Paris: 200 Christen aus Syrien und dem Libanon protestieren gegen die Komplizenschaft von IS / ISIS und Türkei

Assyrisch-aramäischer Demonstrant hält ein Schild, auf dem steht: „Irak ohne Christen ist kein echter Irak“. Die Mütze, die er trägt, ziert ein stilisiertes arabisches „N“, jener Buchstabe, mit dem der IS / ISIS / Islamische Staat die Häuser von Christen markiert. Bild: Facebook / La Beauté Assyrienne

Ungefähr 200 Personen haben sich am Abend des Montag, 06. September 2015, in der Nähe der türkischen Botschaft von Paris versammelt. Sie protestierten gegen das „falsche Spiel der Türkei“ und ihre Komplizenschaft beim „Völkermord an der orientalischen Christenheit“.

Mit Blick auf eine Konferenz der Vereinten Nationen über ethnische Minderheiten im Nahen Osten, die am Dienstag in Paris stattfand, folgten die Demonstranten einem Aufruf der Organisation „Chredo“ (Coordination des Chrétiens d’Orient en danger / Koordination bedrohter orientalischer Christen). Chredo wirft Ankara das doppelte Spiel vor, einerseits Mitglied der NATO zu sein, und andererseits den IS / ISIS zu unterstützen.

„Indem die Türkei als Transitland für die Öltransporte des IS / ISIS fungiert, indem sie Dschihadisten ungehindert die syrische Grenze passieren lässt, um sich dem IS / ISIS anschließen zu können, sowie ihnen bei Waffen- und Munitionslieferungen hilft, macht sie sich zum Komplizen von DAESH (arabische Abkürzung für den IS / ISIS / Islamischer Staat)“, versicherte Patrick Karam, Präsident von Chredo.

Die Demonstranten trugen Banner mit Aufschriften wie „Türkei 1915: Schuldig des Völkermordes an den Armeniern – 2015: Schuldig des Völkermordes an den Christen des Orients“ und schwenkten französische, libanesische und syrische Flaggen.

 

Quelle: AFP / Le Figaro: Des chrétiens d’Orient mobilisés contre la Turquie

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93 Jahre nach der Katastrophe von Smyrna: Wie ein US-Amerikaner zum griechischen Nationalhelden wurde

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Christopher Thurber rettete 7.000 griechische Kinder vor der Katastrophe von Smyrna und wurde von Atatürks Armee ausgepeitscht, weil er eine Griechin retten wollte. Bild: Pappas Post

Viele persönliche Geschichten von Hilfe und Aufopferung und die ausgeprägte Arbeit verschiedener US-Missionare und Hilfsorganisationen prägen die Geschichte der US-Beteiligung bei der Katastrophe von Kleinasien . Dazu zählte auch die vormals als „Near East Relief“ bekannte Hilfsorganisation „Near East Foundation“.

Eine solche Geschichte ist die von Christopher Thurber, einem Gesundheitsexperten, der zu Beginn des Ersten Weltkriegs seine Heimat im US-Bundesstaat Connecticut verließ, um an Typhus erkrankten Kindern in den Baracken von Konstantinopel / Istanbul zu helfen.

Dabei erkrankte Thurber selbst an Typhus, konnte sich aber wieder erholen. Nach seiner Genesung rettete Thurber 7.000 Waisenkinder aus Sivas nach Smyrna. Dort konnte er sie schließlich vor der Katastrophe von Smyrna (auch Brand von Izmir), als die türkische Armee im September 1922 die Stadt niederbrannte und die ortsansäßigen Griechen und Armenier sowie andere Ausländer zu zehntausenden massakrierte und zu hunderttausenden vertrieb, bewahren.

Thurber wurde für sein humanitäres Engagement angesehen und bewundert. Jedoch war es sein Versuch eine griechische Flüchtlingsfrau zu retten, die in der Stadt Scutari von türkischen Soldaten verprügelt wurde, der ihn bekannt machte. Thurber wurde als Strafe für seinen Rettungsversuch ausgepeitscht. Er behielt davon bleibende Schäden zurück und benötigte für den Rest seines Lebens einen Krückstock als Gehhilfe.

1924 reiste Thurber nach Griechenland, um in der Region humanitäre Hilfe zu leisten und für das „Near East Relief“ zu arbeiten. Er beaufsichtigte die Erziehung von Kindern in Waisenhäusern, und lies Heime für Knaben errichten, die nach Athen kamen, um dort ihre Matura (Abitur) abzulegen.

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Christopher Thurber mit seinen griechischen Schützlingen; Bild: Pappas Post

Thurber war gerade dabei eine Behandlungsstelle für an Tuberkulose leidende Kinder zu planen, als er am 31. Mai 1930 an einem Schlaganfall starb. Seine humanitäre Aufopferung im öffentlichen Erziehungs- und Gesundsheitswesen war derart allgegegenwärtig, dass die griechische Regierung ein Staatsbegräbnis zu seinen Ehren abhalten lies, und einen nationalen Gedenktag für ihn ins Leben rief. Niemals zuvor und niemals danach wurden einem US-Amerikaner solche Ehren in Griechenland zuteil.

 

 

 

Quelle und englischsprachiger Text

Gregory Pappas: Remembering Christopher Thurber: Saved 7,000 Greek Children from Smyrna Catastrophe; Flogged by Turks for Saving Greek Woman

 

Historischer Hintergrund und historisch-wissenschaftliche Quellen

Die Armenier von Smyrna / Izmir blieben bis 1922 vom Völkermord verschont. Grund dafür war die Intervention des deutsch-osmanischen Marschalls Liman von Sanders, der im Falle ihrer Auslöschung ein Zusammenbrechen der Kriegslogistik befürchtete.

Am 13. September 1922 brach im Armenierviertel ein Feuer aus, das sich rasch über die Viertel der Griechen und Ausländer („Franken“) ausbreitete und einen großen Teil der Stadt vernichtete. Bei den damit einhergehenden Auseinandersetzungen wurden mindestens 25.000 meist griechische und armenische Zivilisten getötet und ca. 200.000 vertrieben (vgl. hierzu beispielsweise die Augenzeugenberichte des armenischen Arztes Garabed Hatscherian, des amerikanischen Diplomaten George Horton oder des Franzosen René Puaux). Ein Teil der griechischen Bevölkerungsmehrheit wurde noch von den Engländern aus der Stadt evakuiert, die meisten verbliebenen Zivilisten, darunter auch der orthodoxe Erzbischof Chrysostomos Kalafatis fielen anschließenden Gewalthandlungen zum Opfer. Viele der Griechen emigrierten nach Athen, wo heute noch der Stadtteil Nea Smyrni (Νέα Σμύρνη) an ihre Herkunft erinnert.

 

Der IS / ISIS ist nicht das Ziel: Die Türkei führt einen Angriffskrieg gegen die Kurden

Die NATO hat in ihrer Zusammenkunft mit der Türkei am Dienstag der türkischen Regierung die Solidarität im Kampf gegen den IS ausgesprochen. Die Angriffe gegen Kurden, nicht nur in der Türkei sondern auch auf die kurdische Autonomieregion im Nordirak und Nordsyrien, wurden mit keinem Wort erwähnt.

 

Statistiken der Menschenrechtsorganisation IHD sprechen eine deutliche Sprache

Dass die Türkei nicht wirklich gegen den IS / ISIS kämpft, sondern hier vielmehr ein Vorwand zur Kriegserklärung gegen die Kurden in- und außerhalb des Landes vorliegt, belegen nicht nur die völkerrechtlich fragwürdigen, wenn nicht sogar -widrigen Angriffe auf kurdische Stellungen in Nordsyrien und dem Nordirak. Hier kann entgegen der Meinung der US-Regierung nicht mehr von einem „Recht auf Selbstverteidigung“ gesprochen werden.

Auch die jüngst vom IHD (İnsan Hakları Derneği / Human Rights Association), der größten türkischen Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Ankara, veröffentlichten Zahlen untermauern die wahren Ziele der AKP-Regierung. Von 1.034 seit dem 21.Juli unter Terrorverdacht festgenommenen Personen, sollen 140 mit dem IS / ISIS in Verbindung stehen, 22 werden Verbindungen zum Netzwerk Fetullah Gülens nachgesagt und 872 sind Kurden, Sozialisten, Menschenrechtler und Demokraten.

Auch für weite Teile der arabischen Welt steht fest, dass die Maßnahmen der Türkei mehr der Stärkung als der Schwächung des IS / ISIS dienen.

Der einflussreiche schiitische Befehlshaber der irakischen Hachd al-Chaabi Milizen, Hadi al-Ameri, erklärte gegenüber der französischen Presseagentur AFP: „Ich denke, dass die türkischen Luftschläge darauf ausgelegt sind, DAESH (IS/ISIS) zu unterstützen. Die Türkei hat ihre Position nicht verändert. Sie operiert gegen die PKK, die den Kurden hilft DAESH (IS/ISIS) zu bekämpfen.“

Auch aus den sunnitischen Staaten Nordafrikas sowie von linken Parteien des Libanons und Palästinas sind ähnliche Töne zu vernehmen: Zusammenkunft arabischer Parteien in Tunis: “AKP unterstützt IS und verhindert Freiheit und Frieden”.

 

Die Haltung der NATO erinnert an das Deutsche Kaiserreich im 1.Weltkrieg

Angesichts der oben genannten Tatsachen ist die Haltung der NATO nicht nachvollziehbar. Sie erinnert angesichts des Tweets vom regierungstreuen türkischen Journalisten Zihni Çakırin dem er den Kurden dasselbe Schicksal prophezeit, das die Armenier 1915 erlitten, sollten sie nicht aufhören die Partei HDP zu unterstützen, und der Forderung der AKP-Regierung nach Aufhebung der Immunität von Abgeordneten der HDP an nachstehendes Zitat des deutschen Reichskanzler von Bethmann Hollweg über den Fortbestand des Bündnisses mit dem Osmanischen Reich angesichts des Völkermordes an den Armeniern, Aramäer / Assyrer, Pontuogriechen und jesidischen Kurden: „Unser einziges Ziel ist, die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig ob darob Armenier zugrunde gehen oder nicht.“ (PA-AA, R 14089 Vermerk Bethmann-Hollweg vom 17.12.1915 auf einem Bericht des Sonderbotschafters Wolff-Metternich aus Konstantinopel vom 7.12.1915)

Die Haltung der NATO erinnert daran und die Befürchtung, das diese Positionierung zu Lasten der Kurden geht, ist berechtigt und real.

Bild: Antifaschistische Aktion
Bild: Antifaschistische Aktion

 

 

Aus machtpolitischem Kalkül kurdische Politiker kriminalisiert und einen Krieg vom Zaun gebrochen

Der Co-Vorsitzende der HDP, Selahattin Demirtaş, dessen Rede von den türkischen Medien auf Weisung der AKP-Regierung boykottiert wurde, und die wir als Nota bene im vollen Wortlaut auf türkisch veröffentlichen, reagierte indem er angab, das einzige Verbrechen seiner Partei sei es mit 13% ins Parlament eingezogen zu sein. Der Regierung Erdoğan, bzw. der, so  Demirtaş wörtlich „AKP Junta“, warf er vor, das Land aus machtpolitischen Gründen in einen Krieg zu stürzen und den Anschlag von Suruç als Auslöser dafür geplant zu haben. Während einige Portale letzteren Vorwurf als abwegig oder gar skandalös abtun, zeigen die Vorkommnisse von Şemdinli vor 10 Jahren, das sie genau dies nicht sind. Şemdinli ist eines von viele Beispielen für Anschläge des tiefen Staates der Türkei, die man von Regierungsseite der kurdischen Arbeiterpartei PKK anzulasten versucht: Terror in Semdinli,Türkei ZDF Reportage 2005.

Der Einzug der HDP ins türkische Parlament Anfang Juni, hatte Erdoğans Plan der Errichtung eines Präsidialsystems zunichte gemacht. Nun strebt er Neuwahlen an. Um sein Ziel durchzusetzen, versucht er die HDP zu kriminalisieren, um einen Stimmverlust und ihr Scheitern an der 10%-Hürde herbeizuführen. Dies würde aber nach aktuellem Stand der Dinge aber nicht funktionieren. Neueste Umfragen sehen die prokurdische HDP und die kemalistische CHP leicht im Aufwind, während die regierende AKP minimal und die rechtsnationalistische MHP stark an Boden verlieren. Was Erdoğan bleibt, um sein Ziel zu erreichen, wären ein Parteiverbot der HDP oder ein Putsch. Sein aggressives Vorgehen gegen die Kurden und den Friedensblock zeigen seine Entschlossenheit (siehe dazu auch: Die Welt: Erdoğan erklärt den Kurden den Krieg auf ganzer Linie). Damit wäre jeder letzte Rest Demokratie im Land beseitigt. Insbesondere die EU-Mitglieder, die gleichzeitig in der NATO aktiv sind, könnten so unmöglich weiter mit der türkischen Regierung zusammenarbeiten, ohne jeden Funken Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Bild: Forum für Aleviten (https://www.facebook.com/ForumfuerAleviten/photos/a.1499155890372100.1073741830.1497042970583392/1683480265272994/?type=1&theater)

 

Kritik von Opposition und CDU-Außenexperten

Während die NATO sowie die Regierungen Merkels, darunter insbesondere Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Deutschland und Hollandes in Frankreich sich bedenklich verständnisvoll gegenüber dem Vorgehend er AKP äußern, kommt von der Opposition und sogar aus Merkels eigener Partei scharfe Kritik. So berichtet die Tagesschau auf ihrer Webseite: „Unter Präsident Erdogan entwickele sich die Türkei zu einem „Mini-Pakistan“: Diesen Vorwurf erhebt Grünen-Chef Özdemir. Auch aus der CDU kommt harsche Kritik an der türkischen Regierung. Das Land missbrauche die NATO, so Außenexperte Kiesewetter imARD-Morgenmagazin.

Die Kritik an der türkischen Regierung für deren Luftangriffe auf Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK dauert an. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir griff Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan scharf an. „Wir können nicht wegschauen, wenn ein Land, das bis gestern noch in die EU wollte, sich unter Erdogan in ein Mini-Pakistan mit einem autoritären Herrscher direkt an der europäischen Grenze verwandelt“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. „Ich sehe ein Land, das ohne Not durch seinen Herrscher ins Chaos gestürzt wird.“ (Tagesschau: Kritik aus Deutschland an Türkei „Erdogan nutzt NATO für Innenpolitik“).

Neben Wagenknecht, Sevim Dağdelen (Die Linke) und Tobias Huch (FDP) äußerte auch Yilmaz Kahraman, Bildungsbeauftragter der Alevitischen Gemeinde Deutschlands (AABF), scharfe Kritik an der türkischen Regierung.

Yilmaz Kahraman (Bildungsbeauftragter der Alevitischen Gemeinde Deutschland): „Der Kampf gegen IS ist nur ein Vorwand“

 

Nota bene: Selahattin Demirtaşs vollständige Rede in türkischer Sprache

Türkiye’yi AKP Cuntasından Kurtaracağız!

Eş Genel Başkanımız Selahattin Demirtaş‚ın meclis grup toplantısı konuşmasından spotlar:

Bize atfedilebilecek tek bir suç yok, tek suçumuz %13 oy almaktır. Dolmabahçe mutabakatı ile Türkiye toplumuna barış sözü verdik, bir hafta sonra bundan döndüler ve Cumhurbaşkanı meseleyi „Kürt sorunu yoktur“ noktasına getirdi.

7 Haziran sonrasında bir Recep Tayyip Erdoğan darbesi yapılmıştır. Nereden alıyorlar yetkilerini? Şu anda ülkeyi savaşa götürecek kararların yetkisini nerden alıyorlar? 7 Haziran’da bu yetki elinizden alındı. Artık siz tek başına iktidar değilsiniz. Bunu yapanlar 7 haziran sandık sonuçlarına darbe yapmışlardır.

Bilal’i alamadınız ama hilali verdiniz

Darbenin bir de kuyrukçuları vardır. Kendilerine milliyetçi diyenler bu darbeye şakşakçılık yapıyorlar. Saraya gideni partiden atarım diyorlardı. Dün sarayda el pençe divan durdular. Bilal’i istiyordunuz. Bilal’i alamadınız ama hilali verdiniz.

Dolmabahçe açıklaması Türkiye Cumhuriyeti siyasi tarihinin en önemli siyasi işlerinden birisidir. Çok saygın çok ahlaki bir iştir. O metin açıklanana kadar katkı sunan herkese teşekkür ediyorum. Çünkü barışın anahtarını Türkiye toplumunu teslim ettiler.

Dolmabahçe açıklaması budur. Vatanda ihanet bölünme parçalanma beyannamesi değildir. Dolmabahçe mutabakatından 1 hafta sonra nasıl vazgeçtiklerini ibretle hep birlikte izledik. Sayın Cumhurbaşkanı masanın olmadığını olamayacağını, hatta Kürt sorunu yoktur noktasına getirdi meseleyi. Onu anlayabiliyorum. Bir sarayı var. İçini döşetmiş. Hevesi var iktidarı koltuğu parayı seviyor. Dolayısıyla çözüm barış demokrasi demek bunların kaybedilmesi demek.

Ahlaksız gayri meşru bir şey yapmadık

Bizzat o masada oturanları ben anlayamıyorum. Onlar neden sahip çıkmadılar. Bizim kadar siz de uğraştınız. Ahlaksız gayri meşru bir şey yapmadık. Ve bir hafta sonra bu iş bitiyordu. Bize deklarasyon çağrısı yapan AKP cenahına Dolmabahçe mutabakatını hatırlatmak istiyorum.

40 yıllık sorunun çözümüne 1 hafta kalmıştı, Neden vazgeçtiniz.

40 yıllık sorunun çözümüne 1 hafta kalmıştı. Neden vazgeçtiniz. Dağdaki örgütünü lideri 1 hafta sonra kongre toplanması için çağrı yapacağım silahlar bırakılacak artık diyor. Biz bundan büyük memnuniyet duyduk. Siz neden bundan paniklediniz. Sayın Cumhurbaşkanı PKK silah bırakacak diye neden paniklediniz. Öyle görünüyor ki bugün PKK’lılar dağdan inse önüne geçecek aman inmeyin diyecek. Bunu ülkenin cumhurbaşkanı PKK’nin silahsızlanmasını engellemiştir. Bütün süreci bitirmiştir.

Ortada ülkenin bölünmesi tehdidi yok

Çünkü önüne gelen anketler bu sürecin ona başkanlık getirmeyeceğini ortaya koymuştur. Bunu bütün inançlarım kutsallarım üzerine yemin ederek söylüyorum. Ortada ülkenin bölünmesi tehdidi yok. PKK denilen örgüt ülkenin bölünmesi stratejisinden 20 yıl önce vazgeçmiş.“

Türkiye ve PKK, IŞİD’e karşı beraber savaşabilirdi

PKK silah bıraksaydı nasıl nefes alırdı Türkiye düşünebiliyor musunuz? IŞİD’e karşı mı savaşılacak? O zaman Türkiye ve PKK, IŞİD’e karşı beraber savaşabilirdi.

Saray savunması için bu çocukların cenazeleri Türk Bayrağına sarılı geliyor

Evladını askere yollamış annelerim evladı polis olan annelerimiz onların babaları. Bunlar bizim evlatlarımız. Bizim kardeşlerimiz. Biz tek birinin ölümünden asla ve asla üzüntü ve kahrolma dışında bir şey hissetmeyiz.

Ama bu evlatlarımızı vatan savunması için ölüme göndermiyorlar. Saray savunması için bu çocukların cenazeleri Türk Bayrağına sarılı geliyor. Vatan savunması ise el ele hep birlikte vatanımızı savunalım. Tarihte bunu defalarca yaptık. Bugün yine yapalım birlikte vatan savunmasını.

Bir kişinin çıkarları için evlatlarımızı kurban vermemizi istemesin

Ama kimse bize bir partinin çıkarları hele hele bir kişinin çıkarları için evlatlarımızı kurban vermemizi istemesin. Bu çocuklar kolay yetişmiyor. Onları sarayın çıkarlarına kurban vermeyelim. Ortadan bir vatan savunması yok.

Tezgah öyle kurulmuş ki kan akacak

Cenazeler maalesef geliyor. Tezgah öyle kurulmuş ki kan akacak, Türk ölecek Kürt ölecek, asker polis ölecek PKK’lılar ölecek. Ve bütün bu kanlar HDP’nin üzerine akacak. Hesap kirli tezgah bu.

Saraya bağlı gladyo örgütüyle kirli, bir savaş yürütüyorlar. Bütün devletle kirli işler yapar ama bu devleti de kullanmıyor. Kendi özel örgütünü kullanıyor. İstihbarat MİT’in tutanaklarına değil doğrudan kendine akıyor. Ona bağlı yargı, medya troller var maaşla çalışan. HDP’ye karşı tezgah yapıyorlar.

Suruç katliamını yapan bu özel gladyo örgütüydü

Bunu start nerede verildi biliyor musunuz? Suruç katliamında. Suruç katliamını yapan bu özel gladyo örgütüydü. IŞİD’in içine sokulmuş kendilerine çalışan bir zavallı aracılığı ile Türkiye’nin pırıl pırıl evlatları katledildi.

Ceylanpınar’da yatağında uyuyan 2 polis kirli bir şekilde katledildi

Bu olay vasıtasıyla IŞİD mağduru oldular. Dünya liderleri arayıp başsağlığı diliyorlar. Ama kendisi bir tane bile aileye başsağlığı dilemedi. Ceylanpınar’da yatağında uyuyan 2 polis kirli bir şekilde katledildi. Adıyaman’da öldürülen asker. Aydınlanmayan bir olaydır.

Tezgah bu kadar açık

Daha önceden tezgahı yapılmış askeri siyasi operasyonun tezgahı yapılıyor. Tezgah bu kadar açık. Türkiye toplumu bunun karşısında tavır koyamazsa çirkin oyun sürecek. Ama hep birlikte biz savaş istemiyoruz biz sana savaş yaptırmayacağız dersek karşılıklı iki taraflı çatışmasızlık pozisyonu derhal geçilmeli dersek bu biter durur bu.

Bir kadının cenazesi 3 gün kaldırılamadı

Oy kaybettiklerini görürlerse vazgeçerler. Onların yaşam damarlarına bağlanan oydur. Gazi cemevinden bir kadının cenazesi 3 gün kaldırılamadı. İnsanların kutsallarına saldırdılar.

İnanılmaz bir işkence yapmışlar

Geçen hafta Şanlıurfa’da bazı gençleri gözaltına almışlar. Açık alana gidip kafalarına çuval geçirmişler. Boğazlarına bıçak dayayıp “biz IŞİD’iz” demişler. İnanılmaz bir işkence yapmışlar. İşte karşı çıkmazsan Türkiye’yi getirecekleri nokta bu.

TBMM’ye dilekçe vereceğiz. Sizden korkan sizin gibi olsun

Ne olursa olsun barış dilinden taviz vermeyeceğiz. Saldıracaklar. Aman bu tuzağa düşmeyelim. Tek başlarına iktidar olmalarının yolu HDP’nin tasfiyesinden geçiyor. Partileri halk açar halk kapatır. Dokunulmazlık mı diyorsunuz 80 milletvekili arkadaşımızla beraber dokunulmazlığımızın kaldırılması için TBMM’ye dilekçe vereceğiz. Sizden korkan sizin gibi olsun. Azrail’in can dağıttığını nereden gördük?!

Belgien erkennt Völkermord an Armeniern an

Belgisches Parlamen, Bild: Horizon Weekly (http://www.horizonweekly.ca/news/details/70527)

Die französischsprachige Nachrichtenseite Nouvelles d’Arménie en ligne meldet unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP, dass das belgische Parlament den Völkermord des Osmanischen Reichs an den 1,5 Millionen Armeniern am Donnerstag anerkannt hat.

Entgegen allzu kritischen Behauptungen wird der Begriff Völkermord an mehreren Stellen der Resolution explizit verwendet.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu reagierte empört und sprach von einem „inakzeptablen und unentschuldbaren“ Akt.

Der Text enthält u.a. die Aufforderung an die Türkei sich ihrer Vergangenheit zu stellen und den Völkermord ihres Vorgängerstaates anzuerkennen (wortwörtl.: “d’affronter son passé et de reconnaitre le génocide“).

Die kanadische Seite Horizon Weekly spricht von einer „leidenschaftlichen Debatte“ im belgischen Parlament und „überwältigenden Mehrheit“ für die Resolution.

Armenische Jugendverbände in Belgien zeigten sich enttäuscht darüber, dass die Resolution zugleich die Passage „die heutige Türkei kann nicht für das tragische Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich verantwortlich gemacht werden“ enthält (wortwörtl.: „la Turquie actuelle ne saurait être tenue pour responsable du drame vécu par les Arméniens de l’Empire ottoman“).

Die Enttäuschung wurde mit Verweis auf die Worte des deutschen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) begründet. Dieser sagte als der deutsche Bundestag am 24. April diesen Jahres des Völkermords an den Armeniern, Aramäern / Assyrern und pontischen Griechen (die belgische Resolution erwähnt nur die Armenier) gedachte: „Durch die beispiellosen Erfahrungen von Gewalt im 20. Jahrhundert wissen wir, dass es keinen echten Frieden geben kann, solange den Opfern, ihren Familien und ihren Nachkommen im Gedenken an die Vergangenheit keine Gerechtigkeit getan wird […] Die aktuelle türkische Regierung ist nicht dafür verantwortlich, was vor 100 Jahren passiert ist. Sie ist aber verantwortlich für den weiteren Umgang damit.“ (U.a. machte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan laut FAZ im Vorfeld der Kommunalwahlen 2014 deutlich, dass er „Armenier“ als eine Beleidigung ansieht.)

Auch acht oppositionellen Parlamentariern der belgischen Linken, des Zentrums und der ökologischen Partei ging der Text der Resolution nicht weit genug. Sie enthielten sich aus Protest.

Im Gegensatz dazu begrüßte Kaspar Karampetian, Vorsitzender der „Europäisch-Armenischen Föderation für Gerechtigkeit und Demokratie“ [European Armenian Federation for Justice and Democracy (EAFJD)], die Resolution ausdrücklich. Er sieht in ihr eine klare Botschaft an die Türkei, dass „Völkermordsleugnung in Europa keinen Platz hat, und sie sich früher oder später ihrer Vergangenheit wird stellen müssen“.

Armenien und die Diaspora trauern um Omar Sharif alias Hagop Zakarian

Omar Sharif in seiner Rolle als Hagop Zakarian in „Mayrig“; Bild: Nouvelles d’Arménie en ligne (http://www.armenews.com/article.php3?id_article=113973)

Omar Sharif wurde am 10. April 1932 in der ägyptischen Hauptstadt Kairo als Michel Demitri Chalhoub geboren. Seinen Namen änderte er, als er für seine Ehefrau zum Islam konvertierte.

Der an Alzheimer leidende Schauspieler ist am 10. Juli von uns gegangen. Sharif starb an einem Herzinfarkt.

Sharifs Mutter stammte aus Syrien, sein Vater aus dem Libanon. Die Schauspielerei studierte er an der „Royalen Akademie der Künste“ in London.

Entdeckt wurde er von seinem Landsmann Youssef Chahine, mit dessen Film „Le démon du désert / Shaytan al-Sahara“ (Der Dämon der Wüste) er den Durchbruch als Schauspieler schaffte.

Seine cineastisch größten Erfolge feierte er mit „Lawrence von Arabien“ und „Doktor Schiwago“.

ArmenierInnen weltweit kennen ihn als Hagop Zakarian. In dieser Rolle brillierte er als Familienvater in der bewegenden Flüchtlingssaga „Mayrig – Heimat in der Fremde“ und „Mayrig – Die Straße zum Paradies“. Die Saga beschreibt authentisch und beispielhaft den Werdegang der armenischen Völkermordsflüchtlingsfamilie Zakarian in Marseille Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts.

Am 17. Juni 2013 wurde Sharif im Rahmen der franco-armenischen Woche vom ehemaligen französischen Spitzenpolitiker Roland Blum mit der Ehrenmedaille der Stadt Marseille ausgezeichnet. Der großartige Schauspieler erhielt diese Auszeichnung im Rahmen einer Hommage an den, 2002 verstorbenen, franco-armenischen Regisseur und Drehbuchautoren Henri Verneuil (Achod Malakian). Dieser hatte Sharif als Hauptdarsteller für seine Flüchtlingssaga ausgewählt.

 

Mayrig bei Youtube anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=2FsoF1nAeMI&list=PLFF83AF740161A98E

Hauptquelle: Nouvelles d’Arménie en ligne (http://www.armenews.com/article.php3?id_article=113973)

Serkan Engin: Dichter, Denker und Aktivist für mehr Gerechtigkeit in der Türkei

The poet Serkan Engin who rose to fight for justice in Turkey
Serkan Engin, poetischer türkischer Menschenrechtler; Bild: http://www.1tv.am/en/news/2015/05/26/Serkan-Engin/16517#
Serkan Engin ist Fan der Musik von u.a. „Queen“, „The Doors“ oder Orhan Gencebay. Er verfasst literarische Werke in lyrischer Form und setzt sich für mehr Gleichheit und Gerechtigkeit in der türkischen Gesellschaft ein.
Serkan Engins „The Barbarian and Lady Violet“ (Der Barbare und Lady Violet) kann als Werk über ein staatliches Verbrechen und die Auswirkungen seiner Verleugnung auf das Leben eines Menschen verstanden werden.
Der türkische Schriftsteller ist überzeugt, dass ein Mitglied der türkischen Zivilgesellschaft keine gründliche Forschung braucht, um den Völkermord an den Armeniern, Aramäern / Assyrern, Pontosgriechen und Jesiden anzuerkennen. Historische Fakten und Berichte zeitgenössischer Medien sprechen eine deutliche Sprache und sind zahlreich verfügbar. Das Problem sieht Serkan Engin vor allem in einem, durch die Politik gefördertem, mangelnden Schuld- und Unrechtsbewusstsein.
Dazu gab er jüngst den armenischen TV Sender „1 TV“ ein Interview. Der Bericht über Serkan Engin im armenischen Fernsehen kann hier angeschaut werden: https://www.youtube.com/watch?v=b4UjTdFtfeI
Autoren von Werken wie „The Barbarian and Lady Violet“ (Der Barbare und Lady Violet) werden in der Türkei nicht selten strafrechtlich verfolgt, werden, wie u.a. im Fall Hrant Dink, getötet oder sterben unter ominösen Umständen offiziell bei „Unfällen“.
Engins mutiges Engagement geht noch weiter. Zur Zeit setzt er sich für mehr Rechte ethnischer Minderheiten oder Homosexueller ein. Damit dieses Engagement eine Chance hat, ruft er dazu auf, bei den bevorstehenden Wahlen die Partei HDP zu wählen.
Serkan Engin bekennt sich dazu, HDP zu wählen. Er sieht in der Partei eine Chance auf mehr Gerechtigkeit. Bild: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=869162599838060&set=a.117158975038430.30230.100002329839399&type=1&theater
Persönlichkeiten wie Serkan Engin, die gegen den Strom schwimmen, obschon sie um die Gefahr wissen, sind es, die Gesellschaften voran bringen. Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles nur erdenklich Gute, und hoffen dass viele seinem Beispiel folgen werden. Sie sind noch eine Minderheit in der türkischen Gesellschaft, aber es tut zu wissen, dass es sie gibt.
Quellen:
Facebookprofil von Serkan Engin

Garo Paylan: „Gäbe es die HDP nicht, könnte die Türkei ins Chaos stürzen“

Garo Paylan: Ben “padişahım çok yaşa” diyen bir Ermeni olsam AKP’de olurdum
Garo Paylan ist armenischstämmig und kandidiert für die Partei HDP in Istanbul; Bild: ermenihaber.am

Garo Paylan ist Direktor einer armenischen Schule und Kandidat der Partei HDP  für die bevorstehenden türkischen Parlamentswahlen in Istanbul. Mit der Zeitung „Özgür Gündem“ sprach er über die Mentalität der AKP angesichts des, bereits eingeleiteten, Abrisses des armenischen Waisenhauses „Kamp Armen“ kurz nach dem 100. Gedenktag an die Opfer des Völkermordes. 

 

– Sind Sie in die HDP eingetreten, weil man ihre armenische Abstammung in der AKP und CHP nicht akzeptiert hat?

–  Nur allein weil ich Garo Paylan heiße, werden mich Angehörige der armenischen Gemeinden nicht wählen. Sie werden mich aber wählen, weil ich mich im Rahmen meiner Kandidatur für die HDP für Gleichheit einsetze. Wäre ich ein Armenier, der den Slogan „Lang lebe mein Sultan“ vertritt, wäre ich für die AKP angetreten. In der CHP ist jemand wie ich auch nicht gut aufgehoben, denn in dieser Partei sollte man den Völkermord nicht erwähnen. Im Gegensatz zu den armenischstämmigen Kandidaten der AKP und CHP kann ich mich glücklich schätzen, weil ich eine freie Auseinandersetzung mit der Vergangeheit und Geschichte ansprechen und fordern kann. U.a. in dieser Hinsicht bin ich stolz auf meine Partei.

 

– Wird Erdoğan aus seiner Rhetorik gegen Armenier bei den Wahlen Kapital schlagen?

– Auf Mittel wie Nationalismus, Rassismus und Religiösität zurückzugreifen ist sehr einfach. Aber Frieden zu organisieren ist ungleich schwieriger. Erdoğan verbreitet weiterhin Übel und hört nicht auf. So wird er sicherlich ein oder zwei Prozent Rechtswählerstimmen gewinnen können. Für die Türkei jedoch steigt das Risiko zu verlieren. Glauben Sie mir, gäbe es die HDP nicht, könnte die Türkei ins Chaos stürzen.

 

– Wie ordnen Sie die Entscheidung ein, das armenische Waisenhaus Kamp Armen abreißen zu lassen?

–    Das Waisenhaus gehörte einmal einer armenischen Stiftung, die zwangsenteignet wurde. Es wurde mit tatkräftiger Hilfe der Kinder erbaut. Das bedeutet, dass nun die Bolldozer kommen, um die Steine und Ziegel zu zerstören, die von Waisenkindern aufgebaut und mit, von ihnen angerührtem Mörtel, aufeinander gesetzt wurden. Die Enteignungsmentalität kam nun in Form der Baggerschauffeln ein weiteres Mal. Die Baggerführer kennen die Geschichte des Ortes nicht. Sie zogen sich zurück, als wir ihnen klar machten, dass auch ich und sie Kinder haben, und auch Waisen Rechte zugestanden werden müssen. Wir haben gesehen, dass durch die Auslöschung von Erinnerung mit Baggerschaufeln ein Völkermord auf andere Art fortgesetzt werden soll. Ausgerechnet Erdoğan und seine Partei, die sonst sagen Historiker allein sollen sich mit diesen Themen befassen, sind beim Abriss die treibenden Kräfte. Lasst uns deshalb jetzt von heute in Richtung Vergangenheit anfangen. Fangen wir bei Kamp Armen im Stadtteil Tuzla an. Wir haben es hier mit der Zwangsenteignung von armenischem Besitz zu tun, deren Rückgabe vorher vorsprochen wurde. Dass muss geschehen, dann muss es Gerechtigkeit für das Massaker von Roboski (http://www.yxkonline.com/index.php/publikationen/pressemitteilungen/384-2-jahrestag-des-massakers-von-roboski-an-34-kurdischen-zivilisten) geben. Wenn wir weiter zurückgehen, dann braucht es Gerechtigkeit für Sivas (http://www.welt.de/politik/ausland/article117621279/Als-15-000-Islamisten-Jagd-auf-Aleviten-machten.html). Noch einen Schritt weiter, müssen die Opfer der „Varlık vergisi“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Varl%C4%B1k_Vergisi). Im nächsten Schritt kommt eine Aufarbeitung der Septemberprogrome von Istanbul (http://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom_von_Istanbul), von wo wir uns bis 1915 weiterarbeiten müssen. Da wir aber z.Zt. noch nicht einmal in der Gegenwart angefangen haben, lasst uns hier und jetzt bei Kamp Armen beginnen.

 

 

Quelle: Ermeni Haber

http://www.ermenihaber.am/tr/news/2015/05/14/Garo-Paylan-Ben-%E2%80%9Cpadi%C5%9Fah%C4%B1m-%C3%A7ok-ya%C5%9Fa%E2%80%9D-diyen-bir-Ermeni-olsam-AKP%E2%80%99de-olurdum/57617

Grüne und Linke wollen Völkermordsanerkennung weiter verfolgen

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Hasan Burcuoğlu bei der Pressekonferenz in Yerevan; Bild: Public Radio of Armenia

 

YEREVAN (Armradio.am) — Das Thema der Anerkennung des Völkermords des osmanischen Reichs an seinen Minderheiten hat in Deutschland zu spannungsgeladenen Diskussionen geführt. Im Moment sieht es so aus, als läge die Debatte, die rund um den 24.April geführt wurde, auf Eis. Letzte Woche wendete sich die Partei „Die Linke“ mit einer Anfrage an den Bundesregierung, wann die Debatte fortgesetzt würde.

Drei verschiedene Anträge zur Anerkennung kursieren im Bundestag. Es ist weiterhin unklar, ob das letztendlich zur Abstimmung vorgelegte Dokument, den historischen Konsens „Völkermord“ übernimmt oder nicht.

Auf einer Pressekonferenz in der armenischen Hauptstadt Yerevan, sagte Hasan Burcuoğlu, Mitglied des Hamburger Stadtparlaments: „Durch türkischen Druck ziehen sich die Diskussionen hin.“

„Einen Tag vor der Bundestagsdebatte am Freitag, den 24.April, hatte der  türkische Ministerpräsident Ahmet Davotoğlu Angela Merkel mehrmals angerufen, um so Druck auf sie auszuüben, damit sie das Parlament aufruft, den Begriff Völkermord zu vermeiden.“

Drei verschiedene Anträge wurden zum Thema vorgelegt. Einer von der Partei „Die Linke“, einer von „B90 / Die Grünen“ und ein weiterer von der regierenden Großen Koalition aus CDU und SPD.

Hasan Burcuoğlu, der der Linkspartei angehört, konnte nicht genau sagen, wann die Anträge bearbeitet und zur Abstimmung freigegeben würden, meinte aber „wenn wir der Bundesregierung dieses Thema überlassen, wird sie die Abstimmung über Jahre hinauszögern.“ Er fügte des Weiteren hinzu, dass sowohl Linke als auch Grüne eine klare Position vertreten, und diese auch bis zur Annahme einer ebenso eindeutigen Resolution verfolgen möchten.

„Wir werden der Bundesregierung nicht erlauben, den Menschen Sand in die Augen zu streuen, und sich lediglich am 24.April mit dem Thema zu beschäftigen, um die Armenier, Aramäer und Pontosgriechen ruhig zu stellen“, so Burcuoğlu weiter.

Hasan Burcuoğlu ist ein ehemaliger politischer Gefangener, der aus der Türkei geflohen ist. Dort drohte und droht  ihm aufgrund seines Standpunktes zum Völkermord an den Armeniern, Aramäer / Assyrer, Pontosgriechen und jesidischen Kurden strafrechtliche Verfolgung. Trotz allem bezeichnet er sich als Nachkomme von Vorfahren mit einer schmutzigen Vergangenheit.

 

Quelle:

– Armradio.am
– Massis Post

Text auf Englisch: http://massispost.com/2015/05/the-lefts-and-greens-will-pursue-the-recognition-of-armenian-genocide-by-bundestag/

Mahnmal zum Gedenken an die aramäisch-assyrischen Völkermordsopfer in Stockholm eingeweiht

Mahnmal für die aramäisch-assyrischen Opfer des Völkermordes durch die osmanischen Türken im Stockholmer Stadtteil Botkyrka (Schweden); Bild: AINA

 

Zu Beginn der letzten Woche wurde im Stadtteil Botkyrka im äußersten Südwesten der schwedischen Hauptstadt Stockholm ein Mahnmal zum Gedenken an die aramäisch-assyrischen Opfer des Völkermords durch das osmanischen Reich an seinen Minderheiten eingeweiht. Bei der Zeremonie waren u.a. der schwedische Energieminister Ibrahim Baylan, der Europaparlamentarier Lars Adaktusson und der syrisch-orthodoxe Erzbischof Benjamin Atas anwesend.

Zwischen 1912 und 1923 fielen 750.000 Aramäer / Assyrer, 500.000 Griechen, 70.000 kurdische Jesiden und 1,5 Millionen Armenier dem Völkermord der osmanischen Türken, dessen erklärtes Ziel es war, alle nicht-muslimischen Völker im osmanischen Reich zu vernichten, zum Opfer.

In Schweden leben ca. 100.000 Aramäer / Assyrer.

In zehn Städten der Welt stehen nunmehr ähnliche Monumente.

 

 

Quelle AINA (http://www.aina.org/news/20150427201421.htm)

Völkermord: Gedenkdemonstrationen und Gegendemonstration in Berlin

Am Samstag, den 25.April fanden in der Bundeshauptstadt zahlreiche Demonstrationen statt.

Zwei davon galten dem Völkermord an den Armeniern, Aramäern / Assyrern / Chaldäern, pontischen und ionischen Griechen sowie Kurden jesischen Glaubens vor 100 Jahren im Osmanischen Reich.

 

Bunte Gedenkdemonstration vor dem Bundeskanzleramt

Mehrere tausend Menschen, der Jugendverband der Aramäer gibt die Zahl mit 6.000 an, demonstrierten friedlich vor dem Kanzleramt für eine Anerkennung des Völkermordes gemäß des internationalen historischen Konsens.

U.a. der Zentralrat der Armenier, der Bundesverband der Aramäer sowie mehre Menschenrechtsverbände hatten zu der Gedenkdemonstration aufgerufen, die auch von der Kurdischen Gemeinde Deutschlands, dem Verband Kurdischer Studierender sowie Alevitischen Verbänden unterstützt wurde.

Ebenso bunt, friedlich und vielfältig war das Bild, was die Demonstranten abgaben. Armenische, aramäische, assyrische und griechische Flaggen wehten nebeneinander, ebenso wie zypriotische, kurdische, jesidische, syrische, russische, kroatische und berliner Fahnen. Ein Mann folgte der Gedenkdemo gänzlich in die Flagge Uruguays, dem ersten Land der Welt, das den Völkermord bereits in den 1950ern anerkannte.

Bilder von der Gedenkdemonstration für die Opfer des Völkermords des Osmanischen Reichs an seinen Minderheiten am 25.April in Berlin
Bilder von der Gedenkdemonstration für die Opfer des Völkermords des Osmanischen Reichs an seinen Minderheiten am 25.April in Berlin

 

Rotes Meer mit Halbmonden in der Nähe der Siegessäule

Weniger bunt, dafür aber ebenfalls friedlich und mit mehr, allerdings ausschließlich türkischen, osmanischen Kriegsfahnen und aserbaidschanischen, Flaggen pro Kopf ging es auf der Gegendemonstration in der Nähe der Siegessäule zu. Zu ihr hatten, unmittelbar durch die Regierungen in Ankara und Baku dazu aufgefordert, u.a. die DITIB Berlin, die Türkische Gemeinde Berlin, das Talat Pasa Komitee, das Koordinationszentrum der Aserbaidschaner in Deutschland e.V. und die UETD aufgerufen hatten. Nur ein Bruchteil der angekündigten Teilnehmerzahl von 10.000, mit der man im Vorfeld die Teilnehmer der Gedenkdemonstration versuchte zu verunsichern, erschien tatsächlich.

Die Gegendemonstration, die sich gegen "Völkermordsvorwürfe" wehrt. Ein Meer aus türkischen Flaggen, unter die sich einige aserbaidschanische mischen. Ganz vorne und auf dem T-Shirt des Demonstranten ist die osmanische Flagge mit den drei Halbmonden, das Symbol türkischer Rechtsradikaler, zu sehen.
Die Gegendemonstration, die sich gegen „Völkermordsvorwürfe“ wehrt. Ein Meer aus türkischen Flaggen, unter die sich einige aserbaidschanische mischen. Ganz vorne und auf dem T-Shirt des Demonstranten ist die osmanische Kriegsflagge mit den drei Halbmonden, das Symbol türkischer Rechtsradikaler, zu sehen. Die Speerspitze der Demonstration bildeten bekennende Anhänger des rechtsradikalen Motorradclubs „Turkos MC“: https://www.facebook.com/turkos.org/photos/a.636507059724712.1073741826.280101765365245/878356602206422/?type=1&hc_location=ufi

 

Beide Demonstrationen verliefen ohne Zwischenfälle. Wo wirklich Vielfalt und Pluralität gelebt wurde, und wo ein monotoner, unzeitgemäßer Nationalismus vorherrschte, war für jeden Beobachter klar ersichtlich.