Yekta Uzunoğlu: Wenn die EU ein Prozent dessen, was sie für die Migration ausgibt, den kämpfenden Kurden geben würde, wäre das Problem mit dem Islamischen Staat gelöst

Kultur Zeitung – Tschechien

Interview Tomáš Koloc mit Dr.Yekta Uzunoglu

Ein Gespräch mit Yekta Uzunoglu (geb. 1953), kurdischem Arzt, Übersetzer, Herausgeber und einem Kämpfer, der sein Leben lang für die Rechte seines Volkes kämpfte, welches in der Gegenwart die einzig effektive Kraft im Kampf gegen den Islamischen Staat ist. Es geht um die Erinnerungen eines Menschen, der den Großteil seines Lebens in Europa gelebt hat, aber Dank seiner Wurzeln im nahen Osten bringt er in sie eine andere Erfahrung und manch andere Sichtweise auf die geschichtliche Realität, als die, die wir aus der Schule und der Massenmedien kennen.

Weiter im Link:

http://yektauzunoglu.com/de/2016/03/05/wenn-die-eu-ein-prozent-dessen-was-sie-fur-die-migration-ausgibt-den-kampfenden-kurden-geben-wurde-ware-das-problem-mit-dem-islamischen-staat-gelost/

 

Kurdistan Report: AKP-Regierung weitet Zensur- und Einschüchterungspolitik nach Europa aus: Hassexport nach Deutschland

Eigentlich könnte der deutsche Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, ein Gästezimmer im türkischen Außenministerium anmieten, so oft wird er mittlerweile dorthin einbestellt, um Proteste der türkischen Regierung entgegenzunehmen. Während in der Türkei Medien und Kulturbetrieb nicht zuletzt durch über 1 800 Anzeigen des türkischen Präsidenten Erdoğan eingeschüchtert und gleichgeschaltet sind, versucht die Türkei, diese politische Zensur zunehmend auch in Deutschland und ganz Europa durchzusetzen. Zum Teil leider mit Erfolg, da sich die EU und vor allem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel durch den Flüchtlings­deal in eine starke Abhängigkeit von der Türkei begeben haben.

 

 

Warum kondoliert man Erdogan und nicht der HDP, als Partei der Anschlagsopfer von Ankara? – EU-Staatschefs konform mit gleichgeschalteten türkischen Medien!

Kurdische VertreterInnen und Verbände in Deutschland verurteilen die gestrigen Anschläge von Ankara scharf und kritisieren Politiker und türkische Medien scharf dafür, dass sie die Partei HDP, deren Mitglieder Opfer des Anschlags wurden, ignorieren. Beim gestrigen Anschlag auf eine Friedensveranstaltung der Partei HDP in der türkischen Hauptstadt Ankara starben mindestens 95 Menschen und hunderte wurden verletzt (Stand: Sonntag, 11. Oktober 2015, 13 Uhr).

 

YXK (Verband der kurdischen Studierenden in Deutschland): Der Anschlag in Ankara ist ein Anschlag auf den Wunsch der Menschen nach Frieden!

Der YXK verfasste am Samstag Nachmittag, als man noch von einer geringeren Opferzahl ausging, folgende Erklärung:

Bei zwei Bombenanschlägen auf die heutige Demonstration in Ankara sind mindestens 52 Menschen gestorben und hunderte verletzt worden. Mit unbeschreiblicher Trauer nehmen wir die Nachrichten aus Ankara auf. Auch dort fand heute ein Friedensmarsch statt, an dem alle freiheitlichen gesellschaftlichen Gruppen teilnahmen. Es sollte ein Zeichen für Frieden gesetzt und damit gezeigt werden, dass der vom türkischen Staat und der AKP-Regierung angezettelte Krieg in Kurdistan nicht der Wille der Menschen ist!
Die kurdische Bewegung setzt sich seit über 30 Jahren für einen demokratischen, vielfältigen und friedlichen Mittleren und Nahen Osten ein. Aus einer Gruppe studentischer Freund_Innen, die sich mit der ignoranten und menschenverachtenden Politik des türkischen Staates nicht länger zufrieden geben wollten, wurde eine internationale Bewegung von Millionen. Unabhängig von Ethnie, Religion, Staatszugehörigkeit, sozialem Hintergrund oder Geschlecht versammeln sich in der kurdischen Freiheitsbewegung alle Menschen, die eine freiheitliche Alternative zu dem herrschenden kapitalistischen System aufbauen wollen.
Vor diesem Hintergrund ist auch der heutige Tag des Protests in der Türkei, in Kurdistan und in Europa zu sehen. Hunderttausende solidarische Menschen gehen auf die Straße, um gegen die Kriegspolitik des türkischen Staates und der AKP-Regierung zu protestieren. Wir erinnern gleichzeitig an die illegitime Verhaftung von Abdullah Öcalan vor 16 Jahren, der Führungsfigur der kurdischen Freiheitsbewegung. Die Forderungen unserer Bewegung sind nicht zu trennen von den Ideen Abdullah Öcalans! Demokratischer Konföderalismus, die Befreiung der Geschlechter und ein ökologisches Leben sind die Antworten Öcalans und damit auch die Antworten der kurdischen Freiheitsbewegung auf die zerstörerische Politik der kapitalistischen Staaten!
Gerade heute hatte die KCK zu einer drei tägigen Waffenruhe ausgerufen. Dieser Anschlag ist ein klares Zeichen der dreckigen Kriegspolitik der Regierung!
Wenn Anschläge die Antwort des Staates und der Regierung auf eine Friedensbewegung sind, dann sagen wir:
So einen Staat, so eine Regierung brauchen wir nicht! Der Weg zum Frieden im Nahen und Mittleren Osten liegt in der basisdemokratischen Selbstverwaltung der Menschen, im Kampf gegen patriarchale Verhältnisse und in der Wahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen! Den demokratischen Willen der Menschen kann kein Regime aufhalten!
Schluss mit dem Krieg in Kurdistan! Freiheit für Abdullah Öcalan!

Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V. – YXK, (Stand: 14:00 Uhr, 10.10.2015)

(Quelle: http://www.yxkonline.com/index.php/465-der-anschlag-in-ankara-ist-ein-anschlag-auf-den-wunsch-der-menschen-nach-frieden)

 

Kahraman Evsen, Ko-Vorsitzender der DKJV (Deutsch Kurdische Juristen Vereinigung), kritisierte die türkischen Medien für ihre Nichtbeachtung gegenüber der Partei HDP scharf. Er kommentierte die Darstellung wie folgt:

„Infoge des blutigen Attentats gestern habe ich mir interessehalber die Nachrichten im türkischen Staatsfernsehen angesehen. Ich wollte wissen, wie der türkische Staat den Anschlag präsentiert. Seltsamerweise wurden die statements der Vorsitzenden der drei großen türkischen Parteien (AKP, CHP, MHP) gezeigt. Aber keine einzige Erklärung von den eigentlichen Opfern, den Kurden. Die HDP und weitere linksgerichtete Parteien waren Ziel des Anschlags und bekommen im türkischen Fernsehen nicht einmal die Chance, ihre Sicht der Dinge darzulegen, ihr Leid zu beklagen. Unfassbar! Ich spreche hier nicht von einer verbotenen Organisation, sondern von einer Partei, die von sechs Millionen Menschen gewählt wurde und mit 13% der Stimmen ins Parlament gezogen ist. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Medien in diesem Land gleichgeschaltet sind. Vor einigen Tagen schon wurde weiteren oppositionellen Sendern die Lizenz entzogen. Nur die Sicht Erdogans wird zugelassen. Die Menschen wissen nicht, was in ihrem Land passiert und werden weiterhin die AKP wählen, weil diese mit den übelsten Tricks arbeitet. Sie werden erst aufwachen, wenn es zu spät ist.“

(Quelle: https://www.facebook.com/kahraman.evsen/posts/10156218165740145?pnref=story)

 

Toprak: Währenddessen schicken EU-Staatschefs Beileidsbekundungen an Erdogan. Ich finde es unerträglich. Das ist eine Verhöhnung der Opfer und der Zivilgesellschaft in der Türkei.

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland e.V. äußerte sich zum Verhalten europäischer Staatschefs ähnlich wie Kahraman Evsen zu den türkischen Medien. Nachfolgend sein bewegendes und zugleich mahnendes Statement, das er bei Facebook in Kombination mit einem schockierenden Video veröffentlichte:

„Währenddessen schicken EU-Staatschefs Beileidsbekundungen an Erdogan. Ich finde es unerträglich. Das ist eine Verhöhnung der Opfer und der Zivilgesellschaft in der Türkei.

Ich bin nur noch verzweifelt und am Ende meiner Geduld… angesichts dieser Bilder… Vieler meiner Freunde haben heute wieder Verwandte und Freunde verloren.
Meine Verwandten haben knapp überlebt… Aber dabei sind doch alle Menschen, die sich für Freiheit und Demokratie in der Türkei einsetzen auch meine Verwandten…

Ich kann mich zwar glücklich schätzen, dass ich in einer freiheitlichen Demokratie, in Deutschland lebe.
Aber ich kann dieses Glück schon seit langem nicht mehr genießen.
Wie kann ich Freiheit und Glück genießen, wenn wo anders Menschen, die zudem noch meine Freunde und Verwandte, unfrei sind und dafür sogar sterben müssen?..

Ich kann mich schon nicht mehr reden und lesen hören!

Tagtäglich berichte ich über die schrecklichen Ereignisse in der Türkei und Kurdistan.

Man nimmt es nur zur Kenntnis…

Die Medien, die Politik, meine Freunde und Bekannte nehmen es nur noch zur Kenntnis.

Die Medien zitieren mich,
oft hören mir wichtige Politiker zu.
Sie sagen immer wieder, „Herr Toprak, dass was sie uns erzählen ist ja besorgniserregend?!“

Aber das Sterben geht weiter.

Und unsere Politiker schicken Erdogan nach jedem Massaker Beileidsbekundungen.

Warum kommen nochmal so viele Flüchtlinge nach Deutschland?

Erdogan der Schleusenwärter soll es jetzt richten.

Er bekommt sogar von uns(EU) dafür eine Milliarde…

Unterdessen wurde bekannt, dass seine Regierungsbehörden EU-Projekt Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben.

Aber das interessiert zurzeit die EU nicht.

Die EU hat ein Flüchtlingsproblem.

Aber wenn es so weiter geht, wird er vielleicht die syrischen Flüchtlinge aufhalten können, aber nicht seine eigenen Staatsbürger.

Zumindest die Demokraten nicht…

Schaut Euch die schrecklichen Bilder an!

Sieht so ein sicheres Herkunftsland aus?..

Tut mir leid, dass ich Euch damit konfrontiere, aber was bleibt mir übrig, wenn meine Worte nicht mehr reichen?..

Als er an die Macht kam, habe ich gewusst, dass er kein Demokrat ist.
Ich habe ihn vor zehn Jahren schon als „türkischen Putin“ bezeichnet.
Nein, nicht weil ich Putin beleidigen wollte.
Weil man den Deutschen komplizierte Sachverhalte nur in Bilder-Sprache erklären kann.
Der Arabische-Frühling, wurde bejubelt hierzulande. Da habe ich gesagt freut Euch nicht zu früh.

Islamisten(nicht Muslime!) können und wollen auch keine Demokratie, sagte ich. Keiner wollte es hören.

Als ich 2008 die damalige US-Außenministerin Rice in Berlin traf, die uns erklären wollte, warum die USA in Irak einmarschiert ist, nämlich um einen Diktator zu stürzen..
…habe ich ihr geantwortet, dass die USA zwischen guten und bösen Diktatoren unterscheiden würde, aber das es eigentlich keine guten oder bösen Diktatoren gibt, sondern alle Diktatoren Mist sind.
Da hatte sie mich nur angelächelt.
Ich hatte auch nach einem B-Plan gefragt.
Das gleiche hat man später in Syrien gemacht ohne ein B-Plan!

Bis vor vier Jahren hatten Assad und Erdogan übrigens gemeinsam mit ihren Familien Urlaub in Bodrum/Türkei gemacht.

Plötzlich war Assad ein Diktator, weil er seine Bürger unterdrückt und bombardiert.

Erdogan war der Gute und Assad der Böse.

Erdoğan bombardiert mittlerweile auch seine Bürger und seine Opposition.

Er darf das und bekommt sogar Geld von uns, denn er ist unser Verbündeter…

Meint ihr wir haben mit den schrecklichen Bildern in dem Video unten etwas zu tun?…

Übertreibe ich, bin ich zu emotional?..

Mir ist es egal, es schmerzt mich nur noch, wenn ich diese schrecklichen Bilder sehe…

Nur die Bilder oder meine Hilflosigkeit dagegen?.. Oder beides…

Es tut mir in der Seele weh…

Und Deutschland hat kein Bock mehr auf Flüchtlinge… aber bitte dann soll unsere Kanzlerin auch die Fluchtursachen bekämpfen und nicht mehr einem Mann Beileid wünschen, der für viel Leid sorgt!!!!

Sorry, aber liebe Angela Merkel ihr Beileid an Erdogan tut mir in der Seele weh und verhöhnt die Opfer und ihre Angehörigen..

Aber schaut selber hin!

Vorsicht, es könnte allen weh tun, die ein Gewissen haben…

Mit Euch bin ich aber Seelenverwandt..

Durch Euch schöpfe ich Kraft, um wieder aufzustehen und zu kämpfen für Freiheit und Demokratie, die nicht selbstverständlich ist…

Danke, dass es Euch alle da draußen gibt… Dank Euch gebe ich dennoch nicht auf..“

(Quelle: https://www.facebook.com/ali.e.toprak.92/posts/10154342297502516)

Eines der Todesofer des Massakers in Ankara: Elif Kanlıoğlu, 20 Jahre alt, aus Aydın. Kam aus Mersin, wo sie studierte. Ankara’da katledilen insanlardan biri: Elif Kanlıoğlu, 20 yaşında, Aydınlı. Üniversite okuduğu Mersin’den gelmiş. Bild und Text: Twitterscreenshot von Deniz Yücel (https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10206724845593202&set=a.1125531831930.20453.1636194383&type=3&theater)

Nahostexperten bestätigen Kurden

Bestätigt werden die Darstellungen kurdischer Vertreter von Nahost und Türkei-Experten wie Günter Seufert und Günter Meyer.

Seufert war am Samstag, den 10.10.2015 Gast in den Tagesthemen der ARD. Auf die Frage, wem der Anschlag in Ankara am meisten nützen würde, erwidert er: „(…) der AKP-Regierung (…)“ (Quelle: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-123303.html)

Der Mainzer Nahostexperte Günter Meyer stellte auf „t-online.de“ traurige Parallelen zu den Anschlägen von Suruç fest, und erklärt welches politische Kalkül dahinter stecken könnte. Er sagte, Erdogan nütze solche Anschläge systematisch aus. (Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_75738934/terror-in-der-tuerkei-erdogan-nutzt-solche-anschlaege-systematisch-aus-.html)

Französischer Abgeordneter fordert Streichung der PKK von der EU-Terrorliste

Paul Molac fragt im französischen Parlament nach der Streichung der PKK von der EU-Terrorliste. Bild: Youtubescreenshot (https://www.youtube.com/watch?v=pgrLY7BgQjM&list=UUoPik8tPlQKUtZuqQoM63cg&index=1)
Paul Molac fragt im französischen Parlament nach der Streichung der PKK von der EU-Terrorliste. Bild: Youtubescreenshot (https://www.youtube.com/watch?v=pgrLY7BgQjM&list=UUoPik8tPlQKUtZuqQoM63cg&index=1)
Am Mittwoch den 11. Februar stellte der bretonische Nationalratsabgeordnete Paul Molac im französischen Parlament die Präsenz der kurdischen Arbeiterpartei PKK auf der EU-Terrorliste in Frage. Ihre Präsenz darauf sei mittlerweile eine höchstfragwürdige Tatsache, da ihre Kämpferinnen und Kämpfer aufopferungsvoll auf derselben Seite wie viele europäische Staaten, insbesondere in Kobane, gegen den Islamischen Staat kämpfen.
Paul Molac unterstrich, dass die Einstufung der PKK als Terroroganisation Auswirkungen auf Frankreich hat. Am 28. Januar wurden dort zehn Kurden mit türkischem Pass zu Bewährungsstrafen von zwischen einem und vier Jahren wegen finanzieller Unterstützung der PKK durch die Organisation von kulturellen Veranstaltungen verurteilt. Währenddessen erhärtet sich mehr und mehr der Verdacht, dass der türkische Staat unmittelbar an der Ermordung von drei kurdischen Aktivistinnen im Januar 2013 in Paris beteiligt war. Wenn man versteht, dass die Europäische Union eine politische Institution ist, die wiederum der Druckausübung anderer politischer Kräfte ausgesetzt ist, wird unumgänglich die Frage nach der Sachdienlichkeit von Listen zu stellen, die die EU entwirft. Darüber hinaus ist es nicht unwichtig zu erwähnen, dass der IS / ISIS kein Bestandteil dieser Terrorliste ist. Ebenso betonte Molac, dass es aus genannten Gründen nun Zeit ist die PKK, die Gesamtheit kurdischer Bewegungen, die gegen den IS / ISIS kämpft, sowie auf der nächsten Ebene das gesamte kurdische Volk anzuerkennen, und ferner seitens der EU zu unterstützen sowie sie offiziell als stabilisierende Kräfte im Nahen und Mittleren Osten einzustufen.

Jürgen Todenhöfer diskreditiert erneut den kurdischen Kampf gegen ISIS / IS

Er hat es schon wieder getan. Jürgen Todenhöfer veröffentlichte am Abend des 07.09.2014 folgenden Beitrag auf seiner Facebookpinnwand.

https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10152449691570838

Screenshot von Jürgen Todenhöfers Facebookseite (öffentlich, uneingeloggt als Googleergebnis), über die er seine Groupies lenkt
Screenshot von Jürgen Todenhöfers Facebookseite, über die er seine Groupies lenkt

Todenhöfer greift wie üblich „den Westen“ an, macht ihn verantwortlich für die Existenz der Andersgläubige massakrierend durch Syrien und den Irak ziehenden Terrororganisation  und spricht reißerisch von „Terrorzuchtprogrammen“.

Dass westliche Staaten, allen voran, die USA und Großbritannien alles andere als unschuldig an ihrer Existenz sind, ist nicht von der Hand zu weisen. Der alleinige Schuldige am Vormarsch dieser Terrororganisation ist „der Westen“ aber nicht. Hierum haben sich Staaten im Zentrum und im Südosten der arabischen Halbinsel sowie in Kleinasien deutlich eifriger verdient gemacht.

Des Weiteren diskreditiert er aufs Neue, wie in der Vergangenheit bereits, den Kurdischen Widerstand gegen die Terrororganisation ISIS /IS. Er diffamiert und verunglimpft somit schamlos den einzigen Schutz, den Jesiden, Aleviten, Schiiten und die zahlreichen christlichen Minderheiten im Krisengebiet überhaupt nur haben.

Er schreibt wortwörtlich:

Die Politik der europäischen Staaten ist nicht überzeugender. Sie haben beschlossen, IS durch Waffenlieferungen an die Kurden zu bekämpfen. Obwohl sie genau wissen, dass die Kurden mittelfristig ein ganz anderes Programm verfolgen, nämlich die staatliche Unabhängigkeit Kurdistans vom Irak. Ein hochrangiger Vertreter der kurdischen Führung sagte mir: „So schrecklich der IS ist, für uns ist er ein Geschenk des Himmels. Noch nie waren wir unseren Zielen so nahe wie heute“.“

Eine Erklärung, warum ein freies Kurdistan und ein Kampf gegen den IS / ISIS sich, wie er behauptet, sich gegenseitig ausschließen, bleibt er schuldig. Ebenso ist sein ominöses Telefongespräch weder zu widerlegen noch zu beweisen.

Er stellt die Kurden als egoistisch dar und drückt, ungeachtet der Unterdrückung und Massaker, die Kurden und andere von ihnen geschützte o.g. Minderheiten durch die Regionalmächte in den letzten gut hundert Jahren erleiden mussten, seine Ablehnung gegenüber einem freien multiethnischen und multikonfessionellen Staat Kurdistan aus. Die menschenrechtlich gesehen auf EU-Niveau befindlichen Fortschritte, die die kurdischen Demokratiebewegungen in den letzten fünf Jahren gemacht haben, verschweigt er absichtlich.

Es ist das gute Recht der Kurden einen eigenen Staat zu verlangen. Sie sind schließlich ein 30 Millionen Volk, das jahrhundertelang unterdrückt wurde und teilweise auch noch unterdrückt wird. So wie er argumentiert, würde Tödenhöfer wohl auch dem Kosovo die Unabhängigkeit absprechen wollen?

Der Diffamierung nicht genug, fährt Todenhöfer fort:

„Auch dass ISIS/IS nicht nur in den kurdischen Gebieten auf dem Vormarsch ist, scheint sich in Europa noch nicht herumgesprochen zu haben. Wie wollen die Europäer denn in den nicht-kurdischen Regionen Bagdad oder Anbar, die inzwischen ebenfalls (wieder) unter IS- Einfluss stehen, deren Terror bekämpfen? Und wie in Syrien? Mit Waffenlieferungen an die Schiiten Bagdads, die Sunniten Anbars und die Alawiten Syriens? Oder wird ISIS von den Europäern nur dort umfassend bekämpft, wo wie in Kurdistan riesige Ölfelder liegen, die man unbedingt unter Kontrolle behalten möchte?“

Todenhöfers Behauptung über einen ISIS / IS Vormarsch auf kurdischen Gebieten sind bezüglich Syriens und des Irak schlichtweg falsch. Dort haben kurdische Verbände der Peshmerga, der YPG und der von Norden aus zu Hilfe geeilten PKK sie längst zurückschlagen können. Recht hat Todenhöfer lediglich im Bezug auf einige hundert ankaratreue Kurden aus zumeist fundamentalistisch-sunnitischen Clans sowie Dorfschützerfamilien in Nordkurdistan (Türkei). Sein Vergleich mit den „Schiiten Bagdads, die Sunniten Anbars und die Alawiten Syriens“ ist typisch für seine doppelmoralistische und polemische Art. Die kurdische Freiheitsbewegung ist in ihrer freiheitlichen Programmatik einzigartig. Des Weiteren bringen sie im Gegensatz zu den von Todenhöfer genannten eine Tradition des Guerilla-Freiheitskampfes mit, die mit militärischer Erfahrung und Zuverlässigkeit einhergeht.  Dass wirtschafliche Interessen mittelfristig eine Rolle spielen, ist wahrscheinlich. Letztendlich zählt es aber für den Moment die genozidverhindernde Kraft zu unterstützen. Hier macht „der Westen“, insbesondere die einer Wertegemeinschaft verpflichteten EU-Staaten, die die Kurden unterstützen, etwas absolut richtig. Sie unterstützen die Kraft, die in der Tradition ihrer Freiheitsbewegung für die Gleichberechtigung der Konfessionen, Religionen und Ethnien sowie die Gleichberechtigung der Geschlechter steht. Kaum ein anderer Staat in der Region kann das von sich behaupten.  (Leseempfehlung: http://www.bild.de/politik/ausland/irak/kurdische-frauenrechtlerin-37551572.bild.html)

Todenhöfer, der berauscht von der Lobhudelei seiner Groupies mittlerweile soweit geht sich selbst mit Mahatma Gandhi zu vergleichen, scheinen diese Werte und die Verhinderung eines Völkermords bei seiner immer plumper und unsachlicher werdenden Kritik an „dem Westen“ nichts zu bedeuten. Seiner Fangemeinde fehlt es Hintergrundwissen sowie am Willen und vielleicht auch an der Fähigkeit seine Ausführungen zu hinterfragen. Der Beitrag verbreitet sich wie ein demagogisches Lauffeuer. Es wird eines langen Atems und viel Mühe bedürfen, Todenhöfer konsequent entgegenzutreten und seine katar- und anakarahörige Propaganda ein ums andere Mal zu entlarven.

Hier ein Beispiel, welche Menschen Todenhöfer mit seinen Beiträgen diffamiert; es sind Familienväter wie der Jeside Magdal Rasho, die riskieren Familie und Freunde nie wieder zu sehen, um seinen Beitrag zu leisten seine Kultur in der alten Heimat vor der Auslöschung zu bewahren:

http://www.stern.de/tv/sterntv/kampf-gegen-den-is-terror-stern-tv-begleitet-deutschen-jesiden-in-den-krieg-2134958.html

Auch hier sollte Jürgen Todenhöfer ganz genau hinschauen. Der Artikel berichtet davon, wie jesidische Kämpfer unterstützt von US-Luftschlägen 180 jesidische Frauen aus IS / ISIS- Gefangenschaft befreien konnten. Es sind die Befreier, die er mit Beiträgen, wie dem von Sonntagabend, diffamiert, und es ist die Rettung von Freiheit und Würde der Frauen, die er so in Abrede stellt.

http://ezidipress.com/blog/nach-us-luftschlaegen-ezidische-kaempfer-befreien-180-ezidische-frauen-und-maedchen-aus-is-gefangenschaft/

New World Order? – Türkei stellt Anfrage bei Eurasischer Union, Nalbandian in Brüssel

Der armenische Außerminister Edward Nalbandian und die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik und Erste Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Catherine Ashton

Sollte die Initiative der Türkei eine Handelsunion mit Russland, Weißrussland und Kasachstan zu bilden gelingen, hätte das schmerzliche Folgen für Armenien, da Anti-Armenische Demonstrationen der Macht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu erwarten seien, denkt der Experte für Türkeistudien Ara Papayan.

Wirtschaftliche und geopolitische Interessen Russlands sowie der von Turkvölkern domonierten ehemaligen Sowjetrepubliken machen eine solche Partnerschaft wahrscheinlich. Das kleine und wirtschaftlich angeschlagene Armenien könne de facto nichts unternehmen. Einerseits schützt Russland seine Grenzen vor einer Invasion des dreimal größeren Aserbaidschan, als dessen großer Bruder sich die Türkei versteht. Andererseits bewaffnet Russland auch die aserbaidschanische Armee.

Wirtschaftswissenschaftler Vahagn Khachatryan hingegen sieht auch die Möglichkeit einer Normalersierung der armenisch-türkischen Beziehungen unter russischer Mediation. Der Handelpartnerschaft räumt er Grenzen ein, da Kasachstan und Weißrussland im Gegensatz zu Russland und der Türkei keine Mitglieder der Welthandelsorganisation sind.

Währenddessen betonte der armenische Außenminister Edward Nalbandian, bei einem Treffen mit EU- und osteuropäischen Amtskollegen, an dem auch die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik und Erste Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Catherine Ashton, teilnahm, Armeniens Absicht die Beziehungen mit der EU ausbauen zu wollen.

Im Bezug auf den Karabakh-Konflikt (armenisch: Artsakh) bekräftigte er den Willen Armeniens zum Frieden und dem Leben nach völkerrechtlich bindenden Grundsätzen. Zugleich wieß er daraufhin, dass es immer wieder die aserbaidschanische Seite war und ist, die Vorschläge und Programme unabhängiger Vermittler ablehnte und sich im Gegensatz zu Armenien martialischer Rhetorik sowie kriegerischen Provokation bedient.

Quelle:
Asbarez News

http://asbarez.com/125197/turkey-eurasian-union-partnership-%E2%80%98will-hurt-armenia%E2%80%99/

http://asbarez.com/125245/armenia-wants-broader-partnership-with-eu-nalbandian-says/