Huffington Post: Offener Brief an „Märchenonkel“Jürgen Todenhöfer

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Es ist erschreckend – aber gerade auch bezeichnend und sehr aussagekräftig – dass Ihr Statement mehrheitlich von ohnehin leugnenden deutschen Mitbürgern mit türkischem Migrationshintergrund begrüßt und geteilt wurde. Diese fühlen sich nun in ihrer Leugnung des Völkermords bestätigt – das ist fatal und verheerend für eine dringend notwendige und überfällige Aufklärung zu diesem Thema innerhalb der türkischen Bevölkerung!
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Boxvogel: Lernen Sie Geschichte, Herr Todenhöfer

Kaffee: Äthiopien, wahrscheinlich erst durch Sklavenhandel nach Arabien gebracht, eignet sich also eher schlecht als glorreiches Beispiel

Zahnbürste: Ägypten, 3000 Jahre vor Christus und somit ca,3600 Jahre vor Mohammed:

Mütze: Kopfbedeckungen waren in Europa schon in der Bronzezeit bekannt, weswegen auch das lächerlich ist.

Jacke: Einen Mantel trug schon Freund Ötzi, als er in den Gletscher eiste.

Zucker: Aus Melanesien, dann Indien, lange vor dem Islam.

Matratze: Kannten schon Römer und Griechen, nur das Wort stammt aus dem Arabischen Raum.

Ziffern: Indien, erst durch Krieg „arabisch“

Seife: Das waren die Summerer, da war der Prophet noch nichtmal in Planung.

Soda: Als Mineral Ägypten, als Sodawasser ungarisch:

Badekultur: römisch, also ging auch das daneben,…

…deswegen hier ein guter Rat, Jürgen: Lerne Geschichte. Es ist dafür nie zu spät.

http://boxvogel.blogspot.com/2016/05/lernen-sie-geschichte-herr-todenhofer.html?utm_source=twitterfeed&utm_medium=facebookWeiter im Link:

Will Jürgen Todenhöfer Posen und Elsaß-Lothringen „Heim ins Reich“ holen?

Kaum ein anderer Publizist und Facebookpromi macht in den letzten Jahren so viel von sich Reden wie Jürgen Todenhöfer. Dabei sind er und seine Fangemeinde nie um sich stetig steigernden, menschenverachtenden Geschichtsrevisionismus verlegen!

Ein zwischen dem 26.03.2016 und dem 05.04.2016 mehr als 800.000 Mal angesehenes Video markierte jüngst einen neuen Gipfel der Geschichtsfälschung und Täter-Opfer-Umkehr (siehe:https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/videos/10153602021380838/).

Das Video besteht aus einer willkürlichen Aneinanderreihung von meist falschen Behauptungen ohne Einbettung in historische Kontexte. Darin verharmlost bzw. bewirbt Todenhöfer türkischen und arabischen Kolonialismus. Er polemisiert gegen Interventionen anderer Staaten. Diese Form der Geschichtsfälschung ist unerträglich! Um auf alle willkürlich aneinander gereihten Punkte, die Todenhöfer aufzählt einzugehen, müsste man ein ganzes Buch schreiben. Im Folgenden gehen wir auf vier exemplarisch ausgewählte historische Lügen des Jürgen Todenhöfer ein.

Beispiel 1: Jürgen Todenhöfer, der heimliche Verfechter der alten Kolonialreiche!

Bei Todenhöfer heißt es:

1918 – 1923 Osmanisches Reich: Zerschlagung und Aufteilung unter den Siegermächten des Ersten Weltkriegs.

Was Todenhöfers verschweigt ist, dass das Osmanische Reich zu diesem Zeitpunkt nicht nur an der Seite des deutschen Kaiserreichs und Österreich-Ungarns gekämpft hatte, sondern auch noch einen Völkermord an insgesamt mehr als 2 Millionen Christen (Armenier, Assyrer / Aramäer / Syro-Chaldäer, pontische und ionische Griechen) sowie mehreren zehntausend jesidischer Kurden beging. Dass es seine Kolonien weggenommen bekam, war nur allzu logisch. Schließlich verloren alle Kriegsverlierer okkupierte Gebiete. So wurden z.B. die slawischen Völker des Balkans in die Unabhängigkeit von Österreich-Ungarn entlassen.

Das deutsche Kaiserreich verlor u.a. Posen, Westpreußen und Elsaß-Lothringen. Weil Todenhöfer die Verluste der meisten osmanischen Kolonien als antimuslimische westliche Aggression bezeichnet, muss man ihm im Umkehrschluss unterstellen, dass er die Unabhägigkeit der Balkanstaaten als unrechtmäßig betrachtet, und von einem deutschen Reich träumt, dass sich polnische und französische Gebiete wieder einverleibt.

Irgendwie passt das zusammen, bedenkt man dass Deutschland bereits vor 100 Jahren mit dem Osmanischen Reich verbündet war. Todenhöfer verschweigt letztgenanntes direkt und sein Geburtsland indirekt. Er outet sich also als Befürworter dieses genozidalen Bündnisses.

Beispiel 2: Die Halbwahrheit von der griechischen Aggression

Bei Todenhöfer heißt es:

1919 – 1922 Osmanisches Reich: Militärischer Angriff durch Griechenland.

Richtig ist zwar, dass das erst seit kurzer Zeit unabhängige Griechenland einen offen Krieg suchte, den es nur verlieren konnte und auch verlor. Dieser zog sich allerdings nicht, wie Todenhöfer behauptet von 1919 bis 1922, sondern von 1921 bis 1922 (siehe: http://www.regis-net.de/krieg/griet%FCrk.html)

Was Todenhöfer aber nicht erwähnt ist die Vorgeschichte

Nachdem nämlich vorher von 1912 an, fast eine 3/4 Million pontische und ionische Griechen von den Osmanen im Rahmen des bereits angesprochenen Völkermords abgeschlachtet wurden, ist die Behauptung Todenhöfers in ihrer Wortwahl reinste Propaganda und Geschichtsfälschung.

Auch vom „Massaker von Smyrna“ hat Todenhöfer offenbar noch nichts gehört.

Daher möchten wir mit dem Text des Historiker Lou Ureneck (Wer ist das:http://www.bu.edu/com/about-com/faculty/lou-ureneck/), dessen Buch „The Great Fire“ hier vorgestellt wird: http://www.smyrnafire.com/ aufklären.

smyrna-massacre
Bild:  

The Armenian Genocide Museum Institute http://www.genocide-museum.am/eng/photos/smyrna-34.jpg

 

Der 19. September 1922 in Smyrna, dem heutigen Izmir: Der Hafen und das Ufer sind voll mit mehreren zehntausend Flüchtlingen. Jede Nacht bahnen sich berittene türkische Soldaten ihren Weg durch die Menschenmassen, um junge Frauen aus ihr herauszugreifen.

Ein nicht enden wollendes Klagen der Hilflosigkeit und des Leids war aus der Mengen zu vernehmen. Aus diesem Klagen erheben sich ständig und immer wieder Schreie. Die alliierten Schiffe im Hafen versuchen die Flüchtlinge zu beruhigen, indem sie ihre Scheinwerfer auf das Ufer richteten, um die türkischen Soldaten zu verscheuchen.

Dieses alptraumhafte Detail stammt aus Ernest Hemingways (siehe:https://de.wikipedia.org/wiki/Ernest_Hemingway) bekannter Kurzgeschichte „On the Quay at Smyrna“ (An den Ufern Smyrnas / Izmirs). Hemingway selbst war niemals in der Stadt. Er erfuhr von den dortigen Zuständen aus den Erzählungen eines britischen Offiziers, der gerade von dort nach Konstantinopel (Istanbul) zurückgekommen war.

In Hemingways Kurzgeschichte heißt es außerdem: „Das Schlimmste, sagte er, waren die Frauen mit den toten Babys. Sie hatten Babys bei sich, die bereits sechs Tage tot waren. Jedoch würden sie sie niemals aufgeben. Es gab nichts, was man dagegen hätte tun können. Ich musste sie ihnen letztendlich wegnehmen.“

In derselben Nacht feierte Mustafa Kemal Atatürk seinen Sieg auf einer Party. Latife Hanum, die neue Frau an seiner Seite faszinierte ihn, und während das Leid der Flüchtlinge sich fortsetzte, tanzte er die ganze Nacht mit ihr.

 

Beispiel 3: Gute Osmanische Besatzer, böse Briten und Franzosen

Bei Todenhöfer heißt es:

1920 – 1946 Libanon: Französische Besatzung.

1920 – 1946 Syrien: Französisch-Syrischer Krieg und Besatzung.

1920 – 1948 Palästina: Britische Besatzung.

Die Osmanische Besatzung war also laut Todenhöfers Logik gut, während die britischen und französischen Mandate böse waren!

Was für eine Logik!

Tatsächlich waren die Mandate Frankreichs und Großbritanniens notwendig, um die nicht-sunnitischen Minderheiten die erst von Sultan Abdul-Hamit und dann von den Jungtürken systematisch und massenhaft umgebracht wurden, zu schützen.

Syrien und der Libanon boten gerade Armeniern und Aramäern / Assyrern / Syro-Chaldäern wichtige Rückzugsorte, wovon noch heutige Bevölkerungsanteile zeugen. Sie mussten durch die britischen und französischen Mandate geschützt werden.

Die Rettung armenischer Genzidüberlebender durch Franzosen beschreibt z.B. Franz Werfel in „Die vierzig Tage des Musa Dagh“.

Die Massaker und Progrome an Juden im heutigen Israel erwähnt Todenhöfer ebenso wenig.

Beispielsweise während des „Hebron-Massakers“ am 23. August 1929, das unter dem Zeichen des muslimischen Schlachtrufs, „das Gesetz Mohammads wird mit dem Schwert durchgesetzt“ stand, kamen 67 jüdische Zivilisten ums Leben. In Safed wurden zur selben Zeit 45 Juden ermordet, insgesamt wurde durch das vom Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, dem unumschränkten Führer der „Palästinenser“, inszenierte Blutvergießen in diesen Tagen 133 Juden ermordet und 339 verletzt. Viele arabische Einwohner in Hebron versteckten ihre jüdischen Nachbarn, so dass einige Juden das Massaker überlebten. (siehe:https://fidelchescosmos.wordpress.com/2011/05/15/vom-zerfall-des-%E2%80%9Eosmanischen-reiches%E2%80%9C-bis-zur-grundung-israels/)

4. Beispiel: Todenhöfer verteigt den Giftgasmörder von Halabdscha

Bei Todenhöfer heißt es:

2003 – 2011 Irak: Krieg und Besetzung durch USA, Großbritannien und die „Koalition der Willigen“.

Hier wird also seitens Todenhöfer der Sturz des Diktatoren Saddam Hüseyin verurteilt.

Dass dieser am 16.03.1988 beim Massaker von Halbdscha 8.000 Kurden durch Giftgas töten lies, ist Todenhöfer und seinen Fans egal. Ausgrechnet jene, die sich über Bilder toter und verletzter palästinensischer Kinder empören, verhöhnen mit ihrer gezielten Desinformationen, die kurdischen Opfer Saddam Husseins.

 

Es ist schlimm zu lesen, dass immernoch unglaublich viele Menschen auf Todenhöfer hereinfallen!

Todenhöfer betreibt Geschichtsfälschung im großen Stil.

Aron Sperber weist zurecht darauf hin, dass er durch seine Propaganda, die bei Facebook täglich mehr als 2 Millionen Menschen erreicht, zur Radikalisierung junger Muslime beiträgt (siehe: https://www.fischundfleisch.com/aron-sperber/autochthone-hassprediger-deutscher-muslime-18743)

 

 

 

 

 

 

 

 

Meinung: Kobane und Shingal sind frei! Auch die Todenhöfers dieser Welt sind ein weiteres Mal wiederlegt!

Siegesfier aus Kobanê Bild: Youtoube-Screenshot (https://www.youtube.com/watch?v=aZWpmbyiS30)
Siegesfeir aus Kobanê
Bild: Youtoube-Screenshot (https://www.youtube.com/watch?v=aZWpmbyiS30)

Wie laut haben sie ihre Parolen geschmettert, man könne den IS nicht mit militärischen Mitteln und Luftunterstützung besiegen.

Wie laut war sie doch, die, in die Pazifismus verpackte und doch so rein gar nicht pazifistische, Propaganda von einem Jürgen Todenhöfer und seinen Groupies gegen die Unterstützung der kurdischen Bodentruppen im westkurdischen Kobane (Nordsyrien) und im südkurdischen Sindschargebirge um die jesidische Hochburg Shingal (Nordirak).

Kobane stand kurz vor dem Fall, und die Massaker, Verschleppungen jesidischer Frauen und Mädchen im Sommer im Sindschargebirge lassen erahnen, was passiert wäre, hätte der IS die Stadt einnehmen können. Auch im Sindschargebirge war es mit die Unterstützung für die kurdischen Bodentruppen aus der Luft und durch die Lieferung von militärischem Defensivgerät, die die Angehörigen der jesidischen Religion dort davor bewahrten, Opfer eines weiteren Srebrenicas oder Ruandas zu werden.

Hätte man auf die Jürgen Todenhöfers dieser Welt gehört, hätte man die kurdischen Verteidiger und die Angehörigen der vielen verschiedenen Volksgruppen, die sie verteigen, ihrem Schicksal überlassen, der IS hätte sich weiter ausbreiten können, und die Zahl der von Massakern heimgesuchten Kurden, Assyrern / Aramäern und Schiiten wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die zehntausende gegangen.

Bis zuletzt hält der Publizist, der jüngst durch ein Interview mit dem IS für Furore sorgte, daran fest die kurdischen Demokratiebewegungen aus seiner Argumentation auszuklammern. Er beteuert auf Kritik an seinem Interview mit dem IS, stets mit allen Seiten reden zu wollen. Dann nennt er Assad und den IS. Die kurdische Autonomieregierung im Nordirak, deren Peshmergaarmee das Sindschargebirge befreite und tausende Jesiden vor Massaker, Verschleppung und Entwurzelung bewahrte, ignoriert er. Ebenso ignoriert er die kurdische Demokratie- und Unabhängigkeitsbewegung in den vier Kantonen Rojavas (Nordsyrien), die in den letzten zwei Jahren mehr Gleichberechtigung zwischen den Religionen und Völkern hergestellt hat, als jeder andere Machthaber in Syrien und dem Irak in der nunmehr beinahe ein Jahrhundert andauernden Misserfolgsgeschichte dieser Staaten. Mal unterdrückte ein schiitischer Machthaber die Sunniten, mal ein Sunnitischer die Schiiten. Für die christlichen Minderheiten sah es auch meist sehr schlecht aus. Die Baath-Regime brachten ihnen zwar Entspannung, niemals jedoch Gleichberechtigung. Die Kurden litten unter allen Machthabern gleichermaßen.

Dennoch sei der Kampf gegen den IS eine reine Sache der sunnitischen Syrer und Iraker, schreibt Todenhöfer kurz nach seinem Interview mit dem IS auf Facebook. Seine Fangemeinde bejubelt ihn wie üblich.

Was soll, wenn dem so ist, denn mit den Jesiden, sunnitischen Kurden, christlichen Aramäern / Assyrern, christlichen Arabern, Drusen, schiitischen Turkmenen und schiitischen Arabern geschehen, die nun unter kurdischem Schutz endlich seit dem Beginn der Ausbreitung des IS einmal wieder aufatmen können?

Todenhöfer und seine Fangemeinde irren, wie so oft. Es sind die o.g. Volksgruppen, die vom IS bedroht sind. Es gilt sie zu schützen und zu befähigen sich selbst zu verteidigen. Der Irak und Syrien waren von Anfang an als Staatengebilde zum Scheitern verurteilt. Alles was diese Staaten zusammenhält, sind Verträge aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Es ist besser, man versteht das spät als nie. Es ist schon verwunderlich, dass sich ausgerechnet ein Jürgen Todenhöfer, der sonst beinahe täglich „den Westen“ für alles Übel in der Welt verantwortlich macht, die USA und Israel trotz der aktuellen Differenzen über z.B. Israels Neutralität in der Ukrainekrise synonym verwendet, und keine Gelegenheit auslässt hier ein diffuses Feindbild zu schmieden, sich als glühender Befürworter der „Teile und Herrsche“-Logik des Westen von vor hundert Jahren hervortut.

Die Ignoranz gegenüber den Schicksalen und der Geschichte der Jesiden, sunnitischen Kurden, christlichen Aramäern / Assyrern, christlichen Arabern, Drusen, schiitischen Turkmenen und schiitischen Arabern, die die Jürgen Todenhöfers dieser Welt an den Tag legen, ist dreist und menschenverachtend.

Mit allen gibt er vor zu sprechen, der Herr Todenhöfer? – Mit den kurdischen Demokraten und Garanten eines gleichberechtigten Vielvölkerstaates hat Todenhöfer nicht gesprochen. Er erwähnt sie nicht einmal. Er sprach mit Bashar Al-Assad, einem egomanen Diktator, und er sprach mit Mitgliedern des IS, einer mordend und vergewaltigend durch den Nahen Osten ziehenden Terrorarmee.

Kobane und Shingal sind frei! Die Todenhöfers dieser Welt sind einmal mehr wiederlegt! Die kurdischen Freiheitsbewegungen haben der Welt einmal mehr bewiesen, dass sie die verlässlichen demokratischen Partner im Nahen Osten sind, die der Westen so lange vergeblich gesucht hat. Wenn Demokratie und Menschenrechte nicht zu leeren Phrasen verkommen sollen, wird es Zeit sie endlich in gebührender Art und Weise anzuerkennen. Da ist nun auch dieser „Westen“ gefragt, der mindestens noch einmal beweisen muss, dass er besser ist, als die Todenhöfers rund um den Globus ihn darstellen.

Bijî berxwedana kobanê! Bijî berxwedana rojava!  Biji berxwedana Şengal! Biji berxwedana Kurdistan!

Jürgen Todenhöfer hält kurdische YPG im Kampf gegen die Mordbanden des IS für nicht erwähnenswert

Er hat es wieder getan. Jürgen Todenhöfer, Meister der unsachlichen und historisch wie auch sozialwissenschaftlich unwahren, aber leider extrem öffentlichkeitswirksamen, Emotionalisierungen, macht ein weiteres Mal deutlich, wessen Politik er propagiert.

Nicht nur, dass er sich mit Mordbanden einer Gruppierung mit klaren genozidalen Absichten trifft, um diese in den nächsten Wochen – um dies zu wissen, muss man kein Prophet sein – zu verharmlosen, und so mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Opfer deren Massaker, post mortem zu verhöhnen. In seiner für ihn charakteristischen emotionolasierenden Art schreibt im dritten Absatz seines Facebookbeitrags vom 16. Dezember 2014 (https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/photos/a.10150173554135838.304529.12084075837/10152639383885838/?type=1&theater):
„Ich habe diese schwierige Reise nicht unternommen, weil Papst Franziskus kürzlich gefordert hatte, man müsse auch mit dem IS sprechen. Sondern weil ich seit über 50 Jahren immer mit allen Seiten spreche. In Syrien sprach ich – von einigen Schreibtischstrategen heftig kritisiert – mit Präsident Assad, aber auch mit Al Qaida und der FSA. In Afghanistan mehrfach mit Präsident Karsai und mit Führern der Taliban. Und während des Irakkrieges mit der schiitischen Regierung des Irak und mit dem sunnitischen Widerstand.

Dieses Zitat lässt sehr tief blicken. Wieder einmal ignoriert er die kurdischen Verteidungskräfte YPG und Peshmerga. Damit macht er zum wiederholten Male deutlich, dass er keine Thematisierung des Schicksals der vorwiegend Kurden, aber auch der ebenso in den beiden militärischen Einheiten für ihre Freiheit kämpfenden Turkmenen, Armenier, Aramäer / Assyrer / Chaldäer, Drusen und vorwiegend katholischen Araber und Nusayrinaraber wünscht. Seine Fangemeinde nimmt dies wie immer kritiklos hin.

Wir veröffentlichten darüber bereits diese Artikel:

1.) https://kurmenistan.wordpress.com/2014/08/11/jurgen-todenhofer-kennt-kein-mitgefuhl-fur-kurden-schiiten-und-christen/

2.) https://kurmenistan.wordpress.com/2014/09/08/jurgen-todenhofer-diskreditiert-erneut-den-kurdischen-kampf-gegen-isis-is/

Er behauptet mit allen Seiten zu sprechen und erwähnt, vermutlich mit voller Absicht die einzige Kriegspartei, die die Prinzipien der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, Volksgruppen und Religionen (sunnitische Muslime, schiitische Muslime, Yêzîdîn, Aleviten, orthodoxe Christen, Drusen, Katholiken) konsequent umsetzt, nicht!

Erinnert man sich an diesen Artikel (https://kurmenistan.wordpress.com/2014/10/05/rebwar-rashed-nein-zur-turkischen-pufferzone-in-westkurdistan/), fallen schnell Parallelen zur Politik eines prominenten ISIS-Unterstützerstaates auf.

Diejenigen, die Todenhöfer ignoriert: Zwei auf Seiten der kurdischen YPG im Kampf gegen den IS gefallene assyrische Kämpfer. Foto: https://www.facebook.com/683325698358636/photos/a.683328488358357.1073741827.683325698358636/893603763997494/?type=1&theater

Ausgerechnet Todenhöfer, der immer wieder dem Westen eine „Teile und Herrsche – Politik“ vorwirft, outet sich immer wieder als glühender Verfechter des Beibehalts der Sykes-Picot-Grenzen. Also Grenzen, die vor hundert Jahren von ehemaligen Kolonialmächten nach einem lupenreinen „Teile und Herrsche – Prinzip“ gezogen wurden.

Der Wolf im Schafspelz gibt vor friedlich zu weiden. Liest man jedoch zwischen den Zeilen, stellt man schnell fest, dass er wieder feste zugebissen hat. Er holt nun zu seinem nächsten Meisterstück aus, und wer seine ihm blind folgenden Groupies, kennt, weiß, dass er Erfolg haben wird.

Es ist zu befürchten, dass auf seiner Facebookseite mehr noch als ohnehin schon, in den nächsten Wochen die Absicht des ISIS ganze Völker und Religionsgemeinschaften in der Region auszurotten, salonfähig gemacht werden wird. Dazu wird er seine gewohnte Mittel einsetzen, Emotionalisierungen, schockierende Bilder, deren Wahrheitsgehalt sich nicht überprüfen lässt und alibimäßig eingestreute  und dem selben Schema folgenden Beiträge über die Lage im Gazastreifen.

Seine nadelstichartig gesetzten Seitenhiebe gegen die kurdischen Freiheits- und Unabhängigkeitsbewegungen sowie deren Verbündete und Unterstützer im Sommer und Spätsommer waren, so scheint es, die Vorhut, für seine jetzige Aktion.

Ob er sich Anfang der 1940ern auch mit den Nazis oder in den 1970ern mit den Roten Khmer getroffen hätte? – Wahrscheinlich lautet die Antwort ja!

Jürgen Todenhöfer diskreditiert erneut den kurdischen Kampf gegen ISIS / IS

Er hat es schon wieder getan. Jürgen Todenhöfer veröffentlichte am Abend des 07.09.2014 folgenden Beitrag auf seiner Facebookpinnwand.

https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10152449691570838

Screenshot von Jürgen Todenhöfers Facebookseite (öffentlich, uneingeloggt als Googleergebnis), über die er seine Groupies lenkt
Screenshot von Jürgen Todenhöfers Facebookseite, über die er seine Groupies lenkt

Todenhöfer greift wie üblich „den Westen“ an, macht ihn verantwortlich für die Existenz der Andersgläubige massakrierend durch Syrien und den Irak ziehenden Terrororganisation  und spricht reißerisch von „Terrorzuchtprogrammen“.

Dass westliche Staaten, allen voran, die USA und Großbritannien alles andere als unschuldig an ihrer Existenz sind, ist nicht von der Hand zu weisen. Der alleinige Schuldige am Vormarsch dieser Terrororganisation ist „der Westen“ aber nicht. Hierum haben sich Staaten im Zentrum und im Südosten der arabischen Halbinsel sowie in Kleinasien deutlich eifriger verdient gemacht.

Des Weiteren diskreditiert er aufs Neue, wie in der Vergangenheit bereits, den Kurdischen Widerstand gegen die Terrororganisation ISIS /IS. Er diffamiert und verunglimpft somit schamlos den einzigen Schutz, den Jesiden, Aleviten, Schiiten und die zahlreichen christlichen Minderheiten im Krisengebiet überhaupt nur haben.

Er schreibt wortwörtlich:

Die Politik der europäischen Staaten ist nicht überzeugender. Sie haben beschlossen, IS durch Waffenlieferungen an die Kurden zu bekämpfen. Obwohl sie genau wissen, dass die Kurden mittelfristig ein ganz anderes Programm verfolgen, nämlich die staatliche Unabhängigkeit Kurdistans vom Irak. Ein hochrangiger Vertreter der kurdischen Führung sagte mir: „So schrecklich der IS ist, für uns ist er ein Geschenk des Himmels. Noch nie waren wir unseren Zielen so nahe wie heute“.“

Eine Erklärung, warum ein freies Kurdistan und ein Kampf gegen den IS / ISIS sich, wie er behauptet, sich gegenseitig ausschließen, bleibt er schuldig. Ebenso ist sein ominöses Telefongespräch weder zu widerlegen noch zu beweisen.

Er stellt die Kurden als egoistisch dar und drückt, ungeachtet der Unterdrückung und Massaker, die Kurden und andere von ihnen geschützte o.g. Minderheiten durch die Regionalmächte in den letzten gut hundert Jahren erleiden mussten, seine Ablehnung gegenüber einem freien multiethnischen und multikonfessionellen Staat Kurdistan aus. Die menschenrechtlich gesehen auf EU-Niveau befindlichen Fortschritte, die die kurdischen Demokratiebewegungen in den letzten fünf Jahren gemacht haben, verschweigt er absichtlich.

Es ist das gute Recht der Kurden einen eigenen Staat zu verlangen. Sie sind schließlich ein 30 Millionen Volk, das jahrhundertelang unterdrückt wurde und teilweise auch noch unterdrückt wird. So wie er argumentiert, würde Tödenhöfer wohl auch dem Kosovo die Unabhängigkeit absprechen wollen?

Der Diffamierung nicht genug, fährt Todenhöfer fort:

„Auch dass ISIS/IS nicht nur in den kurdischen Gebieten auf dem Vormarsch ist, scheint sich in Europa noch nicht herumgesprochen zu haben. Wie wollen die Europäer denn in den nicht-kurdischen Regionen Bagdad oder Anbar, die inzwischen ebenfalls (wieder) unter IS- Einfluss stehen, deren Terror bekämpfen? Und wie in Syrien? Mit Waffenlieferungen an die Schiiten Bagdads, die Sunniten Anbars und die Alawiten Syriens? Oder wird ISIS von den Europäern nur dort umfassend bekämpft, wo wie in Kurdistan riesige Ölfelder liegen, die man unbedingt unter Kontrolle behalten möchte?“

Todenhöfers Behauptung über einen ISIS / IS Vormarsch auf kurdischen Gebieten sind bezüglich Syriens und des Irak schlichtweg falsch. Dort haben kurdische Verbände der Peshmerga, der YPG und der von Norden aus zu Hilfe geeilten PKK sie längst zurückschlagen können. Recht hat Todenhöfer lediglich im Bezug auf einige hundert ankaratreue Kurden aus zumeist fundamentalistisch-sunnitischen Clans sowie Dorfschützerfamilien in Nordkurdistan (Türkei). Sein Vergleich mit den „Schiiten Bagdads, die Sunniten Anbars und die Alawiten Syriens“ ist typisch für seine doppelmoralistische und polemische Art. Die kurdische Freiheitsbewegung ist in ihrer freiheitlichen Programmatik einzigartig. Des Weiteren bringen sie im Gegensatz zu den von Todenhöfer genannten eine Tradition des Guerilla-Freiheitskampfes mit, die mit militärischer Erfahrung und Zuverlässigkeit einhergeht.  Dass wirtschafliche Interessen mittelfristig eine Rolle spielen, ist wahrscheinlich. Letztendlich zählt es aber für den Moment die genozidverhindernde Kraft zu unterstützen. Hier macht „der Westen“, insbesondere die einer Wertegemeinschaft verpflichteten EU-Staaten, die die Kurden unterstützen, etwas absolut richtig. Sie unterstützen die Kraft, die in der Tradition ihrer Freiheitsbewegung für die Gleichberechtigung der Konfessionen, Religionen und Ethnien sowie die Gleichberechtigung der Geschlechter steht. Kaum ein anderer Staat in der Region kann das von sich behaupten.  (Leseempfehlung: http://www.bild.de/politik/ausland/irak/kurdische-frauenrechtlerin-37551572.bild.html)

Todenhöfer, der berauscht von der Lobhudelei seiner Groupies mittlerweile soweit geht sich selbst mit Mahatma Gandhi zu vergleichen, scheinen diese Werte und die Verhinderung eines Völkermords bei seiner immer plumper und unsachlicher werdenden Kritik an „dem Westen“ nichts zu bedeuten. Seiner Fangemeinde fehlt es Hintergrundwissen sowie am Willen und vielleicht auch an der Fähigkeit seine Ausführungen zu hinterfragen. Der Beitrag verbreitet sich wie ein demagogisches Lauffeuer. Es wird eines langen Atems und viel Mühe bedürfen, Todenhöfer konsequent entgegenzutreten und seine katar- und anakarahörige Propaganda ein ums andere Mal zu entlarven.

Hier ein Beispiel, welche Menschen Todenhöfer mit seinen Beiträgen diffamiert; es sind Familienväter wie der Jeside Magdal Rasho, die riskieren Familie und Freunde nie wieder zu sehen, um seinen Beitrag zu leisten seine Kultur in der alten Heimat vor der Auslöschung zu bewahren:

http://www.stern.de/tv/sterntv/kampf-gegen-den-is-terror-stern-tv-begleitet-deutschen-jesiden-in-den-krieg-2134958.html

Auch hier sollte Jürgen Todenhöfer ganz genau hinschauen. Der Artikel berichtet davon, wie jesidische Kämpfer unterstützt von US-Luftschlägen 180 jesidische Frauen aus IS / ISIS- Gefangenschaft befreien konnten. Es sind die Befreier, die er mit Beiträgen, wie dem von Sonntagabend, diffamiert, und es ist die Rettung von Freiheit und Würde der Frauen, die er so in Abrede stellt.

http://ezidipress.com/blog/nach-us-luftschlaegen-ezidische-kaempfer-befreien-180-ezidische-frauen-und-maedchen-aus-is-gefangenschaft/

Jürgen Todenhöfer kennt kein Mitgefühl für Kurden, Schiiten und Christen

todenhöferAm späten Abend des 10. August 2014 verfasste Jürgen Todenhöfer einen Thread, in dem er die US-Luftanfgriffe auf IS (ehemals ISIS) Stellungen scharf kritisiert:

https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10152381429475838

In diesem Thread gibt er den USA die Schuld an allem Elend im Irak. Das ist eine undifferenzierte und unvollständige Sichtweise auf die Dinge. Unter Saddam Hussein und seinem Bath-Regime war das Land in der Tat besser dran als heute. Unter ihm gab es aber eine massive Unterdrückung der Kurden im Norden, die auch vor Massentötungen wie beim Giftgasmassaker von Halabdscha keinen Halt machte.

Dass Bushs Irakintervention eine False Flag Aktion und eine Beugung des Völkerrechts war, die die Bildung radikaler Organisation verstärkt hat, steht außer Frage.

Soll das aber nun heißen, dass die kurdischen Guerillas, die aus allen Himmelsrichtungen in den Irak kommen, um einen Völkermord an ihren Volksgenossen, egal ob sie sunnitischen, alevitischen oder yezidischen Glaubens sind, und den Christen in der Region zu verhindern, keine Unterstützung verdienen? – Nein! Dass die USA hier einen historischen Fehler ausbügeln können und vielleicht zu der Erkenntnis gelangt sein könnten, wer die wahren Demokraten in der Region sind, will Herr Todenhöfer nicht sehen.

Hier sollte man natürlich den Tag nicht vor dem Abend loben und auch die Beweggründe der USA müssen natürlich hinterfragt werden. Jedoch ändert auch dies nichts daran, dass die Angriffe als Unterstützung der kurdischen Bodenoffensive notwendig und richtig sind.

Alternativvorschläge bietet Todenhöfer nicht. Er bevorzugt es sein Statement mit dem reißerischen Ausdruck vom „BOMBER OBAMA“ einzuleiten.

Ideologien könne man nicht wegbomben schreibt er. Das kann man in der Tat nicht. Was man aber sehr wohl kann, ist sie einzudämmen, indem man ihre Gegner unterstützt. Das hat gegenüber den Nazis im Zweiten Weltkrieg funktioniert und muss auch jetzt wieder versucht werden.

Dass dem IS nur mit militärischen Mitteln beizukommen ist, steht außer Frage. Diplomatie wird gegenüber einer derart brutalen und totalitären Organisation scheitern.

Die gezielten Angriffe der USA dienen der Unterstützung kurdischer Bodentruppen und helfen somit einen Völkermord zu verhindern.

Todenhöfer prügelt blind auf jede Aktion der USA und Israels ein und verliert aber kein Wort des Mitgefühls gegenüber den kurdisch-yezidischen, schiitischen oder christlichen Opfern des IS-Terrors. Ebenso lässt er jede Form von Kritik an den Unterstützern des IS gänzlich vermissen. Kein kritisches Wort lesen oder hören wir von ihm zu den Sponsoren des IS: Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie einigen Mitgliedern des Saudischen Königshauses. Auch die Politik der Türkei, die die Logistikzentren des IS beherbergt und deren Grenzen den Terroristen offen stehen wie ein Scheunentor, während junge Kurden, die auf ihrer Seite kämpfen wollen mit Gewalt am Grenzübergang gehindert werden, kritisiert Jürgen Todenhöfer an keiner Stelle.

Sein Beitrag kann so verstanden werden, dass man Kurden, Christen und Schiiten sich selbst überlassen solle, und einen Völkermord an ihnen durch den IS geschehen zu lassen habe.

Das ist deswegen so bezeichnend und markant, da derselbe Jürgen Todenhöfer sich noch vor Kurzem ganz anders gegenüber den Angriffen der israelischen Armme in Gaza äußerte, und tönte er sei ein Palästinenser, und jede Form von antisemitischen Parolen als legitime Kritik an Israel klassifizierte:

https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10152363695235838

Warum sagt er jetzt nicht, er sei Yezidi oder Aramäer?

Todenhöfer ist ein Wolf im Schafspelz. Als humanitär helfender sozial engagierter Mensch inszeniert er sich nur allzu gern. Das kommt an. Was er aber eigentlich tut, ist eine Aufteilung der Welt in Gut und Böse ganz nach dem Geschmack der Unterstützerstaaten des IS.

„Du sollst nicht töten“ lautet der Titel von Jürgen Todenhöfers literarischem Bestseller. Offenbar scheint dieses Gebot nach Todenhöfer aber nicht für die Türkei und die Golfsstaaten zu gelten.