Tausende Kurden wollen mit einem Protestmarsch den IS / ISIS – Nachschub von der Türkei nach Syrien stoppen

Die kurdische Provinz Kobanê (Westkurdistan / Nordsyrien) wird z.Zt. von der bislang heftigsten Angriffswelle seitens der Mördermiliz IS / ISIS heimgesucht. Der Nachschub passiert ungehindert und logistisch durch den Staat unterstützt die Grenze von der Türkei nach Syrien. Von der Stadt Suruç aus wollen um 16.00 Uhr tausende Menschen zur Grenze marschieren.

Der Kanton konnte bislang von den kurdischen Verteidigungseinheiten der YPG/YPJ gegen die Angriffe verteidigt werden.

Der Vizevorsitzende des KCK-Exekutivrates und PKK-Mitglied, Murat Karayılan, ruft die Menschen zu den Protestmärschen auf und in vielen nordkurdischen Städten und Gemeinden (türkisches Staatsgebiet) sind die Vorbereitungen dazu in vollem Gange.

İsmail Kaplan, Co-Vorsitzender des DBP erklärte im Gespräch mit Sterk TV die Protestmärsche seien notwendig, um die vom türkischen Staat mit Zügen transportierten sowie mit Waffen und Munition ausgestatteten Banden zu stoppen. „Wir werden in jedem Fall den Banden gegenübertreten. Wir werden ein Zeltlager errichten und Wache halten. So wollen wir aktiv den Nachschub der Banden in der Grenzregion unterbrechen“ fuhr Kaplan fort.

Der ebenfalls von einer genozidalen Intention der menschenfeindlichen IS / ISIS Banden sprechende Kaplan fügte hinzu: „Die Menschen von Rojava sind nicht allein. Jeden, der sich Patriot, Revolutionär, Demokrat oder einfach Mensch nennt, fordere ich auf sich unserer Aktion anzuschließen.

Quelle:

http://firatnews.com/news/guncel/binler-kobane-sinirini-tutmaya-hazirlaniyor.htm

Zu den aktuellen Angriffen

YPG: Heftigste IS-Angriffe auf Kobanê

http://civaka-azad.org/ypg-heftigste-angriffe-auf-kobane/

Jürgen Todenhöfer diskreditiert erneut den kurdischen Kampf gegen ISIS / IS

Er hat es schon wieder getan. Jürgen Todenhöfer veröffentlichte am Abend des 07.09.2014 folgenden Beitrag auf seiner Facebookpinnwand.

https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10152449691570838

Screenshot von Jürgen Todenhöfers Facebookseite (öffentlich, uneingeloggt als Googleergebnis), über die er seine Groupies lenkt
Screenshot von Jürgen Todenhöfers Facebookseite, über die er seine Groupies lenkt

Todenhöfer greift wie üblich „den Westen“ an, macht ihn verantwortlich für die Existenz der Andersgläubige massakrierend durch Syrien und den Irak ziehenden Terrororganisation  und spricht reißerisch von „Terrorzuchtprogrammen“.

Dass westliche Staaten, allen voran, die USA und Großbritannien alles andere als unschuldig an ihrer Existenz sind, ist nicht von der Hand zu weisen. Der alleinige Schuldige am Vormarsch dieser Terrororganisation ist „der Westen“ aber nicht. Hierum haben sich Staaten im Zentrum und im Südosten der arabischen Halbinsel sowie in Kleinasien deutlich eifriger verdient gemacht.

Des Weiteren diskreditiert er aufs Neue, wie in der Vergangenheit bereits, den Kurdischen Widerstand gegen die Terrororganisation ISIS /IS. Er diffamiert und verunglimpft somit schamlos den einzigen Schutz, den Jesiden, Aleviten, Schiiten und die zahlreichen christlichen Minderheiten im Krisengebiet überhaupt nur haben.

Er schreibt wortwörtlich:

Die Politik der europäischen Staaten ist nicht überzeugender. Sie haben beschlossen, IS durch Waffenlieferungen an die Kurden zu bekämpfen. Obwohl sie genau wissen, dass die Kurden mittelfristig ein ganz anderes Programm verfolgen, nämlich die staatliche Unabhängigkeit Kurdistans vom Irak. Ein hochrangiger Vertreter der kurdischen Führung sagte mir: „So schrecklich der IS ist, für uns ist er ein Geschenk des Himmels. Noch nie waren wir unseren Zielen so nahe wie heute“.“

Eine Erklärung, warum ein freies Kurdistan und ein Kampf gegen den IS / ISIS sich, wie er behauptet, sich gegenseitig ausschließen, bleibt er schuldig. Ebenso ist sein ominöses Telefongespräch weder zu widerlegen noch zu beweisen.

Er stellt die Kurden als egoistisch dar und drückt, ungeachtet der Unterdrückung und Massaker, die Kurden und andere von ihnen geschützte o.g. Minderheiten durch die Regionalmächte in den letzten gut hundert Jahren erleiden mussten, seine Ablehnung gegenüber einem freien multiethnischen und multikonfessionellen Staat Kurdistan aus. Die menschenrechtlich gesehen auf EU-Niveau befindlichen Fortschritte, die die kurdischen Demokratiebewegungen in den letzten fünf Jahren gemacht haben, verschweigt er absichtlich.

Es ist das gute Recht der Kurden einen eigenen Staat zu verlangen. Sie sind schließlich ein 30 Millionen Volk, das jahrhundertelang unterdrückt wurde und teilweise auch noch unterdrückt wird. So wie er argumentiert, würde Tödenhöfer wohl auch dem Kosovo die Unabhängigkeit absprechen wollen?

Der Diffamierung nicht genug, fährt Todenhöfer fort:

„Auch dass ISIS/IS nicht nur in den kurdischen Gebieten auf dem Vormarsch ist, scheint sich in Europa noch nicht herumgesprochen zu haben. Wie wollen die Europäer denn in den nicht-kurdischen Regionen Bagdad oder Anbar, die inzwischen ebenfalls (wieder) unter IS- Einfluss stehen, deren Terror bekämpfen? Und wie in Syrien? Mit Waffenlieferungen an die Schiiten Bagdads, die Sunniten Anbars und die Alawiten Syriens? Oder wird ISIS von den Europäern nur dort umfassend bekämpft, wo wie in Kurdistan riesige Ölfelder liegen, die man unbedingt unter Kontrolle behalten möchte?“

Todenhöfers Behauptung über einen ISIS / IS Vormarsch auf kurdischen Gebieten sind bezüglich Syriens und des Irak schlichtweg falsch. Dort haben kurdische Verbände der Peshmerga, der YPG und der von Norden aus zu Hilfe geeilten PKK sie längst zurückschlagen können. Recht hat Todenhöfer lediglich im Bezug auf einige hundert ankaratreue Kurden aus zumeist fundamentalistisch-sunnitischen Clans sowie Dorfschützerfamilien in Nordkurdistan (Türkei). Sein Vergleich mit den „Schiiten Bagdads, die Sunniten Anbars und die Alawiten Syriens“ ist typisch für seine doppelmoralistische und polemische Art. Die kurdische Freiheitsbewegung ist in ihrer freiheitlichen Programmatik einzigartig. Des Weiteren bringen sie im Gegensatz zu den von Todenhöfer genannten eine Tradition des Guerilla-Freiheitskampfes mit, die mit militärischer Erfahrung und Zuverlässigkeit einhergeht.  Dass wirtschafliche Interessen mittelfristig eine Rolle spielen, ist wahrscheinlich. Letztendlich zählt es aber für den Moment die genozidverhindernde Kraft zu unterstützen. Hier macht „der Westen“, insbesondere die einer Wertegemeinschaft verpflichteten EU-Staaten, die die Kurden unterstützen, etwas absolut richtig. Sie unterstützen die Kraft, die in der Tradition ihrer Freiheitsbewegung für die Gleichberechtigung der Konfessionen, Religionen und Ethnien sowie die Gleichberechtigung der Geschlechter steht. Kaum ein anderer Staat in der Region kann das von sich behaupten.  (Leseempfehlung: http://www.bild.de/politik/ausland/irak/kurdische-frauenrechtlerin-37551572.bild.html)

Todenhöfer, der berauscht von der Lobhudelei seiner Groupies mittlerweile soweit geht sich selbst mit Mahatma Gandhi zu vergleichen, scheinen diese Werte und die Verhinderung eines Völkermords bei seiner immer plumper und unsachlicher werdenden Kritik an „dem Westen“ nichts zu bedeuten. Seiner Fangemeinde fehlt es Hintergrundwissen sowie am Willen und vielleicht auch an der Fähigkeit seine Ausführungen zu hinterfragen. Der Beitrag verbreitet sich wie ein demagogisches Lauffeuer. Es wird eines langen Atems und viel Mühe bedürfen, Todenhöfer konsequent entgegenzutreten und seine katar- und anakarahörige Propaganda ein ums andere Mal zu entlarven.

Hier ein Beispiel, welche Menschen Todenhöfer mit seinen Beiträgen diffamiert; es sind Familienväter wie der Jeside Magdal Rasho, die riskieren Familie und Freunde nie wieder zu sehen, um seinen Beitrag zu leisten seine Kultur in der alten Heimat vor der Auslöschung zu bewahren:

http://www.stern.de/tv/sterntv/kampf-gegen-den-is-terror-stern-tv-begleitet-deutschen-jesiden-in-den-krieg-2134958.html

Auch hier sollte Jürgen Todenhöfer ganz genau hinschauen. Der Artikel berichtet davon, wie jesidische Kämpfer unterstützt von US-Luftschlägen 180 jesidische Frauen aus IS / ISIS- Gefangenschaft befreien konnten. Es sind die Befreier, die er mit Beiträgen, wie dem von Sonntagabend, diffamiert, und es ist die Rettung von Freiheit und Würde der Frauen, die er so in Abrede stellt.

http://ezidipress.com/blog/nach-us-luftschlaegen-ezidische-kaempfer-befreien-180-ezidische-frauen-und-maedchen-aus-is-gefangenschaft/

Jürgen Todenhöfer kennt kein Mitgefühl für Kurden, Schiiten und Christen

todenhöferAm späten Abend des 10. August 2014 verfasste Jürgen Todenhöfer einen Thread, in dem er die US-Luftanfgriffe auf IS (ehemals ISIS) Stellungen scharf kritisiert:

https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10152381429475838

In diesem Thread gibt er den USA die Schuld an allem Elend im Irak. Das ist eine undifferenzierte und unvollständige Sichtweise auf die Dinge. Unter Saddam Hussein und seinem Bath-Regime war das Land in der Tat besser dran als heute. Unter ihm gab es aber eine massive Unterdrückung der Kurden im Norden, die auch vor Massentötungen wie beim Giftgasmassaker von Halabdscha keinen Halt machte.

Dass Bushs Irakintervention eine False Flag Aktion und eine Beugung des Völkerrechts war, die die Bildung radikaler Organisation verstärkt hat, steht außer Frage.

Soll das aber nun heißen, dass die kurdischen Guerillas, die aus allen Himmelsrichtungen in den Irak kommen, um einen Völkermord an ihren Volksgenossen, egal ob sie sunnitischen, alevitischen oder yezidischen Glaubens sind, und den Christen in der Region zu verhindern, keine Unterstützung verdienen? – Nein! Dass die USA hier einen historischen Fehler ausbügeln können und vielleicht zu der Erkenntnis gelangt sein könnten, wer die wahren Demokraten in der Region sind, will Herr Todenhöfer nicht sehen.

Hier sollte man natürlich den Tag nicht vor dem Abend loben und auch die Beweggründe der USA müssen natürlich hinterfragt werden. Jedoch ändert auch dies nichts daran, dass die Angriffe als Unterstützung der kurdischen Bodenoffensive notwendig und richtig sind.

Alternativvorschläge bietet Todenhöfer nicht. Er bevorzugt es sein Statement mit dem reißerischen Ausdruck vom „BOMBER OBAMA“ einzuleiten.

Ideologien könne man nicht wegbomben schreibt er. Das kann man in der Tat nicht. Was man aber sehr wohl kann, ist sie einzudämmen, indem man ihre Gegner unterstützt. Das hat gegenüber den Nazis im Zweiten Weltkrieg funktioniert und muss auch jetzt wieder versucht werden.

Dass dem IS nur mit militärischen Mitteln beizukommen ist, steht außer Frage. Diplomatie wird gegenüber einer derart brutalen und totalitären Organisation scheitern.

Die gezielten Angriffe der USA dienen der Unterstützung kurdischer Bodentruppen und helfen somit einen Völkermord zu verhindern.

Todenhöfer prügelt blind auf jede Aktion der USA und Israels ein und verliert aber kein Wort des Mitgefühls gegenüber den kurdisch-yezidischen, schiitischen oder christlichen Opfern des IS-Terrors. Ebenso lässt er jede Form von Kritik an den Unterstützern des IS gänzlich vermissen. Kein kritisches Wort lesen oder hören wir von ihm zu den Sponsoren des IS: Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie einigen Mitgliedern des Saudischen Königshauses. Auch die Politik der Türkei, die die Logistikzentren des IS beherbergt und deren Grenzen den Terroristen offen stehen wie ein Scheunentor, während junge Kurden, die auf ihrer Seite kämpfen wollen mit Gewalt am Grenzübergang gehindert werden, kritisiert Jürgen Todenhöfer an keiner Stelle.

Sein Beitrag kann so verstanden werden, dass man Kurden, Christen und Schiiten sich selbst überlassen solle, und einen Völkermord an ihnen durch den IS geschehen zu lassen habe.

Das ist deswegen so bezeichnend und markant, da derselbe Jürgen Todenhöfer sich noch vor Kurzem ganz anders gegenüber den Angriffen der israelischen Armme in Gaza äußerte, und tönte er sei ein Palästinenser, und jede Form von antisemitischen Parolen als legitime Kritik an Israel klassifizierte:

https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10152363695235838

Warum sagt er jetzt nicht, er sei Yezidi oder Aramäer?

Todenhöfer ist ein Wolf im Schafspelz. Als humanitär helfender sozial engagierter Mensch inszeniert er sich nur allzu gern. Das kommt an. Was er aber eigentlich tut, ist eine Aufteilung der Welt in Gut und Böse ganz nach dem Geschmack der Unterstützerstaaten des IS.

„Du sollst nicht töten“ lautet der Titel von Jürgen Todenhöfers literarischem Bestseller. Offenbar scheint dieses Gebot nach Todenhöfer aber nicht für die Türkei und die Golfsstaaten zu gelten.

 

 

 

 

 

Assyrer / Aramäer machen in kalifornischem Fernsehen auf ISIS-Terror im Irak aufmerksam

 

Dieses Symbol ist der arabische Buchstabe „nun“, erster Buchstabe des Wortes „Nazarener“. Er wird auf die Häuser der Christen in Mosul, der zweitgrößten Stadt des Irak, geschrieben, damit die islamistischen Terroristen sie identifizieren können.

Der in Oakland ansässige kalifornische Regionalsender KTVU berichtete heute über eine für Samstag gelante Demonstration von Assyrer / Aramäern in San Francisco, um auf die Massaker und Verfolgung an ihnen seitens der ISIS aufmerksam zu machen. Kein Staatschef, weder im Westen noch sonst wo, nimmt sich z.Zt. dem Terror der ISIS an, der sich gegen Assyrer / Aramäer, Armenier, Schiiten und Kurden richtet, an. Dahingegen sind Ukraine, Gaza und der Flugzeugabsturz der Malaysian Airlines Maschine täglich mehrmals in den Medien sowie auf der Agenda der bedeuten Staatschefs rund um den Globus.

Auch in Deutschland werden am Wochenende in gut einem Dutzend Städten Demonstrationen assyrisch / aramäischer sowie kurdischer Verbände stattfinden.

Videobeitrag von KVTU:

https://www.facebook.com/photo.php?v=10152329949157017

 

 

Zum selben Thema:

Aramäer /Assyrer, Armenier und Kurden rufen zu bundesweiten Demonstrationen gegen ISIS-Gewalt auf

https://kurmenistan.wordpress.com/2014/07/27/aramaer-assyrer-armenier-und-kurden-rufen-zu-bundesweiten-demonstrationen-gegen-isis-gewalt-auf/

Kurden schlagen ISIS bei Kobani zurück

https://kurmenistan.wordpress.com/2014/07/30/kurden-schlagen-isis-bei-kobani-zuruck/

Stoppt die Ausrottung des orientalischen Christentums

 

http://ayunion.wordpress.com/2014/07/26/die-hand-an-der-wiege-rede-bezuglich-der-demonstration-heute-in-koln/

Aramäer /Assyrer, Armenier und Kurden rufen zu bundesweiten Demonstrationen gegen ISIS-Gewalt auf

Am 02.08. finden bundesweite Demonstrationen gegen die fortwährend immer heftiger und brutaler werdenden Attacken der ISIS im Irak und in Syrien statt.

In den letzten zwei Wochen mussten alle Christen aus Mossul im Nordirak fliehen. Die Terroristen stellten ihnen ein Ultimatum. Das Ultimatum ließ ihnen keine wirkliche Wahl. Sie hatten die Möglichkeiten zu  fliehen, zu konvertieren oder bei Weigerung hingerichtet zu werden.Die Folge ist ein Massenexodus und das vollständige Verschwinden chritlichen Lebens und Kultur aus Mossul. Zeitgleich attackiert die ISIS Kurden in Rojava (Nordsyrien). Wir rufen zur Solidarität auf und appelieren zahlreich an den Demonstrationen teilzunehmen.

Weitere Infos zu den geplanten Demonstrationen finden ihr hier (aktualisiert am 01.08.2014):

Demonstration gegen die terroristischen Angriffe der ISIS auf Kurden in Rojava

Der Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V. (YXK) hat für Sonntag, den 27.Juli 2014 zu einer Kundgebung gegen die Angriffe der Terrororganisation ISIS auf die kurdische Bevölkerung von Rojava (Südkurdistan / Nordsyrien) aufgerufen.

Die Demonstration soll ab 15.00 Uhr vom Hauptbahnhof der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt aus stattfinden.

Für nähere Informationen und um auf dem Laufenden zu bleiben, kann der Facebookgruppe beigetreten werden:

https://www.facebook.com/events/1456175417984479/

 

 

 

Bretonische Menschenrechtler: Die demokratische Revolution von Rojava verwirrt Europa und seine Verbündeten in Nahost

Die französische Menschenrechtsorganisation „Amitiés kurdes de Bretagne (AKB)“ gehört zu den wenigen Beobachtern, Journalisten und Fotografen, die sich derzeit in Rojava, dem syrisch besetzten Teil Kurdistans, einfinden. Obwohl die dschihadistische Terrororganisation ISIS die dortigen Kantone Cezire und vor allem Kobane belagert und trotz Appelen des Kurdischen Nationalkongress, herrscht international weiterhin allgemeine Gleichgültigkeit.

Amitiés kurdes de Bretagne (AKB)
Amitiés kurdes de Bretagne (AKB)
Amitiés kurdes de Bretagne (AKB)
Amitiés kurdes de Bretagne (AKB)

 

Rojava bekommt keine Unterstützung durch westliche Demokratien

Obschon die einzige demokratische Kraft auf syrischem Staatsgebiet, erhalten die Kurden hier keinerlei Support der westlichen Demokratien. Die Kurden in Syrien haben eine demokratische Revolution auf die Beine gestellt und befinden sich im Krieg gegen den Terrorismus. Die Autonomie wurde offiziell am 21. Januar 2014 ausgerufen. Sie entspricht demokratischen Prinzipien und ersetzt das Regime Bashar Al Assads überall dort, wo die Kurden ihre Gebiete kontrollieren, also im Großteil von Rojava. Allerdings sind und bleiben die Attacken der materiell überlegenen und vom nördlichen Nachbarn in aller Gastfreundschaft unterstützten ISIS-Dschihadisten die größte Gefahr für die junge Demokratie. Der Kampf der Kurden um ihr Land ist untrennbar mit ihrem Kampf um Demokratie verbunden.

Es geht nicht um einen nationalistischen Kampf. Dort wo die Mehrheit der Bevölkerung kurdisch ist, teilt sie Land, Macht und Verwaltung gleichberechtigt mit anderen wichtigen Minderheiten wie Arabern, Assyrern oder Armeniern.

All diese Volksgruppen sind in den Verwaltungseinheiten der demokratischen Autonomiebehörden vertreten, die betonen nicht auf die Gründung eines kurdischen Nationalstaates aus zu sein, sondern einen demokratischen Nahen Osten aufzubauen, in dem alle Völker und Religion gleichberechtigt leben können.

Es ist vielleicht genau das, was alle Nachbarn Rojavas mit Schrecken erfüllt.

 

Das tägliche Wunder von Rojava

Aziz ist 45 Jahre alt und bewacht die Diplomatische Direktion des Kantons Qamishlo. Er sitzt auf einem Gartenstuhl mit einer alten Kalashnikow auf seinen Knien und einem Glas Tee in der Hand. Trotz Waffe und Patronengürtel sieht er nicht aus wie ein Soldat, sondern wie ein Familienvater an der Pforte seines Hauses, der bereit ist seine Lieben zu verteidigen. Aber diese Kämpfer und Kämpfer aus gegebenen Umständen sind eigentlich Studenten, LKW-Fahrer, Hausfrauen, Floristen. Dennoch legen  sie eine große Entschlossenheit an den Tag, dass die Dschihadisten, die innerhalb von wenigen Tagen den halben Irak erobern konnten, sich an ihnen die Zähne ausbeißen werden.

„Die Solidarität ist überall, aber ein nahezu vollständiges Embargo seit letztem Monat lastet schwer auf Rojava. Während der Nahrungsmittelbedarf in der Regel zufriedenstellend ist, unterliegen alle importierten Produkte einer erheblichen Inflation und Knappheit, darunter einige wichtige Gesundheitsprodukte. Die Industire leidet unter Schwierigkeiten in der Versorgung und Instandhaltung von Produktionsanlagen, Landwirtschafts-, Öl-, Wasser-und Stromnetzen, etc.. Handynetze und Internet funktionieren nicht und Wasserknappheit ist an der Tagesordnung.

 

Es ist schwierig unter solchen Bedingung ein neues Leben auf kurdischem Gebiet aufzubauen. Aber trotz allem dauert das tagtägliche Wunder von Rojava nun seit drei Jahren an…aber wie lange noch?

 

 

Lesen Sie den Text in voller Länge in französischer Originalsprache:

Quelle : Amitiés kurdes de Bretagne (AKB), Actukurde.fr

Sprecher und Autor:André Métayer
http://www.actukurde.fr/actualites/662/la-revolution-democratique-de-rojava-embarrasse-l-europe-et-ses-allies-du-moyen-orient.html