Nach IS / ISIS Massaker in Kobanê und Invasionsplänen: Scharfe Kritik an der Türkei und Waffenexporten in die Golfstaaten

Sheiko Khello und seine Frau Khalisa. Das sympathische Ehepaar fiel neben rund 200 weiteren ZivilistInnen den jüngsten Angriffen des IS / ISIS zum Opfer; Bild: Kurdische Nachrichten Nûçe- News

Eine Pressemitteilung der Kurdischen Gemeinde Deutschland e.V. vom Freitag, den 26. Juni sorgte am vergangenen Wochenende für Aufsehen.

Darin wird, angesichts neuerlicher Angriffe der Terrorarmee des IS / ISIS auf Kobanê, bei denen mehr 200 Zivilisten getötet wurden, der Abzug deutscher Patriotraketen aus der Türkei gefordert.

Es heißt wortwörtlich: „Es ist bewiesen und seit letztem Jahr ein offenes Geheimnis, dass die Türkei Transitland für die Terroristen des IS ist und der türkische Geheimdienst die Islamisten sogar mit Waffen unterstützt.

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland e.V. erklärt hierzu: „Die türkische Regierung ist seit längerem Teil des IS-Problems im Nahen Osten, nicht der Lösung.“

Daher fragt Toprak, „Wieviel Menschenleben und wieviel syrische Flüchtlinge brauchen wir, damit das endlich in Berlin und Brüssel ankommt?!“

Deutschland hat seit längerem Bundeswehrsoldaten und Patriotraketen in der kurdischen Stadt Kahramanmaras in der Türkei stationiert, um eine Gefahr für den Natopartner Türkei aus Syrien abzuwehren. Die Gebiete Syriens entlang der Granze zur Türkei sind entweder in der Hand der Kurden oder des IS, der wiederum von der Türkei unterstützt wird. Aus dem jetzigen Syrien besteht für den Natopartner keine Gefahr. Toprak weiter: „Da fragen wir uns, welchen Sinn macht es deutsche Soldaten und Kriegsgerät weiterhin in der Türkei zu stationieren?“ (Die komplette Pressemitteilung: http://kurdische-gemeinde.de/tuerkei-toleriert-den-islamischen-staat-is-wir-fordern-den-abzug-deutscher-patriot-raketen-aus-der-tuerkei/)

Familienvater Ahmad Hassan Zelo aus Kobanê wurde Opfer des jüngsten Massakers durch den IS / ISIS; Bild: Kurdische Nachrichten Nûçe- News

 

 

Die Kurdische Jugend Deutschland e.V. rief bereits am Freitag aus Protest gegen das neuerliche Massaker des IS / ISIS Massaker an Kobanês Kurden mit nachstehenden Worten zum Boykott türkischer Waren auf.

„Wir fordern alle Unterstützer des Friedens und der Demokratie auf, mit einem friedlichen Widerstand gegen die Unterstützung der Türkei für den sogenannten „Islamischen Staat“ zu protestieren!

Ab dem 27.Juni 2015 fordern wir alle Unterstützer des Friedens und der Demokratie auf Produkte, Geschäfte, Unternehmen und Konzerne aus der Türkei zu boykottieren!

„Made in Turkey“ unterstützt den bald 100-Jährigen und barbarischen Krieg der Türkei gegen Kurdistan!

Nicht nur besetzt das Regime in Ankara knapp die Hälfte Kurdistans illegal, auch inhaftiert, foltert und mordet sie Kurden wie am fließenden Band! Das alles finanziert durch die Einnahmen ihrer Wirtschaft!

Die Anschläge auf Kobanî vom 25.Juni 2015 haben das Fass zum Überlaufen gebracht! Türkisch-Sprechende Terroristen laufen in der Stadt rum. Türkische Pässe, Militärausweise und Aufenthaltsgenehmigungen wurden bei Terroristen gefunden. Schriftiche Dokumente, die die Unterstützung der Türkei für den IS bestätigen, wurden ebenfalls der Weltöffentlichkeit gezeigt.
Dennoch genießt das Regime in Ankara weiterhin eine Narrenfreiheit ohne Gleichen!

Vom Döner an der Ecke bis zum T-Shirt bei H&M verdienen die Türkei und der IS an eurem Geld mit! Die Steuern, welche die Türkei mit diesen Produkten einnimmt sind enorm! Mit diesen Steuern wird der barbarische Krieg gegen Kurdistan fortgeführt! Mit diesem Geld, welches auch aus euren Taschen kommt, werden derzeit in Kurdistan tausende und tausende unschuldiger Menschen umgebracht!

Macht dem ein Ende!
Kauft eure Produkte in deutschen, afghanischen, griechischen, nordafrikanischen, chinesischen, Geschäften!
Kauft „Made in China“, „Made in Germany“, „Made in Italy“!

Macht „Made in Turkey“ ein Ende!
Macht dem Krieg „Made in Turkey“ ein Ende!
Boykottiert die Türkei, alle türkischen Geschäfte und Produkte und lasst das Regime in Ankara an ihrer Wirtschaft spüren, was dieser Krieg gegen Kurdistan, gegen die Freiheit und die Demokratie, kosten kann und wird!“ (Quelle: https://www.facebook.com/KurdischeJD/photos/a.1506744392919368.1073741829.1503879883205819/1588083388118801/?type=1&theater)

 

Am Morgen des Samstag, den 27.06. verbreitete sich zeitgleich mit der Meldung über eine militärische Invasion der Türkei gegen die Autonomie von Rojava (Westkurdistan / Nordsyrien) aus dem gleichen Grund bei Facebook folgender Appel zweier kurdischer und eines jüdisches AktivistInnen, indem deutsche Waffenexporte in die Golfregion und an die Türkei scharf kritisiert werden. Tatsächlich genehmigte die Bundesregierung laut FAZ vom 26. Juni 2015 (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/waffenexporte-regierung-genehmigt-ruestungsgeschaeft-mit-saudi-arabien-und-qatar-13671151.html), die noch im Januar gestoppten Waffenlieferungen an Staaten der Golfregion, von denen zwei als aktive Sponsoren des IS / ISIS gelten.

 

Wir veröffentlichen ihn in vollem Wortlaut:

Appell an die Regierung der Bundesrepublik Deutschland

Die Bundesregierung hat beschlossen, Panzer und Kriegsschiffe an die despotischen Regime von Saudi Arabien, Katar und Oman zu liefern, während dessen die Daesch-Terrormilizen in Syrien und in Mesopotamien ethnische und religiöse Minderheiten ausplündern, verfolgen, versklaven und abschlachten sowie Weltkulturgüter zerstören.

Zur Zeit dringen Daesch-Terrorschlächter von der Türkei aus in die in dem autonomen kurdischen Kanton Rojava liegenden Stadt Kobane ein und massakrieren dort Zivilisten, ohne dass sie durch die türkische Grenzpolizei und dem dort stationierten türkischen Militär am illegalen Überschreiten der türkisch-syrischen Grenze gehindert wurden und werden.
Es ist ganz offensichtlich, das die Regierung Erdogan die Daesch-Terrormiliz unterstützt, denn seit längerer Zeit ist die Türkei ein sicherer Rückzugsraum dieser dschiadistischen Terrorgruppe.

Nach neusten Berichten plant die türkische Regierung ein militärisches Eingreifen in Syrien, um das Entstehen eines weiteren funktionierenden autonomen kurdischen Gebiets an der Grenze zur Türkei zu verhindern.

Wir appellieren an Sie, ziehen Sie sofort die Raketenabwehrsysteme aus der Türkei ab und tragen Sie dafür Sorge, dass jegliche EU-Beitrittgespräche eingestellt werden und die Türkei aus der Nato ausgeschlossen wird.

Wir appellieren an Sie, stellen Sie die Waffenlieferungen an die despotischen arabischen Regime ein, wo Tag für Tag die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, wo Tag für Tag in den Gefängnissen die Häftlinge gefoltert und hingerichtet werden!

Wir appellieren an Sie, unterstützen Sie die kurdische Volksbefreiungsarmee YPG/YPJ, in ihrem Verteidigungskampf gegen die Schlächter der Daesch-Terrormiliz und der anderen islamistischen Terrorgruppen, mit modernen Waffen und militärischer Ausrüstung und streichen Sie endlich die kurdische Partei PKK aus der Liste der Terrororganisationen!

Lassen Sie das kurdische Volk nicht alleine in ihrem Kampf für Freiheit, Unabhängigkeit und Frieden.

Akram Naasan (Arzt für Notfallmedizin), Salam Naasan, Robert Dupuis“ (Quelle: https://www.facebook.com/akram.naasan/posts/883050488441400?pnref=story / https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1600664810205892&set=a.1403558923249816.1073741830.100007871645405&type=1&theater)

 

Ali Yildiz von Christlich-Alevitischen Freundeskreis der CDU kommentierte die Invasionspläne der türkischen AKP-Regierung auf Facebook wie folgt: „Amerikanische und britische Soldaten werden es richten müssen.
Die nördliche Grenze der kurdischen Regionen zur Türkei sollten von der Invasion der AKP ARMEE geschützt werden.
Ob dann auch die Türkei ihre Luftwaffe und Artillerie einsetzen würde?

Gegen die einzigen nützlichen und wirksamen Verbündeten gegen den IS geht nun der NATO Partner Türkei vor… Kaum gibt es Erfolge zu vermelden, soll eine Invasion erfolgen. Mit dem IS an der Grenze fühlt sich die Türkei wohler? Schickte nach neuen Pressemeldungen bis zu 2000 LKW Ladungen Waffen rüber.

Wer in Deutschland noch AKP gewählt hat, wie 15% der türkischen Bevölkerung bei der letzten Wahl, der versteht wohl von Demokratie 0″ (Quelle: https://www.facebook.com/profile.php?id=638170680&fref=nf&pnref=story, Beitrag vom 28.06.2015, 20 Uhr)

 

Izz al-Din Mijo Celo aus Helinc, Vorort von Kobanê fiel dem Massaker des IS / ISIS am 25. Juni 2015 zum Opfer; Bild: Kurdische Nachrichten Nûçe- News
Parvin Hamo, Opfer des, am 25. Juni durch den IS / ISIS in Kobanê begangenen, Massakers; Bild: Kurdische Nachrichten Nûçe- News
Opfer des jüngsten Massakers des IS / ISIS in Kobanê: Muhammad Micho Bozi und seine Frai Fawaziya; Bild: Kurdische Nachrichten Nûçe- News

Tag der deutschen Einheit – Tag der IS / ISIS Beihilfe der Bundesregierung: Waffenexporte an Terrormäzene genehmigt

Was der 03.oktober 2014 doch für ein wunderschöner sonniger Tag im vereinten Deutschland. Im ganzen Land schien die Sonne bei bis zu 25°C  und kaum einen hielt es zu Hause.

Was für ein perfekter Tag, um von der sich sonnenden, Glückshormone tankenden Öffentlichkeit kaum kommentiert, Doppelmoral zu fröhnen und der Waffenlobby ein Geschenk zu machen. SPD-Dampfplauderminister hatte vor einigen Monaten noch großspurig angekündigt, Waffenexporte schärfer zu kontrollieren.

Was kümmert ihn sein Geschwätz von gestern?

Was kümmert ihn, dass mit Saudi-Arabien, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar vier totalitäre und repressive Diktaturen mit Kriegsgerät aus Deutschen Landen belifert werden?

Was kümmert es ihn, dass hier Geschäfte mit Förderstaaten der Mordbanden des IS / ISIS gemacht werden?

Nichts kümmert es ihn!

Wie lächerlich wirkt die Debatte über ein paar schusssichere Westen und Panzerabwehrraketen an die kurdischen Peshmerga?

Wie lächerlich wirkt jetzt das Argument, die Waffen an die Kurden könnten über Umwege in falsche Hände geraten?

Hier gelangen vernichtendere Waffen, ohne dass auch nur ein Bruchteil soviel diskutiert wird, wie bzgl. der Waffenlieferungen an die Peshmerga, auf direktem Weg in mit die falschesten Hände, die derzeit auf diesem Planeten aktiv sind.

Was wohl die Bundesregierung 1990 dazu gesagt hätte, wenn Großbritannien, bekanntermaßen ein entschiedener Gegner der deutschen Einheit Panzer in die Armee der DDR geliiefert hätte?

Entschuldigung bei IS / ISIS Financier Katar, Sanktionen gegen Russland, hä?!

Nachdem der CSU-Politiker Gerd Müller und einige Politiker der Linken Klartext gesprochen hatten, und Katar als Mäzen der Mordmiliz IS / ISIS benannten, gegen den man Sanktionen wie Einfrierung von Konten in Erwägung ziehen sollte, wurde offenbar die deutsche Botschafterin einbestellt, musste sich beim Terrormäzen entschuldigen. Darüber hinaus hofierte Merkel kürzlich den Emir des Erdölexporteurs im Rahmen eines Staatsbesuchs.

Wie will die Bundesregierung der Bevölkerung eigentlich die Sanktionen gegen Russland als gerechtfertigt verkaufen, wenn gleichzeitig die Gönner einer Mordmiliz hofiert werden, gegen die prorussische Paramilitärs im Osten der Ukraine was Menschenrechtsverletzungen angeht wie Chorknaben wirken ?

 

Quelle: „Quer“, politische Satiresendung auf 3Sat, die wöchentlich Samstags um 13:15Uhr ausgestrahlt wird.

Jürgen Todenhöfer diskreditiert erneut den kurdischen Kampf gegen ISIS / IS

Er hat es schon wieder getan. Jürgen Todenhöfer veröffentlichte am Abend des 07.09.2014 folgenden Beitrag auf seiner Facebookpinnwand.

https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10152449691570838

Screenshot von Jürgen Todenhöfers Facebookseite (öffentlich, uneingeloggt als Googleergebnis), über die er seine Groupies lenkt
Screenshot von Jürgen Todenhöfers Facebookseite, über die er seine Groupies lenkt

Todenhöfer greift wie üblich „den Westen“ an, macht ihn verantwortlich für die Existenz der Andersgläubige massakrierend durch Syrien und den Irak ziehenden Terrororganisation  und spricht reißerisch von „Terrorzuchtprogrammen“.

Dass westliche Staaten, allen voran, die USA und Großbritannien alles andere als unschuldig an ihrer Existenz sind, ist nicht von der Hand zu weisen. Der alleinige Schuldige am Vormarsch dieser Terrororganisation ist „der Westen“ aber nicht. Hierum haben sich Staaten im Zentrum und im Südosten der arabischen Halbinsel sowie in Kleinasien deutlich eifriger verdient gemacht.

Des Weiteren diskreditiert er aufs Neue, wie in der Vergangenheit bereits, den Kurdischen Widerstand gegen die Terrororganisation ISIS /IS. Er diffamiert und verunglimpft somit schamlos den einzigen Schutz, den Jesiden, Aleviten, Schiiten und die zahlreichen christlichen Minderheiten im Krisengebiet überhaupt nur haben.

Er schreibt wortwörtlich:

Die Politik der europäischen Staaten ist nicht überzeugender. Sie haben beschlossen, IS durch Waffenlieferungen an die Kurden zu bekämpfen. Obwohl sie genau wissen, dass die Kurden mittelfristig ein ganz anderes Programm verfolgen, nämlich die staatliche Unabhängigkeit Kurdistans vom Irak. Ein hochrangiger Vertreter der kurdischen Führung sagte mir: „So schrecklich der IS ist, für uns ist er ein Geschenk des Himmels. Noch nie waren wir unseren Zielen so nahe wie heute“.“

Eine Erklärung, warum ein freies Kurdistan und ein Kampf gegen den IS / ISIS sich, wie er behauptet, sich gegenseitig ausschließen, bleibt er schuldig. Ebenso ist sein ominöses Telefongespräch weder zu widerlegen noch zu beweisen.

Er stellt die Kurden als egoistisch dar und drückt, ungeachtet der Unterdrückung und Massaker, die Kurden und andere von ihnen geschützte o.g. Minderheiten durch die Regionalmächte in den letzten gut hundert Jahren erleiden mussten, seine Ablehnung gegenüber einem freien multiethnischen und multikonfessionellen Staat Kurdistan aus. Die menschenrechtlich gesehen auf EU-Niveau befindlichen Fortschritte, die die kurdischen Demokratiebewegungen in den letzten fünf Jahren gemacht haben, verschweigt er absichtlich.

Es ist das gute Recht der Kurden einen eigenen Staat zu verlangen. Sie sind schließlich ein 30 Millionen Volk, das jahrhundertelang unterdrückt wurde und teilweise auch noch unterdrückt wird. So wie er argumentiert, würde Tödenhöfer wohl auch dem Kosovo die Unabhängigkeit absprechen wollen?

Der Diffamierung nicht genug, fährt Todenhöfer fort:

„Auch dass ISIS/IS nicht nur in den kurdischen Gebieten auf dem Vormarsch ist, scheint sich in Europa noch nicht herumgesprochen zu haben. Wie wollen die Europäer denn in den nicht-kurdischen Regionen Bagdad oder Anbar, die inzwischen ebenfalls (wieder) unter IS- Einfluss stehen, deren Terror bekämpfen? Und wie in Syrien? Mit Waffenlieferungen an die Schiiten Bagdads, die Sunniten Anbars und die Alawiten Syriens? Oder wird ISIS von den Europäern nur dort umfassend bekämpft, wo wie in Kurdistan riesige Ölfelder liegen, die man unbedingt unter Kontrolle behalten möchte?“

Todenhöfers Behauptung über einen ISIS / IS Vormarsch auf kurdischen Gebieten sind bezüglich Syriens und des Irak schlichtweg falsch. Dort haben kurdische Verbände der Peshmerga, der YPG und der von Norden aus zu Hilfe geeilten PKK sie längst zurückschlagen können. Recht hat Todenhöfer lediglich im Bezug auf einige hundert ankaratreue Kurden aus zumeist fundamentalistisch-sunnitischen Clans sowie Dorfschützerfamilien in Nordkurdistan (Türkei). Sein Vergleich mit den „Schiiten Bagdads, die Sunniten Anbars und die Alawiten Syriens“ ist typisch für seine doppelmoralistische und polemische Art. Die kurdische Freiheitsbewegung ist in ihrer freiheitlichen Programmatik einzigartig. Des Weiteren bringen sie im Gegensatz zu den von Todenhöfer genannten eine Tradition des Guerilla-Freiheitskampfes mit, die mit militärischer Erfahrung und Zuverlässigkeit einhergeht.  Dass wirtschafliche Interessen mittelfristig eine Rolle spielen, ist wahrscheinlich. Letztendlich zählt es aber für den Moment die genozidverhindernde Kraft zu unterstützen. Hier macht „der Westen“, insbesondere die einer Wertegemeinschaft verpflichteten EU-Staaten, die die Kurden unterstützen, etwas absolut richtig. Sie unterstützen die Kraft, die in der Tradition ihrer Freiheitsbewegung für die Gleichberechtigung der Konfessionen, Religionen und Ethnien sowie die Gleichberechtigung der Geschlechter steht. Kaum ein anderer Staat in der Region kann das von sich behaupten.  (Leseempfehlung: http://www.bild.de/politik/ausland/irak/kurdische-frauenrechtlerin-37551572.bild.html)

Todenhöfer, der berauscht von der Lobhudelei seiner Groupies mittlerweile soweit geht sich selbst mit Mahatma Gandhi zu vergleichen, scheinen diese Werte und die Verhinderung eines Völkermords bei seiner immer plumper und unsachlicher werdenden Kritik an „dem Westen“ nichts zu bedeuten. Seiner Fangemeinde fehlt es Hintergrundwissen sowie am Willen und vielleicht auch an der Fähigkeit seine Ausführungen zu hinterfragen. Der Beitrag verbreitet sich wie ein demagogisches Lauffeuer. Es wird eines langen Atems und viel Mühe bedürfen, Todenhöfer konsequent entgegenzutreten und seine katar- und anakarahörige Propaganda ein ums andere Mal zu entlarven.

Hier ein Beispiel, welche Menschen Todenhöfer mit seinen Beiträgen diffamiert; es sind Familienväter wie der Jeside Magdal Rasho, die riskieren Familie und Freunde nie wieder zu sehen, um seinen Beitrag zu leisten seine Kultur in der alten Heimat vor der Auslöschung zu bewahren:

http://www.stern.de/tv/sterntv/kampf-gegen-den-is-terror-stern-tv-begleitet-deutschen-jesiden-in-den-krieg-2134958.html

Auch hier sollte Jürgen Todenhöfer ganz genau hinschauen. Der Artikel berichtet davon, wie jesidische Kämpfer unterstützt von US-Luftschlägen 180 jesidische Frauen aus IS / ISIS- Gefangenschaft befreien konnten. Es sind die Befreier, die er mit Beiträgen, wie dem von Sonntagabend, diffamiert, und es ist die Rettung von Freiheit und Würde der Frauen, die er so in Abrede stellt.

http://ezidipress.com/blog/nach-us-luftschlaegen-ezidische-kaempfer-befreien-180-ezidische-frauen-und-maedchen-aus-is-gefangenschaft/

Fragen an die ISIS-Terroristenversteher

Verharmlosungen und Umkehr des Täter-Opfer-Verhältnisses sind eine Verhöhnung von Muslimen, die mit diesem Zitat als Schriftzug ein Zeichen in den sozialen Netzwerken setzen möchten

In den letzten Wochen gab es immer wieder Stimmen, die meinten man könne den IS nur stoppen, wenn man den sunnitischen Muslimen bessere Perspektiven geben würde. Es wird also das übliche Credo von den bösen und intoleranten westlichen Unterdrückerstaaten beschworen.

Unter den Personen, die dies fordern, findet man  übliche Verdächtige. Auch ZDF-Korrespondent Dietmar Ossenberg stimmte mit ein. Aiman Mazyek trübte die Freude über seine Anfang des Monat Juli erfolgte deutliche Distanzierung vom Terror des IS, indem zwar bei seiner Verurteilung der IS blieb, in einer Polittalk Sendung der ARD am Dienstag, den 26. August 2014 plötzlich die 2000 aus der EU stammenden IS-Terroristen als Opfer westlicher Systeme darstellte. Von den in keinster Weise zielführenden oder auch nur im entferntesten wissenschaftlich fundierten Äußerungen einer Ska Keller von den Grünen in der ZDFneo-Sendung „Log In“ vom Mittwoch, den 27. August ganz zu schweigen.

An diese Damen und Herren bzw. alle, die eine ähnliche Position vertreten, ergehen folgende Fragen:

 

– Warum fühlen sich schiitische und alevitische Muslime, Juden, Asiaten, Russlanddeutsche, europäische Einwanderer, Schwarzafrikaner und Südamerikaner im Gegensatz soviel heimischer und wohler als die sunnitischen Muslime, von denen sie sprechen?

– Was ist mit den kurdischen Sunniten, die sich ihren Freiheitsbewegungen anschließen anstatt in dem IS in die Hände zu laufen?

– In den Reihen des IS befinden sich nachweislich Akademiker, die in Europa gutbezahlten Berufen nachgingen. Wie erklären sie sich das und wie soll man hier entgegenwirken?

– Sind Ihre Äußerungen nicht vielmehr eineVerharmlosung von radikalen und mordenden Terroristen und deren Wortführern als, wie Sie es darstellen, ein Aufruf zu mehr Toleranz?

– Wie sollen die Perspektiven, die Ihrer Meinung nach für Sunniten anders sein sollen, als für schiitische und alevitische Muslime, Juden, Asiaten, Russlanddeutsche, europäische Einwanderer, Schwarzafrikaner und Südamerikaner, konkret aussehen und wie wollen sie etwaige Sonderbehandlung den anderen Bevölkerungsgruppen vermitteln?

– Finden sie nicht, dass Ihre Forderungen floskelnhaft ist?

– Finden Sie nicht auch, dass Ihre Forderung nur ein Fortführen der Lobbypolitik fragwürdiger Vereine ist, die die komplette Integrationsdebatte auf Einwanderung aus der Türkei und der arabischen Halbinsel an über hundert anderen im Tagesgeschehen untergehenden Migrationshintergründen vorbei, reduzieren wollen? Ist das etwa fair und tolerant?

– Sind Ihre Äußerungen, die die Systeme westlicher Staaten als eigentlich Schuldigen hinstellen sollen, nicht ein Versuch Täter immer wieder zwanghaft zu Opfern zu erkären, und somit eine Unerstützung der Propaganda von kriminellen Organisationen wie dem IS?

– Sollten nicht besser Sanktionen gegen die Unterstützerstaaten des IS, die Sie im Gegensatz zu europäischen Demokratien unkritisiert lassen, erfolgen, und deren Einfluß durch ihre einschlägig bekannten verlängerten Arme in Europa verfassungsrechtlich verboten werden?

– Sind Ihre Äußerungen nicht ein Schlag ins Gesicht für diejenigen Sunniten, die sich klar vom IS distanzieren und richtigerweise kein Verständnis für dessen Verbrechen zeigen?

– Wenn Sie zu Verständnis für die Täter aufrufen, wo bleibt ihr Verständnis für die Opfer, die unser Entgegenkommen sicher nötiger haben?

– Wie viele Jesiden, schiitische Turkmenen, Aleviten, Christen und liberale Sunniten müssen die IS-Terroristen noch massakrieren, bis sie endlich aufhören aus ihnen Opfer machen zu wollen?

Opfer westlicher Systeme? Sollte dieser arme missverstanden, perspektivlose Menschenverächter und Massenmörder nach Europa zurückkehren, werden Mazyek, Todenhöfer, Polenz, Keller oder Ossenberg ihm sicherlich einen Praktikumsplatz als Perspektive anbieten, oder?!

 

Und wenn wir schon beim Thema Islam sind, ergehen des Weiteren folgende Fragen:

Wie bewerten die Herren, dass Islamlehre in Deutschland hauptsächlich von direkt von Ankara abhängigen türkischen Verbänden dominiert wird? Gerade in und von der Türkei aus mischt sich Islam mit einer gefährlichen Form von Rassenhass gegenüber Aleviten, Armeniern, Assyrern, Griechen und Juden.

– In jedem Land und bei jedem Volk sieht Islam etwas anders aus. So haben des Weiteren die Golfstaaten, allein schon dadurch dass sie andere Religionen als eine extreme Form des sunnitischen Islam verbieten, eine extreme mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unvereinbare Auslegung des Islam. Ist es nicht kontraproduktiv über „den Islam“ zu diskutieren?

Islam in Deutschland ist Realität, wird und soll es auch bleiben. Sollte aber um des inneren Frieden willens nicht vielmehr von staatlicher Seite dafür Sorge getragen werden, dass 1.) Extremformen des Islam wie in den Golfstaaten und 2.) mit Nationalismus und Rassenideologien durchmischte Islaminterpretationen wie in der Türkei Einhalt geboten wird, während offene und tolerante Islaminterpretationen wie die der meisten Kurden, oder wie sie etwa im Libanon praktiziert wird, gefördert werden müssen?

„Toleranz wird zu einem Verbrechen, wenn man dem Bösen mir ihr begegnet.“ (Thomas Mann)