malus macht er mit Polemik und nicht begründeten Phrasen wett.

Vor einigen Wochen griff er mit Sigrid Herrmann-Marschall eine der Mitveranstalterin der Mahnwachen gegen die, mittlerweile verbotenen, salafistischen „LIES-Stände“ auf der Frankfurter Zeil an (siehe: https://vunv1863.wordpress.com/2015/09/26/ruprecht-polenz-ponyhof-heisst-rotherham/).

Man könnte diese Liste ins schier Unendliche weiterführen und beispielsweise um die über 100 Mitglieder der Facebookgruppe  „In Sorge um Ruprecht Polenz. Missverstandene, blockierte Freunde etc.“ erweitern (siehe dazu: https://etwasanderekritik.wordpress.com/2013/04/01/ruprecht-polenz-der-der-den-verstand-verloren-hat/).

Besonders bezeichnend waren seine Aktionen im Sommer diesen Jahres als er, ebenfalls wie jetzt gegen Frau Vartian, an der Seite diverser UETD-Lobbyisten gegen die Journalisten Deniz Yücel, Hasnain Kazim und Özlem Topçu zu Felde zog (siehe: https://kurmenistan.wordpress.com/2015/06/20/hausturkenreporter-so-sagt-man-lugenpresse-im-stil-der-akp-und-uetd/).

Vartian jedenfalls veröffentlichte am Donnerstag, den 01.Oktober 2015, eine differenzierte Klarstellung, die hier nachzulesen ist: http://www.der-kosmopolit.de/2015/10/madlen-vartian-statement-zur.html.

All das macht das Statement Ali Ertan Topraks, dem Vorsitzenden der Kurdischen Gemeinde Deutschland e.V. zur wahrscheinlich besten Aussage, was die Causa Vartian angeht: „Madlen Vartians Äußerungen sind inakzeptabel und daraus haben der CAF und sie selbst schnell Konsequenzen gezogen. Sie ist zu Recht nicht mehr Sprecherin der CAF. Im politischen Diskurs dürfen wir bei aller Unterschiedlichkeit der Positionen die Grenzen der demokratischen Streitkultur nicht überschreiten.Unsere Gesellschaft ist eine Wertegemeinschaft, die eine pauschale Abwertung von bestimmten Personengruppen egal aus welchen Gründen konsequenterweise ablehnt. Diese Regel gilt aber für alle Mitglieder unserer Gemeinschaft.

Insofern würde ich mir die gleiche Sensibilität und Empörung, die gegenüber Madlen Vartians inakzeptabeln Äußerungen gezeigt werden, auch gegenüber den türkischen Rassisten und Nationalisten in den Parteien und Verbänden wünschen.

Diejenigen, die jetzt so omnipotent empört sind, sind leider meistens sehr still, wenn es z.B. um die Leugnung des Armeniergenozids durch türkische Rassisten und Nationalisten geht. Zudem wird das christliche Leben gerade im Nahen Osten nahezu ausgelöscht, während Hunderttausende von muslimischen Flüchtlingen in christlichen Ländern Asyl begehren.

Genau diese Frustration hat vermutlich zu dieser Kurzschlussreaktion von Madlen Vartian geführt. Sie ist ein Nachfahre eines Volkes, die Opfer eines Genozids ist. Bis heute wird nicht nur der Genozid an den Armeniern von den meisten Türkeistämmigen geleugnet, sondern wird auch das Wort „Armenier“ als eine Beleidigung im Alltag von normalen Türkeistämmigen bis sogar zum türkischen Staatspräsidenten Erdogan immer wieder benutzt, ohne, dass es dagegen ein ernstzunehmenden Widerstand der Anständigen gibt.
Die Leugnung eines Genozids ist die konsequente Fortführung des Genozids mit anderen Mitteln.

Könnt ihr bitte in Zukunft auch türkischen Rassismus und Nationalismus direkt und mit der gleichen Vehemenz verurteilen oder ist Rassismus nur dann gegeben, wenn nur explizit Türken oder Muslime beleidigt werden. Diese Doppelmoral stört mich bei aller berechtigten Kritik an Madlen Vartian sehr.

Ich wünschte wir würden nicht zwischen guten und bösen Nationalisten unterscheiden. Und da finde ich, sollten gerade Türkeistämmige sich nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen. Es ist auch erschreckend wieviele in den sozialen Medien diese Tage einerseits Madlen Vartian kritisieren und ihr Rassismus vorwerfen, aber zu den rassistischen Armenier- und Aleviten- feindlichen Kommentaren und Beleidigungen schweigen. „Wer ohne Sünde ist sollte den ersten Stein werfen!

Wenn Sie weiteren Verifizierungsbedarf bzgl. unserer Ausführungen haben, machen Sie bitte die Probe auf das Exempel, erstellen sich ein Facebookprofil, mit dem Sie sich als Armenier oder Alevite ausgeben, und begeben sich damit in die Kommentarbereiche der o.g. Seiten, wie Deutsch Türkische Nachrichten (DTN), Deutsch Türkisches Journal (DTJ), Deutsch Türkische Zeitung (DTZ), MiGAZIN oder auf die Pinnwand von Ruprecht Polenz oder UETD-Lobbyisten wie Remzi Aru (siehe: https://kurmenistan.wordpress.com/tag/remzi-aru/). Wenn Polenz mit geradezu diebischer Freude auf Vartians Pinnwand betont, Screenshots von einem Statement zu haben, das Vartian nicht leugnet, dann entgegnen wir dass solche in deutlich größerer Zahl existieren, was die Entgleisungen von ihm und seiner Anhängerschaft angeht.

Diejenigen, die jetzt an vorderster Front gegen Vartian mobil machen und ihren Ausschluss aus der Partei fordern, hätten, würden sie mit sich selbst ebenso hart wie mit ihr ins Gericht gehen, schon längst mehrfach ausgeschlossen werden müssen! Wir appellieren an Ihre Integrität als Partei sich in diesem Fall nicht von den, im Text thematisierten, Protagonisten vereinnahmen zu lassen. Wenn sich jemand beim Thema „Hetze“ zurückhalten sollte, dann gerade diese Personen.

 

Wir danken Ihnen sehr für Ihre Zurkenntnisnahme und verbleiben mit freundlichen Grüßen,

Das Team der Kurmenistan News

„Haustürkenreporter“: So sagt man „Lügenpresse“ im Stil der AKP und UETD

Lügenpresse nach UETD Verständnis

 

ISIS-Vergleiche aus dem Glashaus

Im Januar diesen Jahres verglich der türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu PEGIDA (unsere Analyse zu PEGIDA: https://kurmenistan.wordpress.com/2015/01/06/kommentar-das-verhalten-von-sowie-gegenuber-ditib-vikz-milli-gorus-und-zdm-hat-masgeblich-zu-pegida-beigetragen/) mit der islamistischen Terrorarmee des IS / ISIS (http://www.focus.de/politik/ausland/das-ist-dieselbe-logik-tuerkischer-regierungschef-vergleicht-pegida-mit-is_id_4402560.html).

Am 11. Mai diesen Jahres meldete das DTJ (Deutsch Türkisches Journal) „Türkei und Saudi Arabien wollen Rebellen in Syrien vereinen“. Dass die einzigen Rebellen, die sich bislang als verlässlich und demokratische erwiesen haben, nämlich die kurdische YPG, nicht mitinbegriffen sind, versteht sich bei der Zusammenarbeit dieser beiden Staaten leider von selbst. Der Artikel räumt ein, dass es bei dieser Allianz keinerlei Berührungsängste mit radikal islamistischen Gruppierungen wie der Al-Nusra gäbe. Ohnehin findet in Regierungszeit der AKP eine stetig fortschreitende ideologische Annäherung der Türkei an Saudi-Arabien und Katar statt. Der, aus dem Irak stammende, einflussreiche britische Islamgelehrte Sayed Ammar Nakshawani verglich bereits Anfang November 2014 in einer eindrucksvollen Rede die weitreichenden Gemeinsamkeiten des IS / ISIS mit dem System Saudi-Arabiens in punkto Hinrichtungen, Verfolgung von Oppositionellen sowie der totalitären Vernichtungsabsicht gegenüber Christen und Muslimen schiitischer Konfession (https://www.youtube.com/watch?v=xArTRV2INSY).

Der Vergleich des türkischen Premiers zwischen PEGIDA mit dem „Islamischen Staat“ in einem negativen Kontext stammt aus dem Januar 2015. Nur vier Monate später scheuen er und seine Partei keine offizielle Allianz mit einem Land dessen Ideologie und Rechtssystem weitestgehend deckungsgleich mit dem des IS / ISIS sind.

 

Exportierte Pressefeindlichkeit

In Saudi-Arabien sorgt aktuell der Fall des Bloggers Raif Badawi für Aufsehen. Wegen seiner Kritik am System und den Klerikern des Landes sitzt er seit Monaten in Haft und wurde zu einer drakonischen Prügelstrafe verurteilt, die, sollte sie vollstreckt werden, wahrscheinlich seinen Tod bedeuten würde.

Saudi-Arabien rangierte 2014 laut „Reporter ohne Grenzen“ auf Rang 164 der weltweiten Pressefreiheit. Nur 15 Plätze weiter vorne, und damit beispielsweise deutlich hinter dem Südsudan, findet man die Türkei, wo sich Druck und Repressionen gegenüber Medien, die sich nicht gemäß der Regierungsdoktrin äußern, seit Beginn des Jahres immer drastischer verschärfen (https://www.reporter-ohne-grenzen.de/t%C3%BCrkei/).

Diesen Druck bekommen nicht nur türkische Medien zu spüren. Auch in Deutschland tuen die Netzwerke der UETD alles, um gegen kritische Berichte vorzugehen. Bekamen zwischen 2011 und 2013 lediglich kritische Teilnehmer an Diskussionen in den sozialen Netzwerken diese Form virtueller Aggression zu spüren, befinden sich seit den Geziprotesten auch verstärkt prominente Politiker und Journalisten im Visier der AKP-Lobbyisten. Als sich am 24. April diesen Jahres der symbolische Gedenktag des Völkermordes an den Armenier, Aramäern / Assyrern, pontischen und ionischen Griechen sowie jesidischen Kurden zum hundertsten Mal jährte, erlebten die Pinnwände berichtender Zeitungen, Radio- und Fernsehsender regelrechte Großoffensiven von Trollen, die sich beinahe immer zu UETD-nahen Kreisen zurückverfolgen ließen (siehe u.a. https://kurmenistan.wordpress.com/2015/05/02/von-bergturken-israelkritikern-hass-einer-verprugelten-armenierin-und-verbrechern-denen-leid-geschehen-soll/). Es sollten so Journalisten und andere User sollten so gezielt eingeschüchtert, sowie die eigene Anhängerschaft zusätzlich fanatisiert werden. Wer sich als kritischer User auf den Facebookpinnwänden von DTJ (Deutsch Türkisches Journal), DTN (Deutsch Türkische Nachrichten) oder DTZ (Deutsch Türkische Zeitung) bewegt, kennt dieses Verhalten zu Genüge (Fallbeispiel: https://kurmenistan.wordpress.com/2014/11/25/deutsch-turkisches-journal-die-cybermobber/).

Nun hat dieselbe UETD, europäische Lobbyorganisation der AKP, angesichts der kürzlich vergangenen Parlamentswahlen in der Türkei zum Rundumschlag gegen kritische Berichterstatter ausgeholt. In Persona trifft es in Deutschland die Istanbulkorrespondenten der renommierten Zeitungen und Magazine „Spiegel“, „Welt“ und „Zeit“. Özlem Topçu, Deniz Yücel und Hasnain Kazim sind seit einigen Wochen Angriffen und Anfeindungen ausgesetzt. Dabei bezichtigt man Deniz Yücel, in für diese Kreise üblich xenophober Manier, zu ihren stereotypen rassisch geprägten Feindbildern, wie Armeniern oder Aleviten, zu gehören (https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10205895395537469&set=pcb.10205895519380565&type=1&theater).

Hasnain Kazim wird seine schiitische Konfession vorgeworfen, weil er einen tendenziell positiven Artikel zur HDP veröffentlichte. Darüber hinaus versucht man ihn über das DTJ in Verruf zu bringen. Seine lesenswerte Antwort dazu kann man auf seiner Facebookseite in einem Beitrag vom 13. Juni 2015 nachlesen (https://www.facebook.com/hasnain.kazim).  Bereits im Mai war Hasnain Kazim nach der Veröffentlichung einer regierungskritischen Zitats Opfer von Morddrohungen (siehe: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/hasnain-kazim-morddrohungen-nach-spiegel-artikel-12948744.html).

Auch die, ebenfalls am 13.Juni auf Facebook veröffentlichte, Antwort Özlem Topçus zum selben Artikel des DTJ empfiehlt sich sehr (https://www.facebook.com/ozlem.topcu).

Unterstützung bekommen die AKP-Lobbyisten, wie gewohnt, von Ruprecht Polenz (treffende Analyse von Deniz Yücel zu diesem Sachverhalt: http://www.welt.de/kultur/article142210874/Der-arme-Erdogan-und-die-boese-Presse.html). Jener Ruprecht Polenz sieht sich immer wieder Antisemitismusvorwürfen ausgesetzt (siehe u.a.: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/the_pest_of_polenz_ii/), suchte in Vergangenheit die Nähe zur HAMAS und steht Völkermordsleugnern wohlwollend gegenüber (dazu: 1.) http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/the_pest_of_polenz_ii/, 2.) https://ayunion.wordpress.com/2012/03/05/bundestagsabgeordneter-ruprecht-polenz-ist-fur-die-leugnung-des-genozids-an-den-christen/) Er ist CDU-Ehrenvorsitzender aus dem westfälischen Münster, MdB a.D. und Vorsitzender des ZDF-Medienrates.

Wenig verwunderlich ist auch, dass Remzi Aru, Geschäftsführer des Reiseunternehmens GIATA, mit einstimmt. Der Berliner UETD-Lobbyist ist selbsternannter „Sprecher aller Türken“, fiel mit seinen zweifelhaften Ansichten und Manieren bereits in Politrunden, wie z.B. am 20. Mai 2014 auf dem Sender „Phönix“, auf, und pöbelt bei Facebook gerne gegen Armenier, den kurdischen Widerstand gegen den IS / ISIS, oder macht sich bei Google+, von einer türkisch-nationalistischen Rassenlehre angehaucht, über Griechen lustig (siehe: https://plus.google.com/104881759424212691923/posts/E6TeDGbUaD1). Über Argumente verfügt er dabei niemals wirklich. Stattdessen zeichnet sich sein Diskussionsstil durch leere, sachlich falsche, zumeist ausweichende, das Thema wechselnde, Parolen aus, die er häufig einleitet, indem er dem Gegner eine „diffuse Wahrnehmung“ unterstellt und sich selbst als „höflich“ attribuiert. Jüngst bezeichnete Aru die Journalisten Deniz Yücel und Özlem Topçu auf, für ihn typische, polemische und herabwürdigende Weise für ihre positive Berichterstattung über die Partei HDP als „Haustürkenreporter“ (siehe: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=490964024388672&set=a.102915929860152.8994.100004252356291&type=1&theater). So sagt man wohl im UETD- / AKP- Stil „Lügenpresse“.

Remzi Aru, selbsternannter "Sprecher aller Türken", versucht die kurdische Forderung nach humanitärer Hilfe ins Lächerliche zu ziehen.
Remzi Aru, selbsternannter „Sprecher aller Türken“, versucht die kurdische Forderung nach humanitärer Hilfe ins Lächerliche zu ziehen.; Bild: Screenshot eines Follower, eingefangen am 19. Mai 2015, auch hier einsehbar: https://de-de.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1580021225591122&id=1570648103195101
Ramzi Aru beglückwünscht albanische Fussballhooligans, die die wenigen mitgereisten armenischen Fans beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Albanien und Armenien am 30.März 2015 mit einer türkischen Flagge provozieren wollten. Die albanischen Ordnungskräfte unterbanden die gezielt auf Eskalation abzielende Provokation einiger Weniger geistesgegenwärtig und konsequent. Albanien gewann verdient mit 2:1
Remzi Aru beglückwünscht albanische Fussballfans, die die wenigen mitgereisten armenischen Fans beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Albanien und Armenien am 30.März 2015 mit einer türkischen Flagge provozieren wollten. Die albanischen Ordnungskräfte unterbanden die gezielt auf Eskalation abzielende Provokation einiger Weniger geistesgegenwärtig und konsequent. Albanien gewann verdient mit 2:1. Die türkischsprachige Meldung, die Aru von „Aktüel“ teilt, spricht von einem Angriff armenischer Fans, der niemals stattgefunden hat. Tatsächlich sprang ein einzelner albanischer Fan aus dem vollbesetzten Block, um die gerade einmal 15 bis 20 mitgereisten armenischen Unterstützer mit der türkischen Flagge zu provozieren. Einige von ihnen reagierten ihrerseits aufgebracht mit provokanten Worten und Gesten. Daraufhin wiederum fliegen aus dem albanischen Block Gegenstände auf sie. Das schnelle und beherzte Einschreiten der Ordner in Tirana verhinderte eine weitere Eskalation. Diese Video zeigt den Vorfall: https://www.youtube.com/watch?v=4-JCZpRXego. Aru schürt am 2.April 2015, als er das Video auf seinem Facebookprofil öffentlich teilt, durch seine Überschrift sowie das gezielte Verbreiten einer falschen Tatsachendarstellung der Seite „Aktüel“ Rassenhass gegen Armenier.; Bild: Screenshot eines Followers, eingefangen am 19. Mai 2015, auch hier einsehbar: https://de-de.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1580021225591122&id=1570648103195101

 

Erneutes Armutszeugnis für AKP-Lobbys, Ritterschlag für Journalisten

Am Ende bleibt folgende Erkenntnis. Wurde Anfang des Jahres von Dresden aus die Existenz einer „Lügenpresse“ unterstellt, so tun es nun die UETD und Ruprecht Polenz, auch wenn sie das Wort nicht explizit verwenden, mit ihren Attacken gegen Kazim, Yücel und Topçu PEGIDA gleich. Man hat mehr mit jener PEGIDA gemeinsam, die der türkische Premier im Januar noch mit dem IS / ISIS verglich, als man selbst zu erkennen vermag.

Was folgt nun daraus? UETD (europäischer Lobbyverband der AKP) = PEGIDA = ISIS?

Hasnain Kazim, Deniz Yücel und Özlem Topçu jedenfalls vermitteln ein präzises Bild. Es ist so gestochen scharf, dass es viele, wie unter Anderem die oben genannten Herrschaften und Organisationen entlarvt. Des Weiteren zeigen diese drei mutigen Journalisten eins deutlich auf: Die HDP ist, zwar mit einigen Abstrichen, aber in gewisser Weise sehr gut mit der deutschen 68er-Bewegung zu vergleichen. Ethnische, religiöse und sexuelle Minderheiten sowie Humanisten begehren demokratisch gegen den islamistisch-nationalistischen Mief auf, der die Türkei unter Erdoğan in festem Würgegriff hält. Von Liebhabern und Bewahrern dieses Miefs wie Polenz, Aru oder anderen UETDlern attackiert zu werden, ist ein schwerwiegender Beweis journalistischer Qualität und regelrechter Ritterschlag für die drei.

Von „Bergtürken“, „Israelkritikern“, „HaSS“, einer verprügelten Armenierin und Verbrechern, „denen Leid geschehen soll“

„Walter Walter Herrmann ist kein Antisemit, nur ein Israelkritiker“

„Cem Özdemir, Lieblingsfaketürke der Deutschen, soll sich mal in die Türkei trauen. Dann zeigen wir ihm, was Genozid ist.“

ihr seid nur Bergtürken. Brüste dich nicht als Kurde, die sind schon lange ausgestorben!

Diese Zitate klingen wie Auszüge aus dem Protokoll von Zusammenkünften der härtesten Hardliner unter den rechtsradikalen Grauen Wölfen.

Das sind sie aber nicht. Sie stammen von Mitgliedern der Facebookgruppe des AKP- und DITIB-nahen „Dein Köln e.V.“, auch „Demokratische Integration“, einer der mitgliedsstärksten Fraktionen im Integrationsrat der Stadt Köln.

 

Mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getretener Anti-Israel-Aktivist ist Günstling des Vereins

Der Verein „Demokratische Integration e.V.“ ruft in der Facebookgruppe „Dein Köln e.V.“ zu Spenden für Walter Hermanns „Kölner Klagemauer“ auf.

"Dein Köln e.V." ruft zu Spenden für Walter Hermanns "Kölner Klagemauer" auf der Domplatte auf. Bild: Von einem User zugesendeter Facebookscreenshot aus der öffentlich einsehbaren Facebookgruppe vom 19. April 2015
„Dein Köln e.V.“ ruft zu Spenden für Walter Hermanns „Kölner Klagemauer“ auf der Domplatte auf. Bild: Von einem User zugesendeter Facebookscreenshot aus der öffentlich einsehbaren Facebookgruppe vom 19. April 2015

Israelaktivist Gerd Buurmann äußert sich u.a. wie folgt zu Walter Hermanns, seiner Ansicht nach, u.a. im Sinne des Jugendschutzes rechtlich fragwürdigen und antisemitischen Aktivitäten auf der Kölner Domplatte:

Laut §130 Strafgesetzbuch Absatz 3 wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich verharmlost. Ich finde, mit der öffentlich ausgehängten Parole vor dem Kölner Dom, der Holocaust sei lediglich wie der Alltag im Gazastreifen gewesen, dürfte dieser Tatbestand erfüllt sein.

Bisher unternimmt die Kölner Polizei nichts dagegen. Walter Herrmann darf weiterhin mit seiner Peepshow gewaltpornografischer Bilder von Kindern sein Unwesen treiben. Die Kölner Polizei erklärte bereits vor einigen Jahren: “Wir tollerieren Walter Herrmann. Er genießt Narrenfreiheit!”

Woher diese Toleranz kommt, erklärt Walter Herrmann selbst in einem Interview, das ein Kanal namens Djihad TV mit Walter Herrmann geführt hat, berichtet Walter Herrmann von einer interessanten Freundschaft: “Das hat dazu geführt, dass der Polizeichef Innenstadt gehen musste und an seiner Stelle kam ein Freund der Klagemauer aus Bonn.” (http://tapferimnirgendwo.com/2015/04/13/die-peepshow-vor-dem-kolner-dom/)

 

2012 trat Hermanns bereits unrühmlich in Erscheinung als er eine armenische Frau tätlich angriff:

„Eine Armenierin, die völlig naiv glaubte, dass es sich tatsächlich um eine Friedensmauer handele, wurde von Walter Herrmann attackiert, geschlagen und als „islamfeindlich“ beschimpft, weil sie ein Plakat auf der „Klagemauer“ anbringen und auf die Menschenrechtsverletzungen der Diktatur Aserbaidschan aufmerksam machen wollte. Anschließend wurde sie mit Handschellen in eine Kölner Wache abgeführt. 
Lest den unglaublichen Bericht hier:

Iveen A.:
“Walter Herrmann hat mir die Freiheit genommen, die Klagemauer für meine Meinung zu nutzen. Dass ich nach all dem, was ich erlebt habe nun ausgerechnet wieder in Deutschland zum Schweigen gebracht wurde und dann auch noch von einem angeblichen Friedensaktivisten, das verstehe ich nicht.”“ (http://www.der-kosmopolit.de/2012/07/kolner-klagemauer-attackiert-armenierin.html)

Jemand, der gegenüber armenischen Frauen handgreiflich wird, und bei seinen Aktionen gegen Israel geltendes Recht bricht, ist also Günstling der o.g Vereine. Nach Ansicht der Mitglieder ist Hermann natürlich kein Antisemit, sondern nur ein „Israelkritiker“. Seine Aktionen aber lassen das Gegenteil vermuten.

 

Verbindungen zu „Djihad TV“?

Hermann wurde laut Buurmanns Blog „Tapfer im Nirgendwo“ kürzlich vom Videokanal „Djihad TV“ interviewt (http://tapferimnirgendwo.com/2015/04/16/djihad-tv/). Der Betreiber dieses Kanals nennt sich selbst Bilgili Üretmen (türkisch für „informierter Lehrer“).  Sein Videokanal, bei dessen Unterhaltung ihm seine Freundin, die bei einer Kölner Sparkasse tätige, Esma A., tatkräftig unterstützt, ließ jüngst zwischen Verhöhnung des Papstes und des Spiegelkorrespondenten Hasnain Kazim, stolz verlauten, einen AKP-Wahlwerbespot fertig gestellt haben zu dürfen (https://www.facebook.com/esma.akkus01/posts/881910265185258?pnref=story). Hasnain Kazim bekam in Folge dessen lt. seinem nachstehenden Facebookposting von 17.April 2015 einige Wutmails, die sogar Drohungen enthielten. Darüber hinaus fiel der Kanal des selbsternannten Infokriegers nach den Anschlägen auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ durch die Verbreitung von kruden Verschwörungstheorien, die westliche Geheimdiensten und Israel hinter den Attentätern wähnten, auf. Die AKP-nahe DTZ (Deutsch Türkische Zeitung) griff seine Ergüsse in ihrem am 12. Januar erschienenen, Artikel „Die Ungereimtheiten der Charlie Hebdo Morde“ auf. Ebenso fanden sie beträchtlichen Anklang bei der, mutmaßlich von salafistischen Kreisen kontrollierten, Verschwörungsseite „Killuminati ∆“, zu deren Feindbilder u.a. die kurdische Freiheitsbewegung gehört (dazu: https://kurmenistan.wordpress.com/2015/01/15/heuchlerisch-und-unverschamt-facebookseite-killuminati-%E2%88%86-verhohnt-solidaritat-mit-opfern-der-pariser-anschlage/ / https://kurmenistan.wordpress.com/2014/10/12/is-isis-bekommt-unterstutzung-von-der-deutschsprachigen-facebookseite-killuminati-%E2%88%86-tobias-huch-im-visier/), die den Beitrag im Januar teilte. Dazu passend veröffentlichte „Bilgili Üretmen“ am 19. Oktober 2014, als in Düsseldorf kurdische Aktivisten friedlich für Unterstützung beim Kampf ihrer Landsleute gegen den IS in Kobanê und Shengal demonstrierten, auf seinem Videokanal einen Beitrag mit dem Titel „Biji scheisse…“. „Biji“ ist kurdisch und bedeutet „lang lebe“. Bereits der Titel verhöhnt die kurdische Sprache. Was er in dem Video zum Ausdruck bringt, verhöhnt und kriminalisiert nicht nur die kurdische Freiheitsbewegung, sondern, wie sofort in den ersten Sätzen durch die Verwendung der Worte „kurdische Mitbürger“ klar wird, alle KurdInnen, in übelster Art und Weise. Als der „Bilgili Üretmen“ seine rhetorische Meisterleistung „Biji scheisse…“ im Video ausspricht, hört man hinter der Kamera infantiles Gelächter einer Frauenstimme. Ob die Dame sich wohl des sportlich-beruflichen Schicksals der Ruderin Nadja Drygalla nach Bekanntwerden der extremistischen Gesinnung ihres Lebensgefährten, bewusst ist?

Bezeichnend ist des Weiteren, welche Namen sich unter den Gefällt-Mir-Angaben finden. Neben allerlei internetbekannten türkischen Nationalisten und Islamisten taucht dort u.a. der Name, evtl. ein Pseudonym, „Margareth Gorges“ auf. Diese Dame, ebenfalls eine selbsternannte Infokriegerin, ist mitverantwortlich für das Nachrichtenportal „Nachdenkseiten“.

Screenshot des, Kurden diskriminierenden,Facebookvideos "Biji scheisse..."
Screenshot des, Kurden diskriminierenden,Facebookvideos „Biji scheisse…“; Bild: Screenshot vom öffentlich einsehbaren Profil von „Bilgili Üretment“ vom 16. April 2015

Die AKP-Nähe, die Verbindungen zu Hermanns und die Tatsache, dass alle Beteiligten in Köln bzw. mittlerweile in Soest wohnen, haben die treibende Kräfte von „Djihad TV“ und der „Integrationsverein“ gemeinsam.

Für diesen Artikel: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/voelkermord-an-armeniern-bundesregierung-kuscht-vor-erdogan-a-1028706.html prangert der Kanal "Djihad TV" Hasnain Kazim an. Was dann passierte, zeigt der nächste Screenshot
Für diesen Artikel: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/voelkermord-an-armeniern-bundesregierung-kuscht-vor-erdogan-a-1028706.html prangert der Kanal „Djihad TV“ Hasnain Kazim an. Durch die Schreibweise „HaSS“ in der Überschrift wird der Spiegelkorresspondent sogar als Nazisympathisant diffamiert. Was dann passierte, zeigt der nächste Screenshot; Bild: Screenshot vom öffentlich einsehbaren Profil von „Bilgili Üretmen“ vom 16.April 2015
Facebookscreenshot von der öffentlichen Pinnwand des Spiegelkorresondenten Hasnain Kazim (https://www.facebook.com/hasnain.kazim)
Facebookscreenshot von der öffentlichen Pinnwand des Spiegelkorresondenten Hasnain Kazim ca. 17 Stunden nach Veröffentlichung des, ihn diffamierenden, Videos auf „Djihad TV“ (https://www.facebook.com/hasnain.kazim)

 

Cem Özdemir und Joachim Gauck werden angefeindet

Damit jedoch nicht genug. Neben Armeniern und Juden scheinen weitere typische Feindbilder bei den Mitgliedern und Sympathisanten (auch den nicht-türkischstämmigen) von Dein Köln e.V. zu existieren.

Die am 18.04. und 19.04.2015 öffentlich einsehbare Facebookgruppe des Vereins offenbart dies:

So wird der Vorsitzende von B90 / Die Grünen, Cem Özdemir, für sein Engagement bzgl. der Anerkennung des Völkermords an den Minderheiten im Osmanischen Reich von 1912-1923 im nachstehenden Screenshot diffamiert und beleidigt. Man tituliert ihn u.a. als „Lieblingsmodelltürke der Deutschen“, „unechter Türke“ und bekennt offen und wortwörtlich, dass man ihn hasst. Ein Mitglied der Facebookgruppe meint sogar, Özdemir solle in die Türkei kommen, dann könnte er sehen, was Völkermord sei. Das ist eine Aussage, die in diesem Kontext durchaus als Drohgebärde verstanden werden könnte.

Dein Köln e.V. 2 Man droht Cem Özdemir
In der Facebookgruppe von „Dein Köln e.V.“ tituliert Cem Özdemir u.a. als „Lieblingsmodelltürke der Deutschen“, „unechter Türke“ und bekennt offen und wortwörtlich, dass man ihn hasst. Ein Mitglied der Facebookgruppe meint sogar, Özdemir solle in die Türkei kommen, dann könnte er sehen, was Völkemord ist. Das ist eine Aussage, die in diesem Kontext durchaus als Drohgebärde verstanden werden kann. Bild: Von einem User zugesendeter Facebookscreenshot aus der öffentlich einsehbaren Facebookgruppe vom 19. April 2015

Auch Bundespräsident Joachim Gauck wird in derselben Facebookgruppe anlässlich seiner Teilnahme am Gedenkgottesdienst für die armenischen, aramäisch-assyrischen, griechischen und jesidischen Opfer des Völkermordes im Berliner Dom am Abend des 23.April 2015 an den Pranger gestellt. Im letzten Kommentar wird von einer immer stärker werdenden Türkei gesprochen, die von Verbrechern bedroht würde, denen „Leid geschehen soll“.

 Facebookscreenshot aus der öffentlich einsehbaren Facebookgruppe vom 19. April 2015
Facebookscreenshot aus der öffentlich einsehbaren Facebookgruppe vom 19. April 2015

 

Eindeutig rassistische Entgleisungen gegen Kurden

Auf der Facebookseite des Deutschlandfunks äußerte sich ein weiteres Mitglied der Facebookgruppe derselben Fraktion des Kölner Integrationsrates in abfälliger Art und Weise über Kurden. Sie bezeichnet einen kurdischen Aktivisten als „Bergtürken“, jener Begriff, der von der türkischen mehrere Jahrzehnte lang gebraucht wurde, um die Existenz eines 40-Millionenvolkes mit eigener Sprache und Kultur zu leugnen. Somit schließt sich durch die Offenbarung der Präsenz weiterer klassischer Feindbilder des türkischen Rassismus der Kreis. Sie nennt sich bei Facebook „Simone Stenzel“. Die URL ihres Profil jedoch deutet darauf hin, dass sie im realen Leben „Filiz“ heißt. (https://www.facebook.com/xfilizxx?fref=ufi)

Simone Stenzel 2
Bild: Von einem User zugesendeter Facebookscreenshot vom 18. April 2015 vom öffentlichen einsehbaren Facebookprofil eines Mitglieds der Facebookgruppe von „Dein Köln e.V. / Demokratische Union“
Simone Stenzel
„Kurden sind Bergtürken und schon lange ausgestorben“, so äußern sich Mitglieder der Facebookgruppe „Dein Köln e.V. / Demokratische Integration“ auf der öffentlichen Facebookseite des Deutschlandsfunks (https://www.facebook.com/deutschlandfunk/posts/916625275035446?comment_id=916714185026555¬if_t=like) Bild: Von einem User zugesendeter Facebookscreenshot vom 18. April 2015 vom öffentlichen einsehbaren Facebookprofil eines Mitglieds der Facebookgruppe von „Dein Köln e.V. / Demokratische Integration“

Dass ein Verein, dessen Facebookfans und -sympathisanten sich öffentlich in derartig abfälliger, und eindeutig von ethnischen Feindbildern motiviert, aüßern, konstruktive Integrations- und Antirassismusarbeit leisten kann, darf stark angezweifelt werden. Vielmehr gewinnt man den Eindruck, dass hier keine Integrationspolitik stattfindet, sondern eine Interessenvertretung der türkischen Regierung ihre teilweise bizarren Vorstellungen und Ansichten in, die Ellenbogen ausgefahrener, Manier durchzusetzen versucht.

Gehen wir von einer jüngst erhaltenen Zuschrift eines Mitglieds des Integrationsrats der Stadt Bremen aus, in der sich ähnlich abfällig über, in diesem Fall, Armenier geäußert wurde, ist zu befürchten, dass es sich bei den Kölner Verhältnissen um keinen Einzelfall in den Integrationsgremien deutscher Städte handelt. Das, immer wieder in den Kommantarbereichen vorkommende, Profil „Polat Karateke“ ist eines von weiteren Indizien, die auf Verbindungen zum Motorradclub „Turkos MC“, der im Oktober 2014 in München gegen den kurdischen Widerstand in der, damals vom IS belagerten, Stadt Kobanê, demonstrierte, und dessen Facebookfans sich damals der Gewaltausübung gegenüber kurdischen Aktivisten auf Facebook rühmten (Wir berichteten hier: https://kurmenistan.wordpress.com/2014/10/19/protest-von-rechtsradikalem-motorradclub-in-munchen-polarisiert-nur-im-internet/), schließen lassen.

Bemerkenswert ist des Weiteren, dass die am 25.April in Berlin stattgefundene Völkermordsleugnungsdemonstration, zu der u.a. DITIB, die TGB (Türkische Gemeinde Berlin) und die UETD aufgerufen hatten, von Vertretern eben jenes Motorradclubs angeführt wurde: https://kurmenistan.wordpress.com/2015/04/25/volkermord-gedenkdemonstrationen-und-gegendemonstration-in-berlin/.

Ein weiterer prominenter Vertreter unter den Organisatoren der Demonstration ist das „Koordinationszentrum der Aserbaidschaner in Deutschland e.V.“, dessen Mitglieder teilweise in leitenden Positionen Berliner Integrationsräte sitzen. Besucht man die Internetseite des Koordinationszentrum, wird man sofort zur Botschaft Aserbaidschans weitergeleitet. Nicht nur die türkische Regierung in Ankara, sondern auch der in Baku residierende aserbaidschanische Diktator Ilham Aliyew üben also Hand in Hand unmittelbaren Einfluß auf die Integrationspolitik im deutschsprachigen Raum im Sinne des türkischen Nationalismus aus.

Alle o.g. Personen und Vereine scheint im Geiste eines zu verbinden: Die Projektion der eigenen, von ethnischen und religiösen Feindbildern geprägten, „Ressentiments“ auf alle ihre Kritiker. So entgeht dem socialmediakundingen Beobachter nicht, dass es immer die gleichen Profile in den Kommentarbereichen jener Threads auftauchen, die eine nicht negative Berichterstattung über kurdische oder armenische Vereine und Organisationen anbieten. Ihre Spur lässt sich beinahe immer zu „Turkos MC“ und nicht selten zu Dein Köln e.V. oder ähnlichen Vereinen zurückfolgen. Selbst kleinere Seiten bleiben nicht verschont, u.a. traf es jüngst die „Europäische Akademie Berlin“, als sie die Aufkündigung ihrer Zusammenarbeit mit „TV Berlin“, aufgrund der verhindernden Intervention des neuen Geschäftsführer, Dursun Yigit, bei der geplanten Ausstrahlung eines Interviews mit dem armenischen Botschafter, Ashot Smbatyan, auf Facebook bekannt machte. Es dauerte nicht lange, bis ein Mitglied von „Turkos MC“ eine zweifelhafte Gegendarstellung von sich gab, woraufhin weitere Größen des türkischen Onlinerassismus, wie u.a. Nabi Yücel (nähere Informationen zu diesem Herren: https://turkishpressnachrichten.wordpress.com/wer-ist-nabi-yucel/), Ex-Herausgeber, der vom Jugendschutz aus dem Netz genommenen „Turkishpress“, auftauchten. Turkishpress versuchte, neben anderen zahllosen gegen authochtone Minderheiten Anatoliens gerichteten Artikeln, u.a. vor einigen Jahren, die Verschwörungstheorie einer armensichen Verwicklung in die NSU-Morde zu verbreiten.

Wenn sonst von „Putintrollen“ gesprochen wird, muss auch hier von einem aggressiven und gut vernetzten Trollnetzwerk ausgegangen werden.

Die Aktivitäten des Gesamtnetzwerks sind nicht auf die Köln beschränkt, gerade dort scheint aber offenbar ein großes Problem mit türkischem Rassismus vorzuherrschen. Das beweist darüber hinaus die Facebookseite „Köln lü Gurbetciler“ (zu deutsch: „Kölner Auslandstürken“), die über 71.000 Gefällt-Mir-Angaben zählt. Was sich dort abspielt, kann nachstehend bestaunt werden:

Türkische Rechtradikale teilen eiin Video, das die Völkermordsleugnerdemonstration in Wien zeigt. Sie kündigen in der Überschrift stolz die Eroberung der österreichischen Hauptstadt an.
Türkische Rechtradikale teilen ein Video, das die Völkermordsleugnerdemonstration in Wien zeigt. Sie kündigen in der Überschrift stolz die Eroberung der österreichischen Hauptstadt an. Quelle: https://www.facebook.com/gurbetcisayfasi/videos/vb.319416687872/10153384978987873/?type=2&theater
Türkische Rechtsradikale teilen das Video einer Demonstration für die Anerkennung des Völkermords an den Minderheiten des Osmanischen Reichs vor der diplomatischen Vertretung der Türkei in New York. Die in dem Video zu sehende, in eine türkische Flagge gehüllte, Person, stößt einen, offenbar zu den Demonstranten gehörenden, alten Mann vor ein Auto. Er wird von den Betreibern der Seite und ihren Fans dafür als Held gefeiert...
Türkische Rechtsradikale teilen das Video einer Demonstration für die Anerkennung des Völkermords an den Minderheiten des Osmanischen Reichs vor der diplomatischen Vertretung der Türkei in New York. Die in dem Video zu sehende, in eine türkische Flagge gehüllte, Person, stößt einen, offenbar zu den Demonstranten gehörenden, alten Mann vor ein Auto. Er wird von den Betreibern der Seite und ihren Fans dafür als Held gefeiert… Quelle: https://www.facebook.com/gurbetcisayfasi/videos/vb.319416687872/10153382131897873/?type=2&theater

 

Nachträgliche Hinweise:

– Der Kanal „Djihad TV“ wurde von Facebook am 01.Mai vor Vollendung des Artikel gelöscht. Auf Youtube ist er weiterhin einsehbar.

– Rechtlicher Hinweis zur Kategorie, in der dieser Artikel erschienen ist: https://ggr-law.com/urheberrecht/faq/zitatrecht-darf-man-fremde-facebook-postings-kopieren-und-veroeffentlichen.html

Armeniens Titel für den Eurovision Song Contest trägt den Titel „Don’t Deny“ („Leugne nicht“)

Die Gruppe „Genealogy“ bestehend aus Diasporaarmeniern aus 5 verschiedenen Kontinenten tritt 2015 mit dem Titel „Don’t deny“ beim ESC an.

Die Gruppe GENEALOGY (deutsch: Ahnenforschung) wird Armenien beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) vertreten.

Die Gruppe besteht aus 6 Musikern, die von fünf Kontinenten kommen, 6 verschiedene Schicksale haben, aber alle mit ihrem Song „Don’t deny“ („Leugne nicht“) am 23. Mai 2015 in der österreichischen Hauptsstadt Wien diesselbe Geschichte erzählen möchten.

Sie bildet sich um den Sänger Essai Altounian, der bislang als einziges Gruppenmitglied bekannt gemacht wurde.

„Essai Altounian wurde am 05. November 1980 in Paris geboren und ist ein Französisch-Armenischer Sänger, Songwriter, Keyboarder, Musikproduzent und auch Schauspieler.“ (http://eurovision-fanclub-rw.blogspot.de/2015/02/armenien-enthullung-vom-ersten.html)

 

Seltsame Kritik von zweifelhaftem Blog

Eines ist Armenien bereits gelungen, bevor der Text des Songs überhaupt feststeht. Man macht von sich reden. Man erntet überwiegend Kritik, weil der ESC unpolitisch zu bleiben habe. Das war er jedoch nie, was auch die Kommentarbereiche der durchgängig schwammig begründeten Negativkritiken, gegenüber deren Autoren bemängeln. Der nächste Absatz verdeutlich dies anhand der Analyse folgender besonders extremer Kritik.

Gibt man dieser Tage „Armenien“ als Suchbegriff bei Google ein, so stößt man auf diesen politisch und sprachlich zweifelhaft verfassten Musikblog http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/blogs/edda

Darin heißt es u.a.:

Das „Armenische Gedenken“ soll an den Völkermord an die Armenier vor 100 Jahren erinnern. Armenien will also in einem kommerziellen Wettbewerb zwischen Wegwerfmusik, Punktetabellen, abgefahrenen Frisuren, eigenwilligem Make-Up, Hebebühnen, Feuerwerk, Windmaschinen, Transvestiten-Trash, Klatsch und Tratsch – einen „Gedenksong an Massenmord“ präsentieren. Beim Voten entscheiden Publikum und Jury, ob der „Massenmord-Gedenksong“ gefällt oder nicht. Das ist pietätlos. Abgedroschene Phrasen zu Einheit, Weltfrieden und Toleranz machen das Anliegen nicht ehrbarer. Zutreffender wäre: Armenien missbraucht den Genozid und den ESC mit Gedenksong“

Neben einer gewissen sprachlichen Schwäche was das grammatische Geschlecht des Wortes Völkermord angeht, fällt hier eines ganz schnell ins Auge. Der armenische Beitrag trägt den Titel „Don’t deny“ („Leugne nicht“). Weiteres ist bislang über den Inhalt des Songs gar nicht bekannt.

Die Autorin liest also Titel und Herkunftsland der Interpreten, assoziert Armenien + Leugnen + Lied = „Gedenksong über den Völkermord“. Doch damit nicht genug, die ESC-Siege von Conchita Wurst (Österreich, 2014) und Dana International (Israel, 1998) werden in typisch homophober Manier als „Transvestiten-Trash“ abgetan. Nicole gesellschaftskritischer Antikrigessong, mit dem sie 1982 für Deutschland gewann, wird als „abgedroschene Phrasen“ bewertet. Bei allen weiteren negativen Zuschreibungen gegenüber dem ESC hat man das Gefühl, die Autorin verwechselt ihn mit ihrer Stammkneipe in einem Hinterhof des Ballermann 6 auf Mallorca.

Was folgt sind Unterstellungen und sehr krude Ausführungen, die schließlich in Verschwörungstheorien gipfeln. Die Autorin behauptet der Titelsong Armeniens sei von „Militärstrategen“ geschrieben worden. Sie unterstellt eine gezielte Provokation und Konfrontationsausrichtung Armeniens gegenüber Aserbaidschans, der Türkei und dem sowjetischen Erbe Russlands. Armenien (2,9 Millionen Einwohner, militärische Truppenstärke: 46.684) und seine „Militärstrategen“ nutzen also nach Meinung der Autorin den ESC, um Aserbaidschan (9,5 Millionen Einwohner, militärische Truppenstärke: 150.940), der Türkei (76,7 Millionen Einwohner, militärische Truppenstärke: 718.500) und Russland (143,6 Millionen Einwohner, militärische Truppenstärke: 1.037.000) eine musikalische Kriegserkärung zukommen zu lassen. Das ist eine absurde und martialisch anmutende Theorie für eine „Musikbloggerin“.

Außerdem haben wir es a.) mit Russland zu tun, das den Völkermord anerkannt hat, und nicht mehr mit der Sowjetunion, in der seine Thematisierung ein Tabu darstellte (http://www.genocide.ru/), b.) die Türkei nimmt gar nicht teil, c.) Aserbaidschan ist im Gegensatz zu Armenien eine Diktatur und rangiert beispielsweise in der welweiten Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen 84 Plätze hinter dem kleineren Nachbarn (Armenien: 78; Aserbaidschan: 162). Auffällig ist auch die Lobeshymnen der gleichen Autorin zu Aserbaidschan. Als 2012 Aserbaidschan den ESC austrägt, war sie nach eigenen Angaben selbst dort. Sie lobt die tolle Organisation und Atmosphäre und übt scharfe Kritik an der Kritik europäischer Medien an einem Staat, in dem eine Diktatorenfamilie in zweiter Generation herrscht, Bücher verbrannt werden („Akram Aylisli“), Mörder als Nationalhelden verehrt werden („Ramil Safirow“), Zwangsenteignungen an der Tagesordnung sind („Europaspiele, Stadionbau“), und de facto keine Opposition mehr exisiert („Reporter ohne Grenzen“). Ihre weiteren Artikel, in denen das Wort Aserbaidschan vorkommt, sind ebenfalls Lobeshymnen auf das System und die Mitglieder der Diktatorenfamilie Aliyev. Ihre Herkunft und ihre, in einem Musikblog versteckte, politische Ausrichtung entlarven sich so ganz von selbst.

Die Artikel der Autorin „EDDA“ zu diesen Themen sind mäßig bis schlecht bewertet, wovon sie sich aber offensichtlich nicht beirren lässt. Wäre der Artikel in den Suchergebnissen Googles nicht soweit vorne erschienen, hätten wir ihn nicht beachtet. So, aber wollten wir unbedingt darauf eingehen, um dessen Absurdität zu offenbaren.

 

Türkei und Aserbaidschan fühlen sich (wie immer) provoziert

Voreilige Kritik kommt auch vom Journalisten Jan Feddersen auf der offiziellen Seite der deutschsprachigen Eurovision, der sich somit bei der o.g. Bloggerin sowie den nachstehenden Kritikern einreiht.

In der Türkei kursiert derzeit eine Unterschriftenkampagne bei change.org, die die Disqualifikation Armeniens und Frankreichs seitens der EU fordert (http://www.horizonweekly.ca/news/details/61920). Aserbaidschan strebt indes eine offizielle Beschwerde an. Warum man sich über Armenien beschwert, wurde bereits ausführlich dargelegt. Der französische Beitrag „N’oubliez pas“ (Vergesst nicht) von Lisa Angell stellt ebenfalls schon aufgrund des Songtitels, der den Opfern des ersten Weltkriegs gewidmet sein soll ,eine Provokation für viele Menschen zwischen Istanbul und Baku dar. Sie verraten damit jedoch mehr über sich als über die Lieder, die sie vom Wettbewerb ausgeschlossen sehen wollen. Liest man sich nämlich den Text des französischen Beitrags durch, könnte man ihn sowohl als Antikriegslied als auch als eine Metapher für das Wiedererstarken einer Persönlichkeit nach einer gescheiterten Liebesbeziehung interpretieren:

I am here tonight
In the middle of these ruins
In order to talk about hope
And to sing about life
And I make the promise
That when the blood will dry
I will rebuild my village
Even more beautiful than before
But don’t forget

(http://wiwibloggs.com/2015/01/26/n-oubliez-pas-lyrics-lisa-angell/74793/)

Wir würden gemäß einer türkischen Redensart sagen, die Proteste gegen den armenischen und den französischen Beitrag verraten das schlechte Gewissen von allein: „Yarası olan gocunur„. Allein schon aufgrund dieses voreiligen Aufschreis und der oft polemischen und übereifrigen Kritik, die nun laut wird, hat Armenien mit der Wahl des Bandnamens sowie des Songtitels zunächst einmal alles richtig gemacht.

 

Es bleibt festzuhalten

Der ESC bildet, das hat uns der Sieg von Conchita Wurst im letzten Jahr bewiesen, die politische und gesellschaftliche Stimmung in Europa ab. Er hat uns gezeigt, dass Europa in punkto Akzeptanz alternativer sexueller Orientierungen offener und freier gewordener ist. Musik ist eine Form von Kunst und bildet somit stets Gesellschaft ab. Das ist ihr Recht und ein Grund, warum Menschen seit jehher überhaupt Musik machen. Sie ist ein Weg ihren Emotionen und allem, was sie bewegt Ausdruck zu verleihen. Wir dürfen gespannt sein, ob Armenien nun tatsächlich einen „Gedenksong“ präsentiert, oder lediglich mit einem Titel und Bandnamen aufwartet, der zunächst einmal Assoziationen zur Geschichte der Armenier zu Tage fördert, um sich dann als allgemein gehaltene Gesellschaftkritik oder gar Liebeslied zu entpuppen. Wenn „Don’t deny“ im März bei der armenischen Vorpräsentation präsentiert werden wird, wissen wir mehr. Alles wäre aber legitim.

Musik ist eine Form von Kunst. In dieser Eigenschaft bildet sie stets Gesellschaft und gesellschaftlich relevante Themen ab. Das darf sie sowohl auf zwischenmenschlicher als auch auf politischer Ebene und beim ESC genauso wie in Wacken.

 

 

 

Nachtrag:

Kurz nachdem wir den Artikel veröffentlicht haben, wurde bekannt dass mit der US-armenischen Sängerin und Songwriterin Tamar Kaprelian nun das zweite Bandmitglied der Gruppe GENEALOGY feststeht.

Das Video zum Titel „Purified“ aus ihrem 2010 erschienenen Album „Sinner Or A Saint“ kann hier angeklickt werden: http://vdownload.eu/watch/5357632-tamar-kaprelian-purified.html 

Rassismus und Körperflüssigkeiten: Türkische Gemeinde nimmt Nebahat Güçlü in Schutz

Die Türkische Gemeinde Deutschland hat die Vorsitzende ihrer Hamburger Gemeinde Nebahat Güçlü in Schutz genommen.

"Tollwütigen Grauen Wölfen ist der Zutritt untersagt"
„Tollwütigen Grauen Wölfen ist der Zutritt untersagt“

Nebahat Güçlü, die Grauen Wölfe und die Türkische Gemeinde Deutschland

Güçlü war am 18. Januar vor der den rechtsradikalen „Grauen Wölfen“ (Boz Kurt / Ülkücü-Bewegung) aufgetreten.

Zahlreiche Mitglieder der Jugendorganisation der TGH (Türkische Gemeinde Hamburg) distanzierten sich in Folge dessen deutlich von ihr, während andere ihr Verständnis bekundeten.

Auch der Hamburger Landesvorstand der Partei „Die Grünen“, für die Güçlü für die bevorstehenden Bürgerschaftswahlen kandidieren soll, reagierte nach Bekanntwerden des Auftritts ihres Mitglieds Ende Januar schnell mit der Enleitung eines Parteiausschlußverfahrens. Güçlü lies kurz darauf verlauten, dass sie dies nicht akzeptieren wolle. Die Türkische Gemeinde Deutschland weist in einer Erklärung jede Verantwortung für das Handeln Güçlüs von sich, spricht von einer „Hetzjagd“ ihr gegenüber und nimmt sie mehrfach in Schutz. In einer Erklärung der TGD heißt es dazu:

„Wir kennen Nebahat Güçlü, die auch Mitglied des TGD-Vorstandes ist, als eine Persönlichkeit, die sich seit Jahren gegen Rassismus und Diskriminierung und für Gleichstellung engagiert. Sie führt dieses Engagement seit über zwei Jahren als Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Hamburg und Umgebung fort. Nebahat Güçlü hat sich sowohl in ihrer beruflichen, als auch politischen Tätigkeit immer gegen jeglichen Extremismus gestellt und sich nicht gescheut, ihre Positionen auch öffentlich vorzutragen.

Aus diesen Gründen wendet sich die Türkische Gemeinde in Deutschland entschieden gegen Bestrebungen, Nebahat Güçlü in ein falsches Licht zu rücken.

Die TGD steht für Pluralität. Solange die allgemeinen Interessen der TGD nicht berührt sind, wird die TGD das Recht der Menschen, ihre unterschiedlichen Meinungen frei zu äußern, respektieren.“

 

„Antirassistin“ wirbt um Stimmen von Rassisten?!

Nebahat Güçlü wird demnach laut der TGD „Engagement gegen Rassismus“ attestiert und ihr Auftritt vor den „Grauen Wölfen“ solle unter die Meinungsfreiheit fallen.

In einem Bericht des nordrheinwestfälischen Innenministeriums heißt es zu der Gruppierung, um deren Stimmen Nebahat Güçlü für die am 13. Februar stattfindenden Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft warb:

„Aggressiver und deutlicher werden die Ziele der „Grauen
Wölfe“, wenn es um den Umgang mit ihren Feinden
geht. Hierzu gehören zum einen die Minderheiten in der
Türkei, wenn sie in den Augen der Ülkücü türkischen Interessen
entgegenstehen. Das sind ethnische Gruppen
wie Kurden, Griechen und Armenier, aber auch religiöse
Gemeinschaften wie Juden oder Christen.
Als Hauptfeinde gelten dabei zurzeit die Kurden. Alle
Kurden, die sich zum Kurdentum bekennen, werden
undifferenziert als Anhänger der ‚Arbeiterpartei Kurdistans‘
(PKK) oder als Terroristen und Verräter angesehen

und entsprechend diffamiert. Die Kurden werden als ein
von seinem Ursprung entfremdetes türkstämmiges Volk
betrachtet.
Auch frühere bewaffnete Konflikte mit anderen Völkern
und Nationen sind für die Nationalisten Grund genug,
eine feindselige und herabsetzende Haltung diesen gegenüber
einzunehmen. Feinde sind auch diejenigen, die
gegenüber der Türkei den Vorwurf erheben, 1915 einen
Völkermord an den Armeniern verübt zu haben.
Besonders drastisch ist die Art und Weise, in der diese
Feindbilder über entsprechende Sites, Foren und Chats
im Internet verbreitet werden. Hier bleibt es nicht nur
bei der bloßen Diffamierung. Vielmehr wird in volksverhetzender
Weise zu Körperverletzung, Mord und
sogar Lynchjustiz aufgerufen. Diese Inhalte sind dazu
geeignet, bei Jugendlichen zu einer Radikalisierung
und Gewaltaffinität beizutragen.“

(http://www.mik.nrw.de/uploads/media/UElkuecue-Broschuere_01.pdf, S.4-5)

In der Antwort auf die kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Sevim Dağdelen, Annette Groth, Heike Hänsel, Andrej Hunko, Stefan Liebich, Harald Petzold (Havelland), Martina Renner, Kathrin Vogler, Halina Wawzyniak und der Fraktion DIE LINKE im Bundestag vom 24. Januar 2014 heißt es:

„Die „Grauen Wölfe“ vertreten einen ausgeprägten Rassismus gegenüber nicht türkisch-sunnitischen Bevölkerungsgruppen in der Türkei. Zu ihren Feindbildern gehören so Kurdinnen und Kurden, Alevitinnen und Aleviten, Armenierinnen und Armenier, Griechinnen und Griechen und sowie Jüdinnen und Juden. In der Türkei waren paramilitärische Gliederungen der Grauen Wölfe bis zum Militärputsch im Jahr 1980 für Tausende Morde an politischen Gegnern verantwortlich. Auch in den letzten Jahren kam es mehrfach zu pogromähnlichen Übergriffen und Lynchversuchen von Grauen Wölfen gegen kurdische Arbeitsmigranten und Studierende in der Westtürkei aber auch Roma und Linke. Neben der MHP gehört die Anfang der 90er-Jahre von dieser abgespaltene, stärker religiös ausgerichtete Große Einheitspartei (BBP) zu den Grauen Wölfen bzw. dem als Ülkücü (Idealisten) benannten rechtsnationalistischen Milieu. Aus dem Umfeld der BBP, der MHP und ihrer Jugendorganisationen stammten die Mörder und deren Hintermänner im Falle des im Jahr 2007 in Istanbul erschossenen armenischen Journalisten Hrant Dink sowie mehrerer in den Jahren 2006 und 2007 in der Türkei ermordeter Christen (www.taz.de vom 21. Januar 2008 „Schweigen für Hrant Dink“).
In Deutschland sind die Grauen Wölfe in so genannten Idealistenvereinen (Ülkücü-Vereinen) der Deutschen Türkischen Föderation (ATF) organisiert, die Teil des europaweiten Dachverbandes „Europäische Föderation der Türkischen Demokratischen Idealistenvereine“ (ADÜTDF) ist. Daneben existieren Vereine der 1987 von der ADÜTDF abgespaltenen „Türkisch-Islamischen Union Europa“ (ATIB), die eine stärkere Orientierung auf den Islam als konstitutives Element des Türkentums propagiert. Als Auslandsabteilung der BBP der Türkei existieren zudem der „Verband der türkischen Kulturvereine in Europa“ (ATB).“

[..]

„Auch in Deutschland haben Graue Wölfe Gewalttaten begangen. So wurde im Jahr 1980 der türkische Gewerkschafter und Lehrer Celalettin Kesim in Berlin und im Jahr 1995 ein 21-jähriger Kurde in Neumünster von türkischen Rechtsextremen ermordet. Zudem griffen Personen aus dem Umfeld der Grauen Wölfe in den letzten Jahren zumeist im Umfeld von antikurdischen Demonstrationen mehrfach kurdischstämmige Bürgerinnen und Bürger sowie kurdische und linksgerichtete türkische Kulturvereine an (www.neues-deutschland.de vom 16. November 2013 „Graue Wölfe heulen in Oberhausen“).
Unter dem Verdacht des illegalen Waffenbesitzes durchsuchte die Polizei im Juni 2013 einen Augsburger Verein, der den Grauen Wölfen zugerechnet wird, sowie rund 20 weitere Objekte in Bayern, Recklinghausen und Frankfurt am Main nach Waffen. Bei einem Vorstandsmitglied des Vereins wurden zwei scharfe Schusswaffen mit Munition beschlagnahmt, in anderen Objekten fand die Polizei Schreckschusswaffen, Schlagstöcke, Elektroschocker und Samuraischwerter (www.augsburger-allgemeine.de vom 13. Juni 2013 „Großrazzia: Polizei findet bei Vereins-Vorstand scharfe Schusswaffen“).“

(http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/003/1800344.pdf, S.1-2)

 Der Spiegel schrieb bereits 1978 zu den Grauen Wölfen:

„Aus den Kurdendörfern strömten bewaffnete Bauern in die Stadt, in der bereits die lokalen „Grauen Wölfe“ wüteten: eine Mord- und Terrororganisation der „Nationalen Bewegungspartei“ des Hitler-Verehrers Alparslan Türkes, eines Zyperntürken, der von einem neuen Großtürkischen Reich träumt.“

(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40617783.html)

 

Rassismus und Körperflüssigkeiten

In der Facebookgruppe der Türkischen Gemeinde Deutschlands (https://www.facebook.com/groups/tgemeindedeutschland/permalink/255159271321284/) finden sich unter den Fürsprechern Nebahat Güçlüs die üblichen Verdächtigen, die auf Pinnwänden des Deutsch Türkischen Journals (DTJ), der Deutsch Türkischen Nachrichten (DTN) oder der Deutsch Türkischen Zeitung (DTZ), in einer großen Anzahl von Threads zu finden sind, in denen gegenüber den o.g. Feindbildern der „Grauen Wölfe“ polemisierend Stimmung gemacht wird. U.a. posierte die im oben verlinkten Thread zu findende Userin Aygül K. im Sommer auf diversen Fotos des rechtsradikalen, ebenfalls den „Grauen Wölfen“ nahestehenden Motorradclubs „Turkos MC“. Damals marschierten dessen Mitglieder in München gegen den kurdischen Wiederstand von Kobane auf (https://kurmenistan.wordpress.com/2014/10/19/protest-von-rechtsradikalem-motorradclub-in-munchen-polarisiert-nur-im-internet/).

Wie soll man die Erklärung der TGD, Nebahat Güçlüs Verhalten würde unter die Meinungsfreiheit fallen und sie sei überhaupt eine Antirassistin, verstehen?

Die Stimmen von Mitgliedern einer Organisation, die offen und aggressiv zur Gewalt gegen Kurden, Armenier, Juden und anderen aufzuruft, gewinnen zu wollen, ist also nach Meinung der TGD antirassistisch und fällt unter die Meinungsfreiheit?

Hätte die TGD noch von einem Handeln im Rahmen der Meinungsfreiheit gesprochen, wenn es sich um einen Fall handeln würde, in dem ein deutsche Politiker vor einer Ortsgruppe der NPD, um deren Stimmen und Unterstützung geworben hätte? Hätte man dann nicht vielmehr selbst die klare Kante gezeigt, die man nun als „Hexenjagd“ bezeichnet?

In ihrer Erklärung behauptet die TGD für „Pluralität“ stehen zu wollen. Das Verhalten in der Causa Güçlü vermittelt den Eindruck, dass diese Pluralität sehr individuell interpretiert wird. Sie gilt scheinbar für Gesinnungen mit klar definierten ethnischen Feindbildern, klammert aber auf der anderen Seite Kurdinnen und Kurden, Alevitinnen und Aleviten, Armenierinnen und Armenier, Griechinnen und Griechen sowie Jüdinnen und Juden aus.

Bei der TGD scheint es mit dem Rassismus so zu sein wie mit den Körperflüssigkeiten. Eklig ist es nur, wenn es nicht die Eigenen sind.

„Heuchlerisch und unverschämt“: Facebookseite Killuminati ∆ verhöhnt Solidarität mit Opfern der Pariser Anschläge

Wieder einmal haben die im Ruf, Verbindungen zu salafistischen Kreisen zu haben, stehenden Betreiber der Facebookseite „Killuminati ∆“ offenbart, wessen Propaganda sie verbreiten. Dabei unterlief ihnen, wie so oft ein Lapsus, der mal wieder ihre Doppelmoral offenbart. Die Seite ist bekannt für ihre antisemitischen Beiträge sowie für die inflationäre Verbreitung von abenteuerlichen zumeist auf Fotomontagen und unseriösen Tertiärquellen beruhenden Verschwörungstheorien.

 

Die Ideologie hinter Killuminati ∆ 

Der Name ist angelehnt an das 1997 erschienene Album des ermordeten US-Rappers Tupac Amaru Shakur, auch 2PAC genannt. Damit ködert man erfolgreich Fans des Gangsta-Rap der 1990er Jahre. Die Seite hat aber in Realität nichts mit ihm und seinem Weltbild zu tun.

Wir berichteten bereits im Rahmen ihrer Hasstiraden gegenüber dem Mainzer FDP-Politiker und humanitärem Helfer für Flüchtlinge in den Kurdengebieten, Tobias Huch (siehe: https://kurmenistan.wordpress.com/2014/10/12/is-isis-bekommt-unterstutzung-von-der-deutschsprachigen-facebookseite-killuminati-%E2%88%86-tobias-huch-im-visier/) darüber.

Des Weiteren weisen wir auf Folgenden Bericht eines ehemaligen Administrators der Seite hin:

„Ja es sind Islamisten. Salafisten bzw. „Abou Nagie“ Sektenanhänger aus Nürnberg sogar, um genau zu sein. Deshalb wirst du auch dort niemals etwas kritisches zum Islam finden.

Ich kenne die meisten Admins von Killuminati, da ich selber mal die Seite mit administriert habe. Ich habe die Seite aber dann verlassen, als der Gründer der Seite aus Mekka zurück kam und mit der Zeit zunehmend radikaler wurde. Außerdem hatte ich auch kein Bock mir den Mund zu bestimmten Themen verbieten zu lassen.

Die Regeln waren:

  • Keine Kritik zum Islam (den Islam nie ins schlechte Licht rücken, nie über Gräueltaten von islamistischen Terroristen berichten.)
  • Keine Kritik zum Salafismus, bzw. das Wort Salafist auch nie benutzen, da das Wort, so der Gründer der Seite, von den Medien erfunden wurde, um die muslimische Einheit zu zerbrechen 😀
  • Nichts über die „Völkermord an den Armeniern“ berichten. (Der Admin ist ein türkischer Salafist 😉

Die Seite bzw. das Gedankengut dieser Leute ist auf jedenfall extrem gefährlich, weshalb ich auch davon ausgehe, dass der BND da ein Auge drauf hat.

Mit Ken Jebsen und den anderen aufgezählten Typen hat das wirklich nichts zu tun.“ (http://www.gutefrage.net/frage/killuminati–islamisten)

 

Alle sind Verbrecher, nur der Ahmet nicht…is klar, Killus….

Nun also, nachdem die Seite zunächst die Opfer von Paris verhöhnte, auf falschen Behauptungen beruhenden krude Verschwörungstheorien zu den Massakern von Paris in die Welt setzte, um die eigene Ideologie zu verteidigen und zu verbreiten, unterlief ihr folgender Lapsus, der deutlich zeigt, wessen Anhänger sie sind. Dieser Fehltritt bestätigt die oben angeführten Aussagen des ehemaligen Administrators ein weiteres Mal.

Die Facebookseite „Gemeinsam gegen die ISIS“ kommentiert dies folgendermaßen:

Heuchlerisch und unverschämt!

Der Administrator von der Killuminati Seite (Erdoğan-Anhänger) hat vergessen, den türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu zu markieren. Als in Syrien, Irak und Kurdistan tausende Frauen verschleppt, versklavt und verkauft wurden, hat der all so „Gerechtigkeit bewusster“ Killuminati, der über 500.000 followern auf seiner Seite hat, die Klappe gehalten. Als die ISIS Terroristen in den Türkischen Provinzen Gaziantep und Adıyaman in den Trainingscamps ausgebildet wurden und immer noch werden, um hinterher nach Syrien und Irak Geschickt zu werden, hielt der Administrator wieder die klappe. Als die Menschen in Kobanê mit selbsterbauten Panzern und Schrotflinten in den Widerstand zogen, um ihre Heimat und stolz gegen den „Islamischen Staat“ zu verteidigen und parallel dazu Türkische Soldaten an der grenze zu Syrien, kurdische Kinder erschossen, war von dem Heuchler wieder nichts zu hören.
Lasst euch von solch Idioten nicht beeinflussen. Klar gibt es übergroße Oligarchen die in Tausendzimmer Palästen leben, wie Bsp. Erdoğan. Das alles hat jedoch was mit Kapitalismus zu tun und nicht mit irgendwelchen „Satansanbetenden Geheimlobbys“.

Bild: https://www.facebook.com/1455782671361187/photos/a.1455791844693603.1073741827.1455782671361187/1537414379864682/?type=1&theater

 

Links:

Wie die Verschwörungsindustrie die Opfer von Paris und die Solidarität mit ihnen verhöhnt:

1.) http://observers.france24.com/fr/content/20150113-theories-conspirationnistes-charlie-hebdo-demontees-complot-retroviseur-menotte-coulibaly?ns_campaign=reseaux_sociaux&ns_source=FB&ns_mchannel=social&ns_linkname=observateurs&aef_campaign_ref=partage_aef&aef_campaign_date=2015-01-14

2.) http://blog.tagesschau.de/2015/01/13/die-verschwoerung-von-paris/